Termine in Hamburg

Kultur-Tipps der Woche: Darauf fährt Hamburg ab

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„Experiment Landschaft“ Die Fabrik der Künste zeigt Werke von Peter Hamel.

„Experiment Landschaft“ Die Fabrik der Künste zeigt Werke von Peter Hamel.

Foto: Peter Hamel

Konzerte, Kino, Bühne: Der Sommer ist noch nicht zu Ende – Hamburgs beste Termine, für die es noch Karten gibt.

Die erste September-Woche hat es in sich: Ein traditionelles Jazz-Festival lockt wieder zu Planten un Blomen, ein vielschichtiges Kultur-Festival zur Wiese nach Barmbek, ein Musikfilmfestival gleich in mehrere Kinos.

Und norwegische Indie-Rocker kehren zurück an die Elbe, dazu kommen zwei sehenswerte Fotoausstellungen – und das ist nur eine Auswahl.

Kulturtipps der Woche: Spätsommer mit Konzerten, Theater und mehr

Die Genossenschaft Wiese war vor drei Jahren der erste der drei großen Mieter, die ins neue Theaterzentrum am Wiesendamm zog. Wie im Vorjahr macht das Probenzentrum der hiesigen freien Kulturszene mit seiner Freiluftbühne den Hinterhof zum spätsommerlichen Veranstaltungsort. An diesem Sonnabend, 2. September, gibt es ab 19 Uhr ein Doppelkonzert der Taiko Bastards und von Kion Dojo, jeweils mit großen japanischen Trommeln. Zum „Hoffest“ am 6. September (ab 18 Uhr) mit Musik und Überraschungsauftritten haben alle Nachbarn freien Eintritt. Am 7. September (19 Uhr) spielen EVA & Band Singer-Songwriter-Pop made in New York, am 8. September (16 Uhr) folgt mit „Du, ich, wir! ein musikalisches Familienstück ab 4“, in dem es um unterschiedliche Formen von Familie geht. Bei Regen finden Kindertheater, Konzerte, Theater, Lesung und Co. im Saal statt. „Wiese Bühne 2023“ 2.9.–11.10., Wiese e.G. (U Saarlandstraße, Bus 18), Wiesendamm 24, Informationen und Tickets zu 5,- bis 21,-: www.wiese-eg.de

Comeback mit norwegischem Indie-Rock in der Laeiszhalle

Klar, Schweden ist von den nordischen Ländern die absolute Nummer eins in Sachen Rock, aber auch aus Norwegen kommt viel Qualität auf unsere Playlisten und in die Clubs. In der Heimat eine absolute Legende war bis zur Auflösung 2008 die 1995 in der Kleinstadt Stokmarknes gegründete Indie-Rockband Madrugada. Aber was heißt war? Ist! 2018 tat sich die Band wieder zusammen und spielte seitdem im Docks und in der Fabrik, 2022 erschien nach 14 Jahren auch das Comeback-Album „Chimes At Midnight“, das es zum ersten Mal in Deutschland in die Top Ten geschafft hat. Damit kommt die Gruppe an diesem Sonnabend, 2. September, in die Laeiszhalle.

Madrugada Sa 2.9., 20.00, Laeiszhalle (U Gänsemarkt), Johannes-Brahms-Platz, Karten ab 34,80 im Vorverkauf; Internet: www.madrugada.no

Fotoausstellung von Peter Hamel in der Fabrik der Künste

Klein, aber fein, vor allem experimentell ist die Ausstellung, welche die Fabrik der Künste noch an diesem Wochenende in Hamm zeigt. In „experiment landschaft“ verlässt der Fotograf Peter Hamel bewusst ausgetretene Pfade. Mit seinen Arbeiten will er zeigen, dass wir Landschaft(en) heutzutage oft aus Auto, Bus oder Bahn, also aus der rasanten Bewegung, erleben. Hamel hat festgehalten, was flüchtig war und was an ihm als Betrachter vorbeiflog. Seine Fotografien der zeitlichen Unschärfe lassen Strukturen verschwinden, sodass sich die fokussierten Landschaften mitunter komplett auflösen.

Peter Hamel: „experiment landschaft – von fliegenden Bäumen und schwebenden Inseln“ Sa 2.9./So 3.9., jew. 12.00– 20.00, Fabrik der Künste (Bus 112), Kreuzbrook 10-12, Eintritt frei, Spenden willkommen; www.fabrikderkuenste.de

Hamburgs Jazz-Szene im und am Musikpavillon in Planten un Blomen

Die Saison der Wasserlichtkonzerte in Planten un Blomen endet vorzeitig an diesem Sonntag (3.9.) – aufgrund einer Leckage in der Nähe muss das restliche Wasser aus dem Parksee weichen. Bevor Musikfreunde vollends auf dem Trockenen sitzen (und stehen), lohnt sich ein Besuch bei den „Jazz Open Hamburg“: Zum 28. Mal präsentiert das Jazzbüro Hamburg nach dem Warm-up am 1.9. auf dem Lattenplatz im Musikpavillon im Grünen Künstler aus Hamburg und dem Rest der Welt. Zum Auftakt an Sonnabend (15 Uhr) spielt das Lukas Klapp Quartett um den gleichnamigen Pianisten, gefolgt vom ebenso jungen Sophia Oster Quartett (jedoch mit Saxofonist Gabriel Coburger und Top-Schlagzeuger Jorge Rossy) und ab 18 Uhr vom Eva Klesse Quartett. Das 21-köpfige Jazzkombinat rückt danach die Musik von Lisa Stick ins Zentrum: Die Posaunistin und Komponistin wurde jüngst mit dem Werner Burkhardt Musikpreis ausgezeichnet. Der Sonntag gehört im Musikpavillon Yo!Jazz mit Jazz’n’Soul, Singer-Songwriterin Tokunbo mit Acoustic Soul-Jazz, dem Jens Düppe Quartett und final Marek & Aschraf Sharif Khan. Der Eintritt ist stets frei.

„Jazz Open Hamburg“ Sa 2./So 3.9., jew. 15.00-21.00, Planten un Blomen/Musikpavillon (U Messehallen, U Schlump, Bus 35), Eingang Tiergartenstr. 2, Eintritt frei; www.jazzbuero-hamburg.de

Rex Märtens & PlingPlang treffen Peter Lohmeyer zum Konzert im Knust

Viele kennen Günter Märtens vor allem als Bassist von Ulrich Tukurs Rhythmus Boys. Doch der Hamburger war auch schon immer mit eigenen Projekten unterwegs, unter anderem mit Nils Koppruch (1965-2012). Natürlich schreibt Märtens, der schon lange den Spitznamen Rex trägt, auch viele ganz eigene Songs – eine Auswahl präsentiert er als Rex Märtens & Plingplang am 7. September im Knust. Als Gast ist Schauspieler Peter Lohmeyer angekündigt, musikalisch geht es von Americana und Indie-Rock über Psychedelic bis Country. Klingt nach einem unterhaltsamen Abend.

Rex Märtens & Plingplang Do 7.9., 21.00, Knust (U Feldstraße), Neuer Kamp 30, Karten zu 18,85 im Vorverkauf, www.knusthamburg.de

Rock n’ Roll, Jazz, Funk und mehr: Das „Unerhört“-Musikfilmfestival startet

Was haben die Progressive-Rock-Legende King Crimson, die Jazz-Ikone Max Roach, die Hamburger-Schule-Band Die Sterne und der Avantgarde-Komponist Heiner Goebbels gemeinsam? Sie alle sind Teil des „Unerhört“-Musikfilmfestivals, das vom 3. bis 9 September im 3001, Alabama, B-Movie und Metropolis stattfindet. Ein filmisch-musikalisches Großereignis, das bisher ungesehene Dokumentationen über die ukrainische Pop-Szene der späten 60er-Jahre ebenso im Programm hat wie Inneneinsichten in die Karriere von Little Richard (aus queerer Perspektive) oder die Beschäftigung mit der Geschichte der britischen Funkjazz-Band Cymande. Zu vielen Filmen reisen Mitwirkende und/oder Protagonisten an, fast alles, das hier zu sehen ist, dürfte danach nie wieder auf einer Hamburger Leinwand laufen. Also nicht verpassen!

„Unerhört“-Musikfilmfestival So 3.9. bis Sa 9.9., im 3001, Alabama, B-Movie und Metropolis; www.unerhoert-filmfest.de

Eintauchen in die glamouröse Ära der Fotografin Lee Miller

Sie war eine der herausragendsten Fotografinnen des 20. Jahrhunderts: Die US-Amerikanerin Lee Miller (1907-1977) begann ihre Karriere als Fotomodell und wurde später Kriegsberichterstatterin. Für Aufsehen sorgten ihre Bilder, die sie im einstigen Münchner Führer-Quartier schoss („In Hitlers Badewanne“). Noch bis zum 24. September zeigt das Bucerius Kunst Forum die Ausstellung „Fotografin zwischen Krieg und Glamour“. Ein Abend mit Jazz, Chansons und persönlichen Texten am 5. September lässt in die Zeit von Millers Leben und Wirken eintauchen.

„Lee Miller – Ein Leben zwischen den Welten“ Di 5.9., 19.00, Bucerius Kunst Forum (U/S Jungfernstieg), Alter Wall 12, Ticket inkl. Ausstellung 35,-/20,- (erm.), im Online-Shop oder an der Tageskasse; www.buceriuskunstforum.de

Kulturtipps der Woche: Ein literarischer Spaziergang über den Kunstmarkt der Eitelkeiten

Wie reich und fröhlich und lustvoll das Leben mit Kunst sein kann, darüber berichtet Sasa Hanten-Schmidt. Die Rechtsanwältin und Marktexpertin für zeitgenössische Kunst lebt in Köln, Dresden und Wien. Ihr Buch „spiel mit mir“ ist eine vergnügliche Reise durch die Höhen und Tiefen der Kunstwelt, die mit schwindelerregenden Geldsummen jongliert. Verknüpft wird dies mit Anekdoten aus dem Leben der messerscharf beobachtenden Autorin, das auf einem einsamen Bauernhof begann, über diverse Flughäfen der Welt bis in den Gerichtssaal führt, in dem sich Hanten-Schmidt schon mal mit Kunstfälschungen auseinandersetzt. Am Sonntag liest sie in einer Kooperation mit der Galerie Nanna Preußners bei Felix Jud. Dort ist natürlich auch ihr Buch erhältlich.

Lesung „spiel mit mir“ So 3.9., 14.00, Felix Jud (U/S Jungfernstieg), Neuer Wall 13, Karten 12,- (auch noch an der Tageskasse); www.felix-jud.de

( str )

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