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Inzidenz in Kiel steigt über Grenzwert von 100

| Lesedauer: 17 Minuten
Bund und Länder erhöhen den Druck auf Ungeimpfte

Bund und Länder erhöhen den Druck auf Ungeimpfte

Die Spitzen von Bund und Ländern haben sich darauf verständigt, die kostenlosen Corona-Bürgertests zum 11. Oktober abzuschaffen, die Getesteten werden dann selbst zur Kasse gebeten. Zugleich kommen auf die noch nicht Geimpften ab dem 23. August verschärfte Testvorschriften zu.

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Der Überblick: Zahl neuer Fälle auf Sylt binnen weniger Tage verdoppelt. Corona-Ausbruch in Kita bei Hamburg – zehn Kinder infiziert.

Hamburg. Seit einer Woche läuft die Schule in Hamburg wieder. Verglichen mit dem Ferienbeginn sind die Corona-Zahlen in der Stadt inzwischen durch die Decke gegangen. In den Schulen ist das noch nicht zu spüren.

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Nur mal schnell zum Impfen und schon kurz nach dem ersten Piks keine Test-Nervereien mehr? Möglich macht's der lange geschmähte Impfstoff von Johnson & Johnson, der in Hamburg mittlerweile wieder nachgefragt wird. Und auch Fußballfans sollen die Ärmel hochkrempeln. Alle Infos in unserem Newsblog.

Die Corona-Nachrichten für Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen am 12. August:

Die aktuellen Corona-Fallzahlen aus ganz Norddeutschland:

  • Hamburg: 740 neue Corona-Fälle (gesamt seit Pandemie-Beginn: 115.251), 207 Covid-19-Patienten in Krankenhäusern (davon auf Intensivstationen: 67), 1892 Todesfälle (+4). Sieben-Tage-Wert: 248,3 (Stand: Mittwoch)
  • Schleswig-Holstein: 907 neue Corona-Fälle (97.283), 207 Covid-19-Patienten in Krankenhäusern (Intensiv: 58). 1800 Todesfälle (+4). Sieben-Tage-Wert: 1527; Hospitalisierungsinzidenz: 4,05 (Stand: Dienstag).
  • Niedersachsen: 3066 neue Corona-Fälle (378.234), 220 Covid-19-Patienten in intensivmedizinischer Behandlung in Krankenhäusern, 6373 Todesfälle (+27). Sieben-Tage-Wert: 207; Hospitalisierungsinzidenz: 7,3 (Stand: Mittwoch).
  • Mecklenburg-Vorpommern: 1539 neue Corona-Fälle (73.687), 386 Covid-19-Patienten in Krankenhäusern (Intensiv: 96), 1337 (+2) Todesfälle, Sieben-Tage-Wert: 417,7; Hospitalisierungsinzidenz: 8,3 (Stand: Mittwoch).
  • Bremen: 233 neue Corona-Fälle (39.824), 76 Covid-19-Patienten in Krankenhäusern (Intensiv: 30), 546 Todesfälle (+2). Sieben-Tage-Wert Stadt Bremen: 210,9; Bremerhaven: 223,7; Hospitalisierungsinzidenz Bremen: 6,18, Bremerhaven: 7,93 (Stand: Dienstag; Bremen gibt die Inzidenzwerte getrennt nach beiden Städten an).

Inzidenz in Kiel steigt über Grenzwert von 100

Während die Corona-Inzidenz in Schleswig-Holstein bei 47,8 liegt und damit leicht gesunken ist, hat der Wert in Kiel nun den Wert 100 überschritten. Die Zahl der Neuinfizierten je 100.000 Einwohner binnen einer Woche stieg in der Landeshauptstadt auf 107,4. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts hat Kiel die höchste Inzidenz unter den deutschen Kreisen und kreisfreien Städten. Schleswig-Holstein liegt demnach bei der Inzidenz hinter Hamburg auf Platz zwei.

Am Donnerstag wurden im Land 217 neue Corona-Fälle gemeldet. Am Vortag waren es 266, vor einer Woche 231. Unverändert 1641 Personen sind seit Beginn der Pandemie an Covid-19 gestorben. In den Krankenhäusern werden aktuell 45 Corona-Patienten behandelt – einer weniger als am Vortag. Davon liegen zwölf auf der Intensivstation (+2). Die zweithöchste Inzidenz im Land hat Flensburg mit 90,9, gefolgt von Neumünster mit 72,3. Die niedrigsten Werte verzeichnen die Kreise Ostholstein (15,5), Rendsburg-Eckernförde (32,1) und Schleswig-Flensburg (34,8).

Mehr als 1500 Seeleute im Hamburger Hafen gegen Corona geimpft

Im Hamburger Hafen sind inzwischen mehr als 1500 Seeleute aus aller Welt von den Behörden gegen das Coronavirus geimpft worden. Das teilte der Senat der Hansestadt am Donnerstag mit. Hamburg hatte nach eigenen Angaben als eine der ersten Hafenstädte überhaupt vor etwa sechs Wochen begonnen, Crewmitglieder von Kreuzfahrt- und Frachtschiffen kostenlos zu impfen. Es gibt Termine beim Hafenärztlichen Dienst, zudem ist ein mobiles Impfteam in der Seemannsmission im Einsatz.

Die Impfungen seien nicht nur ein Beitrag zur Stabilisierung der globalen Lieferketten und zur Vermeidung von Todesfällen an Bord, erklärte der Senat. Für viele Seeleute seien sie auch die einzige Möglichkeit, ihre Familien in der Heimat wiederzusehen. Wegen der Corona-Beschränkungen sind Reisen für Ungeimpfte oft unmöglich.

Der Hamburger Wirtschaftssenator Michael Westhagemann (parteilos) sprach von einem „Zeichen an die Seeleute“. Hamburg biete die kostenlosen Impfungen bis zum 30. September weiter an, erklärte er.

Razzia bei Corona-Skeptiker: „Maskenbefreiung“ falsch?

Sein alter Youtube-Kanal ist von dem Video-Portal inzwischen gelöscht worden, weil er „medizinische Fehlinformationen“ im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie verbreitet haben soll. Jetzt hat Frederik M. (30) alias Corona-Skeptiker Freddy Independent auch noch Ärger mit den Behörden.

Beamte des LKA 53 durchsuchten am Donnerstagmorgen seine Wohnung in Fischbek. „Sie sicherten Speichermedien, einen PC und Mobiltelefone“, sagte Polizeisprecher Florian Abbenseth auf Anfrage. Die Ermittlungen liefen unter dem Verdacht des „Gebrauchens unrichtiger Gesundheitszeugnisse“. Anlass für die Ermittlungen: Unter anderem in einem Interview mit einem Fernsehsender hatte Frederik M. behauptet, er besitze ein ärztliches Attest, das ihn von der Maskenpflicht befreit. Und eine „Maskenbefreiung“ in digitaler Form soll er auch am Eingang des Amtsgerichts Altona vorgezeigt haben, kurz bevor im April der Prozess gegen ihn startete.

Das Amtsgericht hatte Frederik M. damals zu einer Geldstrafe von 3200 Euro verurteilt. Hintergrund: Der Youtuber hatte sich geweigert, in einem Hamburger Kino eine Maske zu tragen, deshalb kam es zum Streit mit einem Popcorn-Verkäufer. Ein Video vom Zoff – für den Kino-Mitarbeiter eine Art „digitaler Pranger“ – stellte er ins Internet.

Distanzunterricht in Leck: 420 Schüler zum Massentest eingeladen

In Leck musste am Mittwoch eine Gemeinschaftsschule für einige Tage schließen und in den Distanzunterricht gehen. Der PCR-Test eines Schulkindes war positiv ausgefallen, und die Kontaktverfolgung hatte ergeben, dass es Kontakt mit Schülern aus fast allen Klassen hatte. Wie der Sprecher des Kreises Nordfriesland mitteilte, zeigten auch mehrere andere Kinder Corona-Symptome.

Das Gesundheitsamt empfahl daraufhin die Schließung und lädt nun für Montag alle knapp 420 Schüler der Schule sowie die Beschäftigen zu einem PCR-Test ein. Die Ergebnisse werden am Dienstag oder Mittwoch erwartet. Für Negativ-Getestete kann der Präsenzunterricht am Mittwoch oder Donnerstag wieder beginnen.

Rund 200 neue Corona-Fälle an Schulen im Norden

An den Schulen in Schleswig-Holstein sind von Montag bis Mittwoch dieser Woche insgesamt 199 Corona-Neuinfektionen gemeldet worden. 198 Fälle davon betrafen Schüler, einer eine Lehrkraft. Dies geht aus Angaben des Bildungsministeriums vom Donnerstag hervor. Der Anteil der Schüler an allen Neuinfektionen im Land ist unterschiedlich: Am Mittwoch waren es 49 von 266, am Dienstag 80 von 282 und am Montag 69 von 172. In der gesamten Vorwoche wurden 294 Schüler-Fälle gemeldet – bei 362.000 Schülern an fast 800 Schulen im Land.

Bildungsministerin Karin Prien bekannte sich ausdrücklich zum Präsenzunterricht und betonte den Stellenwert des Impfens. „Im vergangenen Jahr wurde der Präsenzunterricht eingeschränkt, weil ältere Menschen und vulnerable Gruppen noch keine Impfangebote hatten“, erläuterte die CDU-Politikerin. Die Situation habe sich geändert. Alle Schleswig-Holsteiner ab 12 Jahren hätten ein Impfangebot bekommen. „Von den Erwachsenen erwarte ich auch, dass sie es wahrnehmen, wenn es ihnen gesundheitlich möglich ist.“

Es sei ethisch nicht vertretbar, müssten Schüler auf Präsenzunterricht verzichten, weil sich Erwachsene nicht impfen lassen wollten, sagte Prien. Für Kinder sei Covid-19 kein solches Gesundheitsrisiko wie für Erwachsene. „Daher ist auch ein vermehrtes Auftreten von Infektionen mit leichten Verläufen bei Kindern und Jugendlichen kein Grund, um den Präsenzunterricht einzuschränken.“

Corona: UKE erprobt möglichen Wirkstoff gegen schwere Verläufe

Kommt aus Hamburg neue Hoffnung für Corona-Kranke? Das Universitätsklinikum Eppendorf (UKE) erprobt jetzt die Wirksamkeit des monoklonalen Antikörpers Adrecizumab bei moderat bis schwer erkrankten Covid-19-Patientinnen und -Patienten. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert die klinische Studie bis 2025 mit mehr als vier Millionen Euro, wie das Krankenhaus am Donnerstag bekannt gab.

Der Antikörper befinde sich bereits zur Behandlung septischer Schocks in der klinischen Erprobung. Adrecizumab binde an das körpereigene und gefäßaktive Peptid Adrenomedullin und solle insbesondere sepsis- und entzündungsbedingte Gefäßschäden vermeiden. Frühere Studien hätten gezeigt, dass ansteigende Adrenomedullin-Werte einen ungünstigen Krankheitsverlauf bei Covid-19 vorhersagen.

Mehr als 200 Patientinnen und Patienten mit schwerer Covid-19-Erkrankung und Organversagen sollen nun im Rahmen der Studie mit dem Wirkstoff behandelt werden. Mit ersten Ergebnissen rechnen die UKE-Wissenschaftler um die leitenden Intensivmediziner Stefan Kluge und Mahir Karakas für Ende kommenden Jahres.

Sylt: Zahl neuer Corona-Fälle binnen weniger Tage verdoppelt

Auf der Nordseeinsel Sylt steigen die Neuinfektionen mit dem Coronavirus rasant: Innerhalb von neun Tagen hat sich die Zahl der gemeldeten Fälle verdoppelt. Am 2. August waren 24 Menschen an Covid-19 erkrankt, 125 Personen befanden sich in Quarantäne. Neun Tage später hat sich das Bild auf der beliebten Urlaubsinsel bereits deutlich verändert: Der Kreis Nordfriesland meldete 48 Erkrankte und 188 Personen in Quarantäne. Damit macht Sylt fast die Hälfte aller Corona-Fälle im Landkreis aus.

"Wir haben auch an anderen Stellen des Kreisgebiets immer wieder Fallaufkommen, doch konzentriert sich das Geschehen häufig tatsächlich auf der Insel Sylt", bestätigte Hans-Martin Slopianka, Sprecher des Kreises Nordfriesland. Das liege an verschiedenen Faktoren: Sylt sei ausgebucht, es kämen auf teilweise kleinem Raum viele Menschen – Urlauber, Einheimische und (saisonal) Beschäftigte – miteinander in Kontakt.

Ein konkretes Ausbruchsgeschehen gebe es nicht, so Slopianka. Vielmehr würden sich die Infektionen auf verschiedene Bereiche wie Schule, Privathaushalte oder einzelne Betriebe verteilen. Reiserückkehrer seien jedoch nicht hauptverantwortlich für die Zahlen auf der Insel. "Seit dem 1. Juli bis gestern haben wir auf Sylt 331 PCR-positive Menschen verzeichnet, von denen nach unserer Kenntnis insgesamt 16 Reiserückkehrer waren", erklärte der Sprecher.

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1500 Seeleute aus aller Welt im Hamburger Hafen geimpft

Gut sechs Wochen nach Start der Seefahrer-Impfungen im Hamburger Hafen haben sich bereits mehr als 1500 Seeleute von Handels- und Kreuzfahrtschiffen aus aller Welt gegen Corona impfen lassen. Die Impfkampagne werde gut angenommen, sagte Wirtschaftssenator Michael Westhagemann (parteilos) am Donnerstag. Als einer der ersten Häfen weltweit setze sich Hamburg für kostenfreie Impfungen unabhängig von der Nationalität der Seeleute ein. „Dies ist ein tolles Zeichen für die Seeleute, die nun geschützt zu ihren Familien zurückkehren können, und hilft zukünftig weiterhin die globalen Lieferketten zu stabilisieren.“

Noch bis zum 30. September bietet der Hafenärztliche Dienst die Corona-Schutzimpfungen dienstags und donnerstags an. Sonnabends und sonntags ist das mobile Impfteam der Stadt in der Seemannsmission in Waltershof.

Corona-Zahlen für Hamburg: Inzidenz steigt rasant

Am Donnerstag hat die Sozialbehörde 273 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das sind 43 Fälle mehr als am Mittwoch und 89 mehr als am Donnerstag vor einer Woche (184 Fälle). Damit steigt der Inzidenzwert erneut deutlich auf nun 77,4 (Vortag: 72,7) Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen.

Seit Beginn der Pandemie wurden in der Hansestadt 81.132 Corona-Infektionen registriert. Von ihnen gelten nach Schätzungen des Robert-Koch-Instituts 77.100 als genesen. Dem Institut zufolge haben in Hamburg bislang 1.211.951 Menschen zumindest eine Erstimpfung erhalten, 1.009.822 Personen sind vollständig geimpft.

In Hamburger Krankenhäuser werden aktuell 61 Corona-Patienten behandelt. 18 Menschen sind so schwer erkrankt, dass sie intensivmedizinisch betreut werden müssen. Die Behörde meldete keinen weiteren Todesfall im Zusammenhang mit dem Virus. Bislang sind 1630 Menschen gestorben.

Impfung mit Kochsalzlösung: Anwalt widerspricht Ermittlern

Eine Krankenschwester im Landkreis Friesland wird verdächtigt, mehreren Tausend Menschen Kochsalzlösung statt Corona-Impfstoff gespritzt zu haben. Ihr Anwalt sieht das anders. Hier lesen Sie den vollständigen Artikel über den Impfskandal in Schortens.

Sieben-Tage-Inzidenz in Niedersachsen steigt – 437 neue Fälle

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Niedersachsen steigt weiter. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) lag der Wert am Donnerstag bei 20,7 – so viele neue Corona-Infektionen pro 100.000 Einwohner wurden in den vergangenen sieben Tagen gemeldet. Am Vortag lag die Inzidenz bei 18,8. Landesweit kamen 437 neue Infektionen hinzu. Vier weitere Todesfälle wurden registriert.

In Bremen lag die Sieben-Tage-Inzidenz am Donnerstag bei 28,0 – am Vortag war ein Wert von 25,8 gemeldet worden. 46 Neuinfektionen wurden im kleinsten Bundesland registriert. Weitere Todesfälle in Zusammenhang mit dem Virus gab es nicht.

Die niedersachsenweit höchste Sieben-Tage-Inzidenz hatte erneut Wolfsburg mit 58,7. Danach folgten die Stadt Oldenburg (42,6), der Heidekreis (41,2) und der Landkreis Verden (36,5). Die niedrigsten Werte meldeten die Landkreise Leer (4,1) und Friesland (5,1).

Nach Daten des Divi-Intensivregisters wurden in Niedersachsen am Donnerstag 21 Menschen mit Covid-19 in Krankenhäusern behandelt, 12 von ihnen wurden invasiv beatmet. Die Zahl der freien Intensivbetten lag bei 305, davon haben 143 eine spezielle Ausstattung zur Behandlung von Corona-Patienten. Divi steht für Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin.

Corona-Ausbruch in Kita bei Hamburg – zehn Kinder infiziert

Das Gesundheitsamt des Kreises Stormarn meldet von Dienstag- auf Mittwochnachmittag (Stand: 14.45 Uhr) 20 Neuinfektionen in Stormarn mit dem Coronavirus. Der Inzidenzwert steigt in diesem Zeitraum von 39,3 auf 40,5 Infektionen pro 100.000 Einwohner. Die Gesamtzahl der klinisch bestätigten Covid-19-Fälle hat sich auf 7363 erhöht. 6893 Personen gelten als genesen, 162 sind aktuell infiziert.

Während es derzeit keine nachgewiesenen Corona-Erkrankungen in Alten- und Pflegeheimen sowie Betrieben gibt, ist jedoch eine Kita im Kreis betroffen. Laut Abendblatt-Informationen gab es einen Corona-Ausbruch an einer Kita in Oststeinbek. Das bestätigte ein Sprecher des Kreises am Donnerstag. Zehn Kinder hätten sich dort mit dem Virus infiziert.

Diese Corona-Impfstoffe sind in Deutschland zugelassen

  • Biontech/Pfizer: Der erste weltweit zugelassene Impfstoff gegen das Coronavirus wurde maßgeblich in Deutschland entwickelt. Der mRNA-Impfstoff, der unter dem Namen Comirnaty vertrieben wird, entwickelt den vollen Impfschutz nach zwei Dosen und ist für Menschen ab 12 Jahren zugelassen. Laut Bundesgesundheitsministerium (BMG) hat er eine Wirksamkeit von 95 Prozent – das heißt, die Wahrscheinlichkeit, an Covid-19 zu erkranken, sinkt bei Geimpften um den genannten Wert.
  • Astrazeneca: Der Vektorimpfstoff des britischen Pharmaunternehmens wird unter dem Namen Vaxzevria vertrieben. Aufgrund von sehr seltenen schweren Nebenwirkungen (in 31 von 2,4 Millionen Fällen traten bei jüngeren Patienten nach einer Impfung mit Vaxzevria Hirnvenen-Thrombosen auf) empfiehlt die Bundesregierung, den Impfstoff nur für Patienten zu verwenden, die älter als 60 Jahre sind. Offiziell zugelassen ist der Impfstoff aber für Menschen ab 18 Jahren. Vaxzevria weist laut BMG nach zwei Impfdosen eine Wirksamkeit von bis zu 80 Prozent auf.
  • Moderna: Der von dem US-Unternehmen entwickelte mRNA-Impfstoff mit dem Vertriebsnamen Spikevax ist für alle ab 12 Jahren zugelassen. Der Moderna-Impfstoff hat laut BMG eine Wirksamkeit von 95 Prozent, wenn der volle Impfschutz nach zwei Impfdosen erreicht worden ist.
  • Johnson&Johnson: Das US-Unternehmen hat einen Vektorimpfstoff entwickelt, der bereits nach einer Impfdosis den vollen Schutz vor dem Coronavirus entwickelt. Er wird derzeit noch unter dem Namen Covid-19 Vaccine Janssen (Ad26.COV2.S) vertrieben. Das Präparat hat laut BMG eine Wirksamkeit von etwa 65 Prozent. Auch für diesen Impfstoff gilt wegen sehr seltener Nebenwirkungen die Empfehlung, ihn für Patienten zu verwenden, die älter als 60 Jahre sind. Zugelassen ist er ebenfalls ab 18 Jahren.
  • Weitere Impfstoffe sind in der Entwicklung: Weltweit befinden sich diverse Vakzine in verschiedenen Phasen der Zulassung. Die EMA prüft weiterhin die Impfstoffe des deutschen Unternehmens CureVac und des US-Konzerns Novavax, den umstrittenen russischen Impfstoff Sputnik V sowie die Impfstoffe der Hersteller Sinovac und Sanofi.

Bislang nur wenig Corona-Fälle an Hamburgs Schulen

Seit Beginn des neuen Schuljahres vor einer Woche sind der Hamburger Schulbehörde 193 infizierte Schülerinnen und Schüler gemeldet worden. Dabei handele es sich um Meldungen der Familien, sagte Schulsenator Ties Rabe (SPD). Sie seien nicht an den Schulen passiert, „sondern schon vor Beginn des Schulbetriebs und somit im privaten Umfeld, wahrscheinlich überwiegend beim Aufenthalt in Hochrisiko- oder Virusvarianten-Gebieten beziehungsweise in der Folge davon.“

Die Infektionszahlen zeigten „schmerzhaft“, dass es vom Bund „mehr als fahrlässig war, die Corona-Einreiseregeln erst so spät und für Hamburg zu spät“ anzupassen, sagte Rabe. Hamburg war nach Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern eines des ersten Länder, in denen die Ferien zu Ende gingen.

Seit vergangenen Donnerstag läuft der Unterricht in den Schulen wieder in voller Präsenz. Eine Auswertung der für Schüler verpflichtenden zwei Corona-Selbstschnelltest pro Woche wird laut Behörde erst Anfang kommender Woche vorliegen. Auch vier Schulbeschäftigte hätten sich seit dem Schulstart am vergangenen Donnerstag infiziert.

Die wichtigsten Corona-Themen im Überblick

Terminlose Impfung mit Johnson & Johnsen im Impfzentrum

Ab sofort könnten sich Impfwillige im Zentralen Impfzentrum terminlos mit der nur ein Mal notwendigen Impfung mit dem Mittel des Herstellers Johnson & Johnsen vor Corona schützen, sagte der Sprecher der Gesundheitsbehörde, Martin Helfrich, am Donnerstag. Hier erfahren Sie mehr über den Kurswechsel im Impfzentrum.

Nicht nur für Fußballfans: Große Impfaktion im Millerntor-Stadion

Am kommenden Sonntag, zwei Tage nach dem Stadtderby der Zweitligisten, können sich die Fans des HSV und FC St. Pauli, aber auch andere Interessierte ab 16 Jahre, am Ort des Geschehens, im Millerntor-Stadion, impfen lassen. Gewinner dieser dritten Halbzeit sei in jedem Fall die Impfquote, sagte Helfrich. Wer sich am Sonntag von 11.00 bis 18.00 Uhr dort impfen lasse, erhalte zudem einen Rabatt-Gutschein für den St. Pauli-Fanshop.

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„Über die Unterstützung des FC St. Pauli freuen wir uns sehr“, sagte Gesundheitssenatorin Melanie Leonhard (SPD). „Durch die große Fangemeinschaft und gute Vernetzung wollen wir noch mehr Menschen erreichen.“ Mit jeder Impfung werde die Rückkehr zur Normalität möglicher. „Und unabhängig vom fußballerischen Ergebnis ist schon jetzt klar: Beim Impfen gibt es nur Gewinner!“

Die Kiez-Kicker betrachteten eine Impfung als „solidarischen Beitrag für die gesamte Gesellschaft“, sagte Pauli-Präsident Oke Göttlich. Jeder habe die Wahl, sich nicht impfen zu lassen, „aber dadurch nicht das Recht, anderen Schritte in eine neue Normalität zu erschweren“.

Lesen Sie hier den Corona-Newsblog für Hamburg und den Norden vom Mittwoch

( mar/leo/suk/isa/dah/dpa/afp )

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