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Bas betont Stellenwert der Vernunft: Nobelpreise überreicht

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Bundestagspräsidentin Bärbel Bas (SPD).

Bundestagspräsidentin Bärbel Bas (SPD).

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Berlin. Angesichts der in der Corona-Pandemie um sich greifenden Verschwörungstheorien hat Bundestagspräsidentin Bärbel Bas den "Stellenwert der Vernunft" betont. Viele Menschen ließen sich in eine Scheinwelt aus Fake-News und gefühlten Wahrheiten treiben, sagte die SPD-Politikerin bei der Überreichung der Nobelpreise an die Wissenschaftler Klaus Hasselmann und Benjamin List am Dienstag in Berlin. Youtube-Videos mögen leichter konsumierbar sein als Studien. "Die Wissenschaft als Quelle methodisch abgesicherten Wissens können sie aber nicht ersetzen. Wir dürfen die Errungenschaften der Aufklärung nicht preisgeben", sagte Bas in ihrer Laudatio laut Redemanuskript.

Die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften hatte im Oktober bekannt gegeben, dass Hasselmann vom Max-Planck-Institut für Meteorologie in Hamburg den Physik-Nobelpreis für Modelle zum Erdklima bekommt. List vom Max-Planck-Institut für Kohlenforschung in Mülheim an der Ruhr erhält den Chemie-Nobelpreis für Methoden zur Beschleunigung chemischer Reaktionen. Beide teilen sich ihre Preise mit anderen Forschern. Wegen der Corona-Pandemie wurden die Wissenschaftler in ihrem Heimatland geehrt.

Bas betonte: "Gerade weil wir in einem Jahrhundert der Komplexität leben, müssen wir den Stellenwert der Vernunft und das Streben nach objektiver Erkenntnis mit aller Kraft verteidigen." Dafür sei die Politik verantwortlich. Parteien, Parlamente, Regierungen und Verwaltungen müssten sich dieser Verantwortung bewusst sein. Sie müssten eine Sprache finden, die Komplexität der Welt nachvollziehbar zu vermitteln. "Wir brauchen als Grundlage unserer Debatten wissenschaftliche Expertise und Erkenntnis. Aber wir dürfen uns nicht hinter Fachtermini verstecken."

Den beiden Preisträgern bescheinigte Bas, dazu beigetragen zu haben, Komplexität zu entschlüsseln, naturwissenschaftliche Zusammenhänge auf das Wesentliche zu reduzieren. "Sie beide haben damit neues Wissen für die Menschheit geschaffen. Wissen, das wir dringend benötigen." So hätten sie Werkzeuge entwickelt, um die Gefahren des menschengemachten Klimawandels besser einschätzen und vorhersagen zu können. Sie lieferten die wissenschaftlichen Grundlagen, um chemische Herstellungsverfahren effizienter und umweltverträglicher zu machen.

© dpa-infocom, dpa:211207-99-294061/2

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