Denkmalschutz

Mellingburger Schleuse: Sanierung verzögert sich weiter

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Die Mellingburger Schleuse verfällt seit Jahren.

Die Mellingburger Schleuse verfällt seit Jahren.

Foto: Andreas Laible / FUNKE Foto Services

Die Hamburger CDU beklagt, dass die Schleuse in Poppenbüttel weiter verfällt. Baubeginn soll erst 2023 erfolgen. Die Hintergründe.

Hamburg. Die Mellingburger Schleuse ist in einem bemitleidenswert desolaten Zustand. Doch aus den Plänen, in diesem Frühjahr mit der Sanierung zu beginnen, wird offenbar nichts. Die Schleusenanlage am Fuß des gleichnamigen traditionsreichen Ausflugslokals in Poppenbüttel ist marode. Die Holzkonstruktion der Wehranlage ist vom permanenten Kontakt mit dem Wasser brüchig und verwittert, etliche Teile sind schon vor längerer Zeit abgestürzt. Das Bauwerk verfällt zusehends.

In Zusammenarbeit mit dem Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG) habe die Planung der Grundinstandsetzung von Schleuse und Brücken begonnen, hatte das Bezirksamt Wandsbek vor einem Jahr auf Abendblatt-Anfrage erklärt. Anfang 2022 sollten die Bauarbeiten eigentlich beginnen. Doch diese verzögern sich erheblich.

Denkmalschutz als Grund für Verzögerung

Dennis Thering, der Vorsitzende der CDU-Bürgerschaftsfraktion und Kreisvorsitzende der CDU Wandsbek, wollte nun in einer Kleinen Anfrage an den Senat wissen, wie es um die Sanierung der Schleusen im Alstertal steht. „Das Projekt Mellingburger Schleuse befindet sich in einem geschützten Biotop mit hochsensiblem Feuchtbiotop und Auwald. Zusätzlich ist das Gebiet als Ensemble unter Denkmalschutz gestellt. Darüber hinaus liegt sie im Überschwemmungsgebiet Alster“, heißt es in der Senatsantwort.

Auf Grundlage gesetzlicher Rahmenbedingungen in Verbindung mit der Vorplanung seien umfangreiche Untersuchungen mit entsprechenden Zeitbedarfen erforderlich, zum Beispiel eine Biotopkartierung, ein Grundwassermonitoring sowie die hydrodynamische Modellierung der Wasserstände des Oberflächen- und Grundwassers. Diese Untersuchungen und die damit verbundenen Abstimmungsprozesse führten dazu, dass sich der Baubeginn verzögert.“

„Das sind ja alles keine neuen Argumente"

Wolfgang Kühl, CDU-Mitglied im Regionalausschuss Alstertal, lässt diese Begründung nicht gelten: „Das sind ja alles keine neuen Argumente, die hier vorbracht werden.“ Die Behörden hätten schon lange Zeit gehabt, aktiv zu werden.

Der Senat verweist auf die „besonderen fachlichen Anforderungen des Denkmalschutzes“, diese führten zudem dazu, „dass für Planungsleistungen nur wenige bis keine Angebote abgegeben werden“. Der Baubeginn für die Sanierung insbesondere die Grundinstandsetzung der Uferwände der Wehranlage, Geländer, Stemmtore und Brücken sei für Anfang 2023 vorgesehen, der Baubeginn für die Herstellung der Fischaufstiegsanlage für Anfang 2024. Die ebenfalls instandgesetzte Poppenbütteler Schleuse solle im Februar 2022 fertiggestellt werden.

Mellingburger Schleuse existiert seit 1529

„Man kann zusehen, wie der Verfall weitergeht“, sagt Niklaus Kaiser von Rosenburg, der das gleichnamige Hotel und Restaurant oberhalb der Mellingburger Schleuse betreibt. „Ich habe Angst, dass da Fakten entstehen, die sich nicht mehr rückgängig machen lassen.“ Viele Gäste verstünden nicht, dass die Stadt ein solches Denkmal dermaßen verkommen lasse, sagt der Gastronom.

Die Mellingburger Schleuse gibt es an dieser Stelle und in dieser Bauart bereits seit 1529. Das Doppelwehr mit dem knapp 80 Meter langen Schleusenbecken ist ein Kulturdenkmal. Das Restaurant mit Hotel wurde 1717 als Krog eröffnet und versorgte die Treidelschiffer auf dem Alsterlauf.

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