Klimaschutz

Hungerstreik: "Würden wir weitermachen, wir würden sterben"

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Sie befanden sich im Hungerstreik: Henning Jeschke (v.l.), Mephisto, Lina Eichler, Rumen Grabow und Jacob Heinze aus Hamburg.

Sie befanden sich im Hungerstreik: Henning Jeschke (v.l.), Mephisto, Lina Eichler, Rumen Grabow und Jacob Heinze aus Hamburg.

Foto: Imago/epd

Die meisten Aktivisten, die die Kanzlerkandidaten zu einem Gespräch zwingen wollten, haben ihre Aktion beendet. Wie es nun weitergeht.

Hamburg/Berlin. Die Klimaschutz-Aktivisten, die seit mehr als drei Wochen vor dem Reichstag in Berlin im Hungerstreik sind, haben ihre Aktion, mit der sie die Kanzlerkandidaten von SPD, CDU und Grünen zu einem öffentlichen Gespräch zwingen wollten, beendet.

Die Gruppe teilt am Mittwoch mit: "Nach Lina Eichler und Mephisto, die nach einem Krankenhausaufenthalt am Sonntag bereits das Hungern beendet hatten, haben mittlerweile auch Jacob Heinze, Rumen Grabow und Simon Helmstedt wieder angefangen zu essen, um zu Kräften zu kommen. Sie haben jeweils bis zu zehn Kilo Gewicht verloren."

Klimaschutz: Hamburger Aktivist beendet Hungerstreik

Der Hamburger Jacob Heinze war zwischenzeitlich mehrfach in ärztlicher Behandlung, war aber trotzdem am Wochenende in den Kreis der Gruppe zurückgekehrt, die sich mit dem angekündigten Ende des Hungerstreiks am Mittwoch endgültig aufgespalten hat: Ob Henning Jeschke, der Anfang der Woche angekündigt hatte, auch das Trinken einzustellen, seine lebensgefährliche Aktion ebenfalls beendet, geht aus der Mitteilung nicht hervor. Dort heißt es, man spreche nicht "im Namen der Menschen im angekündigten trockenen Hungerstreik". Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur will Jeschke zusammen mit einer nicht namentlich bekannten Mitstreiterin weitermachen.

Zuvor hatten sich Appelle an die jungen Menschen gehäuft, in denen darum gebeten wurde, die Aktion zu beenden, bevor es zu bleibenden gesundheitlichen Schäden kommt. Olaf Scholz hatte sich am vergangenen Freitag mit dem Hamburger Jacob Heinze und Lina Eichler getroffen: Beide hatten dies aber nicht als Erfolg gewertet. In Hamburg und weiteren Städten war es in dieser Woche zu solidarischen "Fastenaktionen" gekommen, unter anderem auf dem Rathausmarkt. Auch die Mutter des Hamburger Aktivisten wollte teilnehmen.

Am Freitag plant das Klimaschutz-Bündnis Fridays for Future eine Großkundgebung in Hamburg. Die Hungerstreik-Gruppe ruft zur Teilnahme an diesem "Klimastreik" auf. Die Politik sei "nicht bereit, der Krise in die Augen zu sehen. Aber die Gesellschaft ist bereit". Deswegen würden die Klimaschützer "den Aufbruch selbst in die Hand nehmen". Ob die nach mehr als drei Wochen ohne Nahrung geschwächten jungen Frauen und Männer in der Lage sind, schon in zwei Tagen zu demonstrieren, ist nicht bekannt.

( josi )

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