Wohnen Hamburg

Sorge über steigende Wohnkosten wichtigstes Politthema

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Wohnen in Hamburg ist teuer. Die Kosten für Miete und Energie steigen kontinuierlich (Symbolbild).

Wohnen in Hamburg ist teuer. Die Kosten für Miete und Energie steigen kontinuierlich (Symbolbild).

Foto: imago/Hanno Bode

Laut einer Studie ist dieses Thema in Hamburg wichtiger als alle anderen. Die Demokratie im Norden gilt aber als stabil.

Hamburg.  Das sind zur Abwechslung mal gute Nachrichten in schwierigen Zeiten: Laut einer von der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) in Auftrag gegebenen Studie kann die Demokratie in den beiden norddeutschen Hansestädten Bremen und Hamburg als stabil gelten. „Die Politik genießt vergleichsweise hohes Vertrauen bei den Bürgern, was sich insbesondere in der Zufriedenheit mit der Arbeit ihrer Bürgermeister widerspiegelt“, teilte die Stiftung mit. „Bedrohliche gesellschaft­liche Polarisierungstendenzen konnten nicht verzeichnet werden, obwohl beide Städte unter Wachstumsstress leiden.“

In Hamburg überragten die Sorgen über steigende Wohnkosten alle anderen politischen Themen, so die FES. Interessant sei, dass alle Studienteilnehmer politische Eingriffe in den Wohnungsmarkt befürworteten, wenn auch niemand eine solche politische Maßnahme realistisch erwarte.

Wohnen in Hamburg: Studie offenbart Sorge der Befragten

„In der Innenstadt fühlen sich die Bürger von der Gentrifizierung bedroht und wünschen sich konkrete Lösungen, um Tourismus, Hektik, Lärm und Überfüllung sowie extrem ansteigende Mietpreise zu drosseln“, so Studienautorin Jana Faus. „Diese identifizieren sich stark mit ihrem Stadtteil, während die Außenbezirke sich eher mit Hamburg insgesamt verbunden fühlen.“ In außerstädtischen Bezirken werde die Gentrifizierung begrüßt, da diese die Lebensumgebung aufwertet.

Die Bremer wünschten sich einen zielgerichteten Ausbau der Infrastruktur. Vor allem die Verkehrspolitik lasse die „Emotionen aufwallen“, so Faus.

Corona-Management wird gut bewertet

Die genannten Probleme führten allerdings nicht zu einer Abwendung von der Politik. „Vielmehr wird die Komplexität der Herausforderungen anerkannt und der Politik ein Anteil am eigenen guten Leben zugemessen“, so die FES. „Speziell das Management der Corona-Pandemie wird in beiden Städten positiv bewertet.“

Für die Studie wurden vom 31. Mai bis 15. Juni sechs „Fokusgruppengespräche“ mit insgesamt 38 Teilnehmenden aus Stadtteilen Hamburgs bzw. Bremens geführt, die bei der Bundestagswahl 2021 sehr verschieden gewählt haben. Die Studie ist online verfügbar unter www.fes.de/julius-leber-forum und kann bei der FES als Druckexemplar bestellt werden.

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