Krieg in der Ukraine

Geflüchtete ziehen in Hamburger Hotels ein

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Im Hamburger Hotel Baseler Hof werden Geflüchtete aus der Ukraine kostenlos untergebracht.

Im Hamburger Hotel Baseler Hof werden Geflüchtete aus der Ukraine kostenlos untergebracht.

Foto: Michael Rauhe / Michael Rauhe / FUNKE Foto Services

In 20 Häusern stehen insgesamt 700 Zimmer für Gäste aus der Ukraine zur Verfügung. Nicht alle sind kostenlos.

Hamburg.  In drei seiner Hamburger Hotels hat Heiko Fuhlendorf insgesamt 30 Zimmer für Geflüchtete aus der Ukraine reserviert. Am Montag sollten die ersten Gäste eintreffen, die in Fuhlendorfs Heikotels Windsor an der Werner-Otto-Straße und City Nord an der Lauensteinstraße sowie im Appartello an der Sportallee untergebracht werden.

Für die Unterbringung der Gäste bezahlt die Stadt an den Hotelier. „Wir haben der Stadt bereits vor geraumer Zeit ein Angebot gemacht, und nun steht das Kontingent zur Verfügung. Die Geflüchteten wohnen nicht nur bei uns, sondern erhalten auch Vollpension“, sagte Fuhlendorf dem Abendblatt.

20 Hamburger Hotels bringen Geflüchtete aus Ukraine unter – nicht alle kostenlos

Wie berichtet, hatte die Hamburg Tourismus GmbH (HHT) am vergangenen Freitag ein Mailing an die Hamburger Hotellerie versendet und dazu aufgerufen, Zimmer zur Verfügung zu stellen. Dabei sollte es sich „um eine solidarische Unterstützung handeln“. Das heißt, die Kontingente sollten kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Zahlreiche Hotels machen mit, und die ersten Geflüchteten haben bereits Zimmer bezogen. „Bisher haben rund 20 Hotels mehr als 700 Zimmer zur Verfügung gestellt“, sagte HHT-Sprecher Sascha Albertsen.

Allerdings konnte Albertsen nicht sagen, ob diese Zimmer alle kostenlos zur Verfügung gestellt werden oder ob die Stadt für die Unterbringung bezahlt. Denn dem Schreiben der HHT war auch zu entnehmen: „Die Stadt zahlt eine Kompensation, wenn ein Beherbergungsbetrieb komplett zur Verfügung gestellt wird oder wenn ein Beherbergungsbetrieb mindestens 30 Zimmer zur Verfügung stellt.“

Hotel Baseler Hof beherbergt Geflüchtete kostenlos

Im Hostel-Trakt des Rcadia Hotels am Oberen Landweg in Bergedorf, das von Think United betrieben wird, stehen 74 Betten für Geflüchtete zur Verfügung. „Seit einer Woche sind 68 belegt, etwa ein Drittel davon durch Kinder. Unsere Gäste aus der Ukraine werden mit Unterstützung verschiedener Partner verpflegt“, sagte ein Sprecher. Bislang gab es offensichtlich noch keine Zahlungen der Stadt. Der Sprecher sagte: „Aktuell befinden wir uns in Gesprächen mit der zuständigen Behörde über eine mittel- und langfristige Lösung, da geht es dann auch um finanzielle Zuschüsse für die Unterbringung der Gäste aus der Ukraine durch die Stadt.“

Unterdessen stellt das Viersternehotel Baseler Hof an der Esplanade zehn Zimmer für einen Zeitraum von sechs Wochen kostenlos für Geflüchtete zur Verfügung. Direktor Niklaus Kaiser von Rosenburg, der auch Vizepräsident von Dehoga Hamburg ist, hat einen Wunsch an die Stadt: „Den Geflüchteten für einige Wochen Zimmer in den Hotels zur Verfügung zu stellen, ist trotz der Kosten noch machbar. Aber diese Menschen müssen ja auch mit Essen versorgt werden. Die Stadt sollte daher für jeden Geflüchteten eine Lebenskostenpauschale übernehmen, die an die Hotels bezahlt werden und mit der dann die Ausgaben für die Verköstigung der Geflüchteten gedeckt ist.“

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