Räumpflicht

Radfahren im Winter: In Bergedorf eine schlimme Rutschpartie

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Schnee und Eis auch am Curslacker Neuen Deich

Schnee und Eis auch am Curslacker Neuen Deich

Foto: Voigt

Anlieger sind nicht verpflichtet, Radwege zu räumen. Und die Stadtreinigung tut dies in Bergedorf nur an wenigen Straßen.

Hamburg. Radfahren im Winter – bei Schnee und Eis wird das in Bergedorf zu einer gefährlichen Rutschpartie. Fachpolitiker im Verkehrsausschuss haben in dieser Woche die vielerorts unzureichende Schneeräumung auf Bergedorfs Radwegen beklagt.

„Die Räumdienste der Stadtreinigung (SRH) lassen nicht nur den Schnee auf den Radstrecken liegen, sondern sie kippen sogar noch welchen vom Fußweg oder von der Fahrbahn dazu“, meinte Andreas Tilsner von der SPD verärgert. „Es ist eine Katastrophe, und daran hat sich in 30 Jahren nichts geändert“, erklärte auch Robert Gruber von den Linken. „Es ist jedes Jahr dasselbe Dilemma“, pflichtete Reinhold Reumann (Grüne) seinen Vorrednern bei. Er schlug vor, einen SRH-Vertreter in einer der nächsten Sitzungen zu befragen.

Ärger über schlecht geräumte Radwege in Bergedorf

Christdemokrat Jörg Froh setzte dem entgegen, dass die SRH nicht der richtige Ansprechpartner für die sicherlich berechtigte Kritik sei. „Die Stadtreinigung räumt nur diejenigen Radwege, für die sie von der Behörde für Umwelt oder der Behörde für Verkehr und Mobilitätswende beauftragt und bezahlt wird“, trug der CDU-Verkehrsexperte vor. „Und da stößt die vom rot-grünen Senat propagierte Fahrradstadt Hamburg wohl an ihre Grenzen.“

Tiefbau-Chef Joachim Bruschke wies zudem auf die Rechtslage bei Wegstrecken hin, die von den Anliegern geräumt werden müssen: „Da besteht nur für die Fußwege Räumungspflicht, aber nicht für die Radwege.“

Diese Radwege in Bergedorf werden geräumt

Tatsächlich ist die SRH von den Hamburger Behörden mit der Räumung von 3300 Kilometern Fahrbahn für den Kraftverkehr beauftragt, dagegen mit gerade mal 200 Kilometern Radwegen in ganz Hamburg. In Bergedorf sind dies die Wentorfer Straße vom Rathaus bis zum Mohnhof, dann weiter die Bergedorfer Straße bis zur Eisenbahnbrücke, außerdem die abbiegende Vierlandenstraße bis zum Sachsentor.

Die zweite Strecke führt über die Kurt-A.-Körber-Chaussee ab Sander Damm, weiter über Oberer Landweg, Rahel-Varnhagen-Weg, Sophie-Schoop-Weg und Walter-Rudolphi-Weg bis Felix-Jud-Ring. Außerdem werden geräumt die Radwege an der Lohbrügger Landstraße mit Verlängerung Ludwig Rosenberg-Ring sowie Am Beckerkamp mit seinen nördlichen Verlängerungen bis zur Landesgrenze.

Mit dem Ärger ist in diesem Winter vorerst Schluss: Das weiße Intermezzo ist mit Plusgraden in den kommenden Tagen beendet.

( tv )

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