Krieg gegen die Ukraine

„Tagebuch des Krieges“: Freiluftausstellung an der Alster

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lryna Tybinka und Darion Akins schauen sich die Bilder an.

lryna Tybinka und Darion Akins schauen sich die Bilder an.

Foto: Ulrich Perrey / dpa

Eindrücke aus der Ukraine werden in den kommenden Tagen am amerikanischen Konsulat in Hamburg ausgestellt.

Hamburg.  „Gestohlene Kindheit“, „Luftalarm“, „Massenmorde“: Diese Themen verarbeitet die ukrainische Künstlerin Angela Kushchyk (48) in Acryl-Zeichnungen, die in den kommenden Tagen am US-Konsulat am Alsterufer ausgestellt werden. Kushchyk ist mit einem Hamburger verheiratet und lebt seit dem vergangenen Sommer in der Hansestadt. Zu Beginn des russischen Angriffskrieges war die Künstlerin in ihrer Heimat. Ihre Eindrücke hielt sie von Ende Februar bis Ende März in Luftschutzbunkern fest.

Freiluftausstellung an der Alster

Ihre Werke erinnern etwa an das Schicksal eines getöteten Radfahrers in Butscha oder den Abschied eines Kindes von seinem Vater, der für den Wehrdienst eingezogen wurde. 17 von Kushchyks Bildern sind nun am Zaun des US-Konsulats angebracht und so zunächst bis Dienstag frei zugänglich zu sehen.

„Kunst war schon immer ein Stimmungsbarometer der Gesellschaft“, sagte die Generalkonsulin der Ukraine, Iryna Tybinka, bei der Ausstellungseröffnung am Freitag. Kushchyks Kunst sei ein „Abbild der Schrecken“ in ihrem Land. Tybinka bedankte sich außerdem für die Waffenlieferung der USA, die durch das „Lend-Lease“-Programm „ohne unnötige Diskussionen, Gespräche und Verzögerungen“ ermöglicht werden soll, sowie für die Hilfe von Hamburgerinnen und Hamburgern für Geflüchtete. Es sei wichtig, sich nicht an den Krieg zu gewöhnen, so die Konsulin: „Gleichgültigkeit tötet besser als Waffen.“

Ausstellung am US-Konsulat ist Teil des Festivals „Ukrainian Days in Hamburg“

Der Generalkonsul der Vereinigten Staaten, Darion Akins, forderte am Freitag erneut das Ende des Krieges und Respekt für die Unabhängigkeit der Ukraine.

Die Ausstellung am US-Konsulat ist Teil des Festivals „Ukrainian Days in Hamburg“, das fortlaufend Veranstaltungen zu ukrainischer Kunst, Kultur und Handwerk ausrichtet. Am Sonntag findet im Rahmen des Festivals auch ein Benefiztag mit Kochworkshop und Podiumsdiskussion zu Kunsträumen im Krieg am Museum am Rothenbaum (MARKK) statt.

( kwr )

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