Energiekrise

Gasumlage: Warum 30.000 Hamburger sie nicht zahlen müssen

Die Gasspeicher Deutschlands sind gut gefüllt, der Versorger Uniper wird verstaatlicht. Trotzdem hält die Bundesregierung an der Gasumlage fest.

Die Gasspeicher Deutschlands sind gut gefüllt, der Versorger Uniper wird verstaatlicht. Trotzdem hält die Bundesregierung an der Gasumlage fest.

Foto: imago images/Rupert Oberhäuser

Der Senat setzt Weitergabe der Umlage aus. So viel Geld kann ein durchschnittlicher Hamburger Haushalt sparen.

Hamburg. Gute Nachricht für die 30.000 Gas- und 247.000 Fernwärmekunden der Hamburger Energiewerke (HEnW): Das städtische Unternehmen wird die von der Ampel-Koalition in Berlin beschlossene Gasumlage nicht an seine Kunden weitergeben. Das hat der Aufsichtsrat unter dem Vorsitz von Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne) am Mittwoch beschlossen.

Ein durchschnittlicher Hamburger Haushalt mit einer 80-Quadratmeter-Wohnung und einem Gas-Jahresverbrauch von 10.000 Kilowattstunden komme so bis Ende 2022 auf eine Ersparnis von 79 Euro, so der Senat. Wie es danach weitergeht, ist noch offen. Inwiefern die Fernwärmekunden profitieren, steht aufgrund der komplizierten Preisbildung in diesem Bereich noch nicht fest. Ihnen wird die Umlage aber zumindest nicht gesondert in Rechnung gestellt.

Energiekrise: Hohe Gewinne weitergeben statt Gasumlage einfordern

Die Bundesregierung hält trotz der Verstaatlichung des Energiekonzerns Uniper an der umstrittenen Gasumlage fest. Sie wird nach Angaben von Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) zum 1. Oktober eingeführt und beträgt rund 2,4 Cent pro Kilowattstunde.

Dass Hamburg und seine städtischen Energieunternehmen die Umlage nicht an ihre Kunden weitergeben, begründete Umweltsenator Kerstan mit den unerwartet hohen Gewinnen infolge der steigenden Energiepreise: „Die städtischen Hamburger Energiewerke stehen wirtschaftlich gut da. Diesen Gewinn werden wir an die Kundinnen und Kunden weitergeben, damit sie nicht zusätzlich belastet werden.“ Bis Jahresende entlaste man die Verbraucher um rund 20 Millionen Euro.

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