Bergedorf

Kita-Kinder an EHEC erkrankt – sechs Fälle bestätigt

Petrischale mit Ehec-Bakterien (Symbolbild)

Petrischale mit Ehec-Bakterien (Symbolbild)

Foto: picture alliance / dpa

Bei Kindern einer Bergedorfer Kita wurde der gefährliche Erreger nachgewiesen. EHEC-Epidemie von 2011 forderte Todesopfer.

Hamburg. In einer Bergedorfer Kita sind mehrere Kinder an dem gefährlichen Erreger EHEC erkrankt. Das hat das Bezirksamt Bergedorf auf Nachfrage bestätigt. Drei Kinder litten demnach im Oktober an einer Durchfallkrankheit, die sich nach Stuhlproben als das meldepflichtige EHEC herausgestellt hatte.

Nach weiteren Tests im Umfeld der Kinder soll es insgesamt sechs nachgewiesene Fälle gegeben haben, die aber alle milde verliefen. Inzwischen seien alle Beteiligten beschwerdefrei, sagt Bergedorfs Gesundheitsamtsleiter Dr. Jürgen Duwe.

EHEC-Epidemie 2011 forderte 53 Todesopfer

Die Diagnose EHEC ist folgenreich. Im Jahr 2011 hatte das Darmbakterium für eine schwere Epidemie vor allem im norddeutschen Raum gesorgt. Damals waren knapp 3000 Menschen an EHEC erkrankt, 855 an der schweren Verlaufsform HUS, bei der die Nieren versagen. 53 Menschen starben damals. Als Auslöser galten zunächst mit schmutzigem Wasser verunreinigte Gurken, später Bockshornkleesamen.

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Was im aktuellen Fall die EHEC-Infektionen auslöste, ist laut Duwe unklar: „Es gab eine Begehung gemeinsam mit dem Verbraucherschutzamt.“ Letztlich aber könne das Darmbakterium, das in jedem Körper vorkommt, auch einfach bei nachlässiger Hygiene nach dem Toilettengang übertragen werden.

Von EHEC betroffene Kita-Kinder wieder beschwerdefrei

Und das kommt immer mal wieder vor – vielleicht zwei- bis dreimal im Jahr im Bezirk Bergedorf, schätzt der Leiter des Gesundheitsamtes. Oft sind es Zufallsbefunde: Das Amt werde informiert, wenn ein Labor in einer Stuhlprobe EHEC nachweist. „Dann müssen wir genau schauen: Bildet das Bakterium Toxine?“ Und wenn ja, welche? Sind die Toxine aggressiv, kann EHEC gefährlich werden. Oft genug aber merken Erkrankte nicht einmal etwas. So wohl auch diesmal.

Vorsichtshalber dürfen die betroffenen Kinder derzeit aber noch nicht wieder in die Kita. Sie sind beschwerdefrei – es sollen aber noch letzte Stuhlproben ausstehen.