Hamburg. Wie viele Menschen auf die Straße gehen, ist zu wichtig, als dass man es wie bisher mit scheinbar groben Schätzungen ermittelt.

Wer an der ersten großen Demonstration gegen Rechtsextremismus und für die Demokratie in Hamburg teilgenommen hat, erinnert sich noch an das komische Gefühl, das er hatte, als die Polizei damals die offizielle Teilnehmerzahl bekannt gab: Von rund 50.000 Menschen war die Rede, und das, obwohl die Massen auf den Straßen einen ganz anderen Eindruck vermittelten – und obwohl die Demo „wegen Überfüllung“ vor dem geplanten Ende abgebrochen werden musste. 50.000 Teilnehmer waren zwar nicht schlecht, das waren deutlich mehr als die Organisatoren erwartet hatten. Aber es waren eben nicht 100.000 oder 150.000, Zahlen, die in der Berichterstattung viel stärkere Signale aus Hamburg gesendet und die dem Protest automatisch eine höhere Bedeutung gegeben hätten.