Bergedorf

2600 Euro für einen Kilometer Radweg – vom Schnee befreit

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Wie hier am Curslacker Neuen Deich werden die schneebedeckten Radwege nicht geräumt.

Wie hier am Curslacker Neuen Deich werden die schneebedeckten Radwege nicht geräumt.

Foto: Thomas Voigt

Im Bezirk Bergedorf werden nur 30 Kilometer Radweg geräumt. In ganz Hamburg rund 200 Kilometer. CDU will private Anbieter fragen.

Hamburg.  Gerade vor einigen Tagen hat es noch geschneit, somit ist das Thema des Bergedorfer Verkehrsausschusses auch im April noch aktuell: Es seien schlichtweg zu wenig Radwege im Bezirk, die die Stadtreinigung im Auftrag der Umweltbehörde vom Schnee befreit. Während es in ganz Hamburg etwa 200 Kilometer sind, werden in Bergedorf rund 30 Kilometer auf Radwegen, Radstreifen und Velorouten geräumt, antwortet nun die Umweltbehörde auf Nachfrage der CDU. Wobei es keine einheitliche Regelung für Velorouten gebe: Geräumt werde, „wenn sie über Fahrbahnen verläuft und diese Strecke bereits als verkehrswichtig und besonders gefährlich eingestuft wurde“.

In Bergedorf werden zu wenig Radwege vom Schnee befreit

Eine starke Nutzung und auch die Finanzmittel dienen als Grundlage der Streckenauswahl, denn durchschnittlich belaufen sich die Kosten auf rund 2600 Euro pro Kilometer Radweg, teilt die Behörde mit – zum Erstaunen von Jörg Froh (CDU): „Dass das so teuer ist, hätte ich nicht gedacht. Aber natürlich muss eine fahrradfreundliche Stadt auch Geld bereitstellen, damit man die Radwege gut nutzen kann. Da muss Umweltsenator Jens Kerstan mal Farbe bekennen, wenn er die Mobilitätswende will.“

Alle Hamburger Velorouten schaffen es zusammen auf 15,9 Kilometer. Wie lang sämtliche Radwege im Bezirk sind, lässt sich derzeit noch nicht genau nicht beziffern: Aktuell ist der Landesbetrieb Geoinformation und Vermessung damit beauftragt, eine Datenbank anzulegen. Erfasst ist bislang nur die Radinfrastruktur für die drei Bezirke Harburg, Altona und Eimsbüttel.

Diskussion: Pauschalpreis für zehn Räumungen?

Folgende Radwege werden in Bergedorf geräumt: Die Wentorfer Straße zwischen Rathaus und Mohnhof, dann weiter die Bergedorfer Straße bis zur Eisenbahnbrücke, zudem die abbiegende Vierlandenstraße bis zum Sachsentor. Außerdem werden die Radwege entlang der Lohbrügger Landstraße über den umgebauten Beckerkamp bis hoch zur Landesgrenze von Schnee befreit. Eine dritte Strecke führt ab Sander Damm über die Kurt-A.-Körber-Chaussee und Oberen Landweg, danach den Bahnschienen in Neuallermöhe entlang bis zum Felix-Jud-Ring.

„Vom Bahnhof Allermöhe bis zum Knast wird aber nicht geräumt“, betont Jörg Froh und ist traurig über den „Flickenteppich“, denn nicht zuletzt werde auch der Curslacker Neue Deich viel per Rad befahren, der Nettelnburger Landweg oder die Holtenklinker Straße: „Klar ist es günstiger, wenn die Radwege auf der Fahrbahn sind oder ebenerdig verlaufen. Für die anderen mit Bordsteinkante könnte man aber mal einen privaten Schneeräumdienst fragen, ob er einen Pauschalpreis für zehn Räumungen anbietet.“ Das will er auf der Sitzung des Verkehrsausschusses am 19. April zur Diskussion bringen.

( stri )

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