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Inzidenzwert in Schleswig-Holstein sinkt weiter

| Lesedauer: 31 Minuten

Corona-Impfgipfel: Tschentscher stellt die Ergebnisse vor

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Der Überblick: Hamburgs Senat berät am Dienstag über Lockerungen. Nordsee-Inseln werden keine Modellregion

Hamburg. Es geht in die richtige Richtung: In Hamburg ist der Sieben-Tage-Wert zuletzt stetig gesunken und liegt aktuell sogar knapp unter dem Grenzwert von 100. Am Montag wurden in der Hansestadt 190 Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Auch in Schleswig-Holstein mit seinen Modellregionen liegt die Inzidenz mit einem Wert von 56,9 im bundesweiten Vergleich auf einem niedrigen Niveau.

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Beim Tempo in der Entwicklung von Corona-Medikamenten war dagegen jüngst etwas Ernüchterung eingetreten. Ein Unternehmen aus Niedersachsen arbeitet mit daran, dass sich das bald ändert. Vor allem die schweren Fälle hat das Braunschweiger Start-up im Blick. Alle Infos in unserem Newsblog.

Die Corona-Nachrichten für Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen am 3. Mai:

Die aktuellen Corona-Fallzahlen aus ganz Norddeutschland:

  • Hamburg: 2311 neue Corona-Fälle (gesamt seit Pandemie-Beginn: 430.228), 465 Covid-19-Patienten in Krankenhäusern (davon auf Intensivstationen: 44), 2373 Todesfälle (+2). Sieben-Tage-Wert: 1435,3 (Stand: Sonntag).
  • Schleswig-Holstein: 1362 Corona-Fälle (477.682), 623 Covid-19-Patienten in Krankenhäusern (Intensiv: 39). 2263 Todesfälle (+5). Sieben-Tage-Wert: 1453,0; Hospitalisierungsinzidenz: 7,32 (Stand: Sonntag).
  • Niedersachsen: 12.208 neue Corona-Fälle (1.594.135), 168 Covid-19-Patienten auf Intensivstationen, 7952 Todesfälle (+2). Sieben-Tage-Wert: 1977,6; Hospitalisierungsinzidenz: 16,3 (Stand: Sonntag).
  • Mecklenburg-Vorpommern: 700 neue Corona-Fälle (381.843), 768 Covid-19-Patienten in Krankenhäusern (Intensiv: 76), 1957 Todesfälle (+2), Sieben-Tage-Wert: 2366,5; Hospitalisierungsinzidenz: 11,9 (Stand: Sonntag).
  • Bremen: 1107 neue Corona-Fälle (145.481), 172 Covid-19-Patienten in Krankenhäusern (Intensiv: 14), 704 Todesfälle (+0). Sieben-Tage-Wert Stadt Bremen: 1422,6; Bremerhaven: 2146,1; Hospitalisierungsinzidenz (wegen Corona) Bremen: 3,88; Bremerhaven: 7,04 (Stand: Sonntag; Bremen gibt die Inzidenzen getrennt nach beiden Städten an).

Schleswig-Holstein: Inzidenz sinkt weiter

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Schleswig-Holstein ist am Montag leicht weiter gesunken. Die Zahl der Corona-Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen lag bei 56,9 (58,0 am Sonntag), wie aus Daten des Gesundheitsministeriums in Kiel zu den Corona-Neuinfektionen hervorgeht (Stand: 3. Mai, 20.11 Uhr). Am Sonntag hatte der Wert bei 58,0 gelegen, am Samstag bei 58,6. Innerhalb eines Tages kamen 133 neue Infektionen hinzu.

Die Zahl der an oder mit Corona gestorbenen Menschen stieg um 2 auf 1515. In Kliniken lagen wegen Covid-19 am Montag den Angaben nach 162 Menschen - 4 mehr als am Vortag. 47 von ihnen liegen auf der Intensivstation, 26 Corona-Patienten und -Patientinnen wurden beatmet.

Die kritische Schwelle von 100 bei der Sieben-Tage-Inzidenz überschritt weiterhin kein Kreis. Die höchsten Werte verzeichneten Stormarn (84,8) und Neumünster (81,1). Die niedrigsten Zahlen gab es in Schleswig-Flensburg (32,3) und Flensburg (32,2).

Landkreis Nienburg auch Hochinzidenzkommune

Der Landkreis Nienburg/Weser ist zur Hochinzidenzkommune erklärt worden. Weil die Sieben-Tage-Inzidenz an drei aufeinanderfolgenden Tagen über 100 lag, ziehe der Landkreis die Notbremse, hieß es in einer Mitteilung. Sie umfasst neben der Ausgangssperre von 22 Uhr bis 5 Uhr auch weitere Einschränkungen. Dies gilt von Mittwoch an. Die Inzidenz lag am Montag bei 106,3.

Die Bundes-Notbremse greift, wenn die Sieben-Tage-Inzidenz an drei aufeinander folgenden Tagen den Grenzwert von 100 überschreitet. Dann gelten vom übernächsten Tag an strengere Regeln wie eine nächtliche Ausgangsbeschränkung. Ein Haushalt darf sich nur mit einer weiteren Person treffen; Kinder bis 14 Jahre werden nicht mitgezählt.

Wenn an fünf aufeinander folgenden Werktagen die Sieben-Tage-Inzidenz von 100 unterschritten wird, werden die Einschränkungen ab dem übernächsten Tag aufgehoben.

Niedersachsen plant Lockerungen für Orte mit niedriger Inzidenz

Nach monatelangem Lockdown will Niedersachsen die Corona-Beschränkungen angesichts rückläufiger Zahlen vorsichtig lockern. Dies soll in Kreisen und Städten der Fall sein, in denen die Sieben-Tage-Inzidenz belastbar unter 100 liegt, kündigte die Staatskanzlei in Hannover am Montag an. Die mit der neuen Corona-Verordnung des Landes ab kommendem Wochenende ins Auge gefassten Lockerungen wollen Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) und Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) nach einer Kabinettssitzung am Dienstag vorstellen. Unter anderem geht es um Tourismus und Gastronomie sowie den Einzelhandel.

Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) will verbesserte Möglichkeiten für den Schulunterricht präsentieren. Bislang hat das Land an seinem restriktiven Kurs festgehalten, dass Schulen ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von 100 größtenteils in den Distanzunterricht wechseln. Vielversprechend angelaufen sind inzwischen regelmäßige Schnelltests aller Schülerinnen- und Schüler vor dem Schulbesuch. Auch daran wollte der Kultusminister mögliche Lockerungen koppeln.

Gericht: Maskenpflicht in Lüneburg ist unwirksam

Das niedersächsische Oberverwaltungsgericht hat die Maskenpflicht für die Lüneburger Innenstadt für nicht rechtens erklärt. Der 13. Senat gab der Antragstellerin aus dem Lüneburger Umland am Montag in dem Beschwerdeverfahren Recht (Az.:13 ME 234/21). Sie hatte angeführt, dass es sich um keine notwendige Schutzmaßnahme handele. Eine Anordnung unabhängig von einem Inzidenzwert sei rechtswidrig.

Das Verwaltungsgericht Lüneburg hatte den Antrag auf Gewährung vorläufigen Rechtsschutzes mit Beschluss vom 22. April 2021 abgelehnt (Az.: 6 B 41/21). Der Beschluss des OVG ist unanfechtbar. Er gilt derzeit aber nur zugunsten der Antragstellerin. Bis zu einer etwaigen Neuregelung durch den Landkreis ist die Maskenpflicht in ihrer gegenwärtigen Fassung weiter gültig.

Der Landkreis Lüneburg hatte am 30. März eine Allgemeinverfügung erlassen, die in bestimmten Bereichen der Innenstadt und für alle Testzentren eine Pflicht zum Tragen einer medizinischen Mund-Nasen-Bedeckung anordnet. Der Landkreis habe nicht nur ausgewählte, enge Bereiche der Fußgängerzone, sondern deutlich darüber hinausgehende Teile der Innenstadt bestimmt, schrieb das Gericht.

Ostfriesische Inseln werden keine Modellregion

Das Pilotprojekt zur Öffnung von Tourismus und Gastgewerbe auf den Ostfriesischen Inseln ist nach Angaben von Langeoogs Inselbürgermeisterin, Heike Horn (parteilos), in seiner bislang geplanten Form vom Tisch. Das habe eine Gesprächsrunde von Niedersachsens Gesundheitsministerin Daniela Behrens und Umweltminister Olaf Lies (beide SPD) sowie den sieben Inselbürgermeistern am Montag ergeben. „Es wird eine Pandemieverordnung geben, die für ganz Niedersachsen gilt, bei der es für die Inseln keine Ausnahmeregelung geben wird“, sagte Horn der Deutschen Presse-Agentur nach der Gesprächsrunde.

Dennoch soll bei künftigen Öffnungsschritten auf zentrale Punkte des Konzepts, wie etwa eine umfassende Teststrategie und ein digitales Kontaktnachverfolgungssystem, zurückgegriffen werden. Das Konzept sei von allen Seiten als „sehr gut erachtet worden“, sagte Horn. Es werde aber nicht eins zu eins umgesetzt. Vielmehr müssten nun Details einer neuen Corona-Verordnung, die am Dienstag nach einer Kabinettssitzung der Landesregierung vorgestellt werden soll, abgewartet werden.

Umweltminister Olaf Lies sagte mit Blick auf die Bestandteile des Öffnungs-Konzept der Inseln im Anschluss an das Gespräch: „Ich bin überzeugt, dass sich ein ganz großer Teil davon, auch in der nächsten Verordnung schon wiederfindet und sicherlich auch in folgenden Verordnungen, die wir noch erarbeiten.“

Wie mögliche Öffnungen nun etwa im Insel-Tourismus aussehen könnten, blieb am Montag zunächst unklar. „Es wird jetzt in kleinen Schritten gehen“, sagte Horn. Als erster Schritt sei etwa denkbar, dass die Außen- und Innengastronomie mit entsprechenden Vorgaben ähnlich wie im Vorjahr geöffnet werde. Dies müsse aber „behutsam“ geschehen, damit etwa die Inseln nicht „überlaufen“ werden würden.

Umgang mit Inzidenzwert: Anwalt Strate erweitert Kritik am Senat

Der renommierte Anwalt Gerhard Strate hält das Vorgehen des Senats weiterhin für rechtlich bedenklich. Nach Infektionsschutzgesetz gelten die Zahlen des Robert-Koch-Instituts, die seit mittlerweile fünf Werktagen die 100er-Marke unterschreiten, argumentiert Strate:. „Da beißt keine Maus einen Faden ab. Die gesetzliche Regelung muss unmissverständlich sein und lässt deshalb allein das Anknüpfen an die veröffentlichten RKI-Zahlen zu, und nicht etwa an die der Sozialbehörde, selbst wenn diese genauer sein sollten“, sagt er.

Das Besondere an der Hamburger Situation sei, dass am Tag des Inkrafttretens des neu gefassten bundesweit gültigen Infektionsschutzgesetz in Hamburg eine neue Eindämmungsverordnung in Kraft trat. Dessen Regelung in Paragraf 3a Abs. 1 Satz 2 lässt die bundesweite Regelung nach einer Aufhebung der Ausgangssperre ins Leere laufen.

„Bei dieser landesrechtlichen Regelung ist auch keine Anknüpfung an bestimmte Schwellenwerte vorgesehen“, sagt Strate. „Deshalb wundert es auch nicht, weshalb es dem Senat ziemlich egal zu sein scheint, welche Werte nun tatsächlich gelten, denn – so oder so – die Ausgangssperre bleibt! Das darf es ihm eigentlich nicht, denn das in § 3a Abs. 1 Satz 2 EindVO vorgesehene Außerkrafttreten der bundesgesetzlichen Regelung und das volle Inkrafttreten der landesrechtlichen Regelung verlangt schon eine klare – und dann allein an den RKI-Zahlen orientierte – Festlegung, wann was gilt.“

Hamburg: Corona-Impfzentrum in einer Kirche in Schnelsen

Zu den Krankenhäusern, in denen über 70-jährige Hamburger sich Impftermine besorgen können (116 117 oder www.impfterminservice.de), zählt neben den Asklepios Kliniken in Langenhorn und Harburg, dem Diakonie Klinikum in Eimsbüttel und dem Bethesda in Bergedorf auch das Albertinen in Schnelsen.

Hier aber gibt es eine Besonderheit. Das Impfzentrum befindet sich in der Kirche am Albertinen Krankenhaus. Es wird auch betreten über den Eingang der Kirche von der Hogenfelder Straße aus (Hogenfelder Straße 28, 22457 Hamburg). Das dient dazu, dass die Impfkandidaten erst gar nicht ins Krankenhaus sollen, wie ein Albertinen-Sprecher dem Abendblatt sagte. Er wies darauf hin, dass das Albertinen selbst keine Termine vergebe. Das Impfzentrum solle noch im Mai in Betrieb gehen.

Impfungen für Prioritätsgruppe drei beginnen im Norden am 10. Mai

Die Corona-Schutzimpfungen für Frauen und Männern in der Prioritätsgruppe drei sollen in Schleswig-Holstein am 10. Mai beginnen. Termine könnten vom 6. Mai an (17.00 Uhr) online gebucht werden, teilte das Gesundheitsministerium am Montag in Kiel mit. Inzwischen sind nach Zahlen des Robert Koch-Institus (RKI) mehr als eine Million Impfdosen im nördlichsten Bundesland verabreicht worden. Am Montagmorgen (Stand 8.00 Uhr) waren es insgesamt gut 1,035 Millionen Impfungen. 257.764 Menschen waren bereits vollständig geimpft.

Zur dritten Prioritätsgruppe zählen Menschen, die 60 Jahre oder älter sind. Außerdem können sich Patienten mit bestimmten Krankheiten, darunter Herz- oder Immunschwäche, Autoimmunerkrankungen, Diabetes oder chronischen neurologischen Erkrankungen, impfen lassen. Zur Prioritätsgruppe drei zählen weitere Gruppen, darunter Personen in besonders relevanten Positionen bei Polizei, Zoll, Feuerwehr und Katastrophenschutz oder in Justiz und Rechtspflege. Auch Beschäftigte zum Beispiel im Lebensmitteleinzelhandel oder in Schulen stehen auf der Liste.

Corona-Pandemie: Vor allem Frauen beantragen Kinderkrankengeld

Es sind vor allem Frauen, die während der Corona-Pandemie zu Hause bleiben und die Kinder betreuen – das ergab eine Analyse der Barmer Hamburg. Von den 1400 Anträgen auf Kinderkrankengeld, die im ersten Quartal 2021 eingingen, seien 64 Prozent von Müttern gestellt worden, teilte die Krankenkasse am Montag mit.

"Es sind meistens die Frauen, die die Betreuung übernehmen, wenn die Kinder wegen der Corona-Eindämmungsmaßnahmen nicht in die Kita oder Schule können.“, sagt Frank Liedtke, Landesgeschäftsführer der Barmer in Hamburg. Der Anspruch auf Kinderkrankengeld war im April noch einmal erweitert worden. Jeder Elternteil erhält im Jahr 2021 pro Kind jeweils 30 Anspruchstage (maximal 65 Tage), Alleinerziehende pro Kind 60 Tage (maximal 130 Tage).

Laut Barmer zeige die Pandemie einmal mehr das Ungleichgewicht in vielen Familien: So hätten in Hamburg die Mütter an 2900 Tagen und die Väter an 1280 Tagen das das Kinderkrankengeld in Anspruch genommen.

Asklepios-Kliniken: Corona-Impfstoffreste nicht wegschmeißen!

Reste von Corona-Impfstoffen sollten nach Ansicht des Krankenhauskonzerns Asklepios über eine digitale Warteliste vergeben werden. „Es ist ein Skandal, dass bundesweit immer noch Impfstoffreste weggeworfen werden, anstatt sie kurzfristig an Impfwillige zu verimpfen“, sagte Kai Hankeln, der Chef der Asklepios Kliniken Gruppe, am Montag in einer Pressemitteilung. Allein in Hamburg seien nach Medienberichten seit Jahresbeginn Zehntausende Impfdosen im Müll gelandet. Hankeln verwies auf das Beispiel von Potsdam, wo bereits Tausende Dosen erfolgreich vermittelt worden seien.

Fast alle Impfstoff-Großampullen enthielten noch eine Zusatzdosis für eine weitere Impfung, die aber von der Zulassung nicht abgedeckt sei. Aber rein praktisch ließen sich nach Angaben von Apothekern und Ärzten aus den Multidosis-Durchstechflaschen von Biontech, Moderna oder Astrazeneca mehr als die offiziell vorgesehenen Dosen entnehmen. „Dann könnten täglich viele Tausend Menschen zusätzlich geimpft werden, wir könnten die Pandemie schneller in den Griff kriegen“, erklärte der Unternehmenschef.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte am vergangenen Freitag in Hamburg erklärt, dass eine Zulassung nur verändert werden könne, wenn der Hersteller dafür einen Antrag stelle. Einen solchen gebe es aus haftungsrechtlichen Gründen nicht. Denn die Entnahme einer siebten Dosis sei nicht regelhaft bei jedem Fläschchen möglich. Das Paul-Ehrlich-Institut habe aber Empfehlungen für Ärzte herausgegeben, wie man eine siebte Dosis verwenden könne. „Niemand wirft Impfstoff weg. Dafür ist er viel zu wertvoll“, betonte Spahn.

Diese Corona-Impfstoffe sind in Deutschland zugelassen

  • Biontech/Pfizer: Der erste weltweit zugelassene Impfstoff gegen das Coronavirus wurde maßgeblich in Deutschland entwickelt. Der mRNA-Impfstoff, der unter dem Namen Comirnaty vertrieben wird, entwickelt den vollen Impfschutz nach zwei Dosen und ist für Menschen ab zwölf Jahren zugelassen. Laut Bundesgesundheitsministerium (BMG) hat er eine Wirksamkeit von etwa 90 Prozent – das heißt, die Wahrscheinlichkeit, schwer an Covid-19 zu erkranken, sinkt bei Geimpften um den genannten Wert. Ebenfalls von Biontech stammt der erste für Kinder im Alter von fünf bis elf Jahren zugelassene Impfstoff in Deutschland.
  • Astrazeneca: Der Vektorimpfstoff des britischen Pharmaunternehmens wird unter dem Namen Vaxzevria vertrieben. Aufgrund von seltenen schweren Nebenwirkungen empfiehlt die Ständige Impfkommission (Stiko), den Impfstoff nur für Patienten zu verwenden, die älter als 60 Jahre sind. Offiziell zugelassen ist der Impfstoff aber für Menschen ab 18 Jahren. Vaxzevria weist laut BMG nach zwei Impfdosen eine Wirksamkeit von bis zu 90 Prozent in Bezug auf schwere Erkrankungen auf.
  • Moderna: Der von dem US-Unternehmen entwickelte mRNA-Impfstoff mit dem Vertriebsnamen Spikevax ist für alle ab 12 Jahren zugelassen, die Stiko empfiehlt aufgrund eines erhöhten Risikos schwerer Nebenwirkungen aber, ihn auf die Altersgruppe der über 30-Jährigen zu beschränken. Der Moderna-Impfstoff hat laut BMG eine Wirksamkeit von bis zu 90 Prozent in Bezug auf schwere Erkrankungen, wenn der volle Impfschutz nach zwei Impfdosen erreicht worden ist.
  • Johnson&Johnson: Das US-Unternehmen hat einen Vektorimpfstoff entwickelt, der bereits nach einer Impfdosis Schutz vor dem Coronavirus entwickelt. Er wird unter dem Namen Covid-19 Vaccine Janssen vertrieben. Das Präparat hat laut BMG eine Wirksamkeit von bis zu 70 Prozent bezogen auf schwere Erkrankungen – zudem ist die Zahl der Impfdurchbrüche im Vergleich zu den anderen Impfstoffen erhöht, daher empfiehlt die Stiko für mit Johnson&Johnson Geimpfte schon nach vier Wochen eine zusätzliche Impfdosis mit Comirnaty oder Spikevax, um den vollständigen Impfschutz zu gewährleisten.
  • Novavax: Das US-Unternehmen hat den Impfstoff Nuvaxovid entwickelt. der mitunter zu den sogenannten Totimpfstoffen gezählt wird. Er enthält das Spike-Protein des Covid-19-Erregers Sars-CoV-2. Dabei handelt es sich aber genau genommen nicht um abgetötete Virusbestandteile, die direkt aus dem Coronavirus gewonnen werden. Das Protein wird stattdessen künstlich hergestellt. Das menschliche Immunsystem bildet nach der Impfung Antikörper gegen das Protein. Der Impfstoff wird vermutlich ab Ende Februar in Deutschland eingesetzt und soll laut BMG in bis zu 90 Prozent der Fälle vor Erkrankung schützen.
  • Weitere Impfstoffe sind in der Entwicklung: Weltweit befinden sich diverse Vakzine in verschiedenen Phasen der Zulassung. Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA prüft derzeit das umstrittene russische Präparat Sputnik V sowie die Impfstoffe der Hersteller Sinovac, Sanofi und Valneva. Der deutsche Hersteller CureVac hat seinen Impfstoff vorerst aus dem Zulassungsverfahren zurückgezogen.

Wegen Corona-Regeln: Betrunkener schlägt in Wandelhalle um sich

In der Wandelhalle am Hamburger Hauptbahnhof ist es am Sonntagabend zu einem Polizeieinsatz mit Folgen gekommen. Ein 55-Jähriger hatte die Fassung verloren und mit Bierflaschen um sich geschlagen. Der Grund für seine Missstimmung: Er musste aufgrund der geltenenden Corona-Maßnahmen auf den Einlass in einen Drogeriemarkt warten. Da die Anzahl der zugelassenen Personen in dem Geschäft begrenzt war, hatte sich eine Schlange vor dem Eingang gebildet. Dem 55-Jährigen passte jedoch offenbar die Reihenfolge der Wartenden nicht und er fing an, mit dem Mitarbeiter, der den Einlass regelte, zu diskutieren und ihn zu beleidigen. Dabei wurde er zunehmend aggressiver.

Wie die Bundespolizei am Montag mitteilte, versuchte der Mann anschließend, den Mitarbeiter mit seiner Tasche, in der sich mehrere Bierflaschen befanden, zu schlagen. Er traf jedoch stattdessen eine Tür. Dabei gingen die Glasflaschen in seiner Tasche zu Bruch. Das erboste den 55-Jährigen noch mehr, und er versuchte sich im Dosenwerfen, was jedoch auch misslang.

Der Ladendetektiv eines benachbarten Geschäfts hinderte den Mann daran, sich davonzumachen, und hielt ihn fest, bis die herbeigerufene Bundespolizei eintraf. Eine Überprüfung seiner Personalien ergab, dass die Staatsanwaltschaft Hamburg bereits mit einer offenen Fahndungsnotierung wegen Sachbeschädigung nach ihm suchte. Nun erwarten den renitenten 55-Jährigen drei Ermittlungsverfahren wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung, Beleidigung und versuchter Sachbeschädigung.

Die AHAL-Regeln gegen Corona: So verringern sie das Ansteckungsrisiko

  • Abstand halten: Reduzieren Sie Kontakte auf ein notwendiges Minimum, und halten Sie mindestens 1,50 Meter Abstand zu anderen Personen
  • Hygiene: Vermeiden Sie das Berühren von Augen, Nase und Mund, waschen Sie sich regelmäßig die Hände mit Seife und achten Sie auf eine korrekte Hust- und Niesetikette (ins Taschentuch oder in die Armbeuge)
  • Im Alltag Maske tragen: Auch wo die (erweiterte) Maskenpflicht nicht gilt, ist es empfehlenswert, sich und andere vor Ansteckung zu schützen. FFP2-Masken oder OP-Masken bieten Schutz vor Ansteckung
  • Lüften: Wenn Sie sich mit anderen Personen in einem Raum aufhalten, lüften Sie regelmäßig, um das Risiko einer erhöhten Viruskonzentration in der Raumluft zu verringen
  • Außerdem: Wenn Sie persönlichen Kontakt zu einer Person hatten, bei der das Coronavirus im Labor nachgewiesen wurde, sollten Sie sich unverzüglich und unabhängig von Symptomen an Ihr zuständiges Gesundheitsamt wenden

Niedersachsen will Corona-Beschränkungen vorsichtig lockern

Nach monatelangem Lockdown will Niedersachsen die Corona-Beschränkungen angesichts rückläufiger Zahlen vorsichtig lockern. Dies soll in Kreisen und Städten der Fall sein, in denen die Sieben-Tage-Inzidenz belastbar unter 100 liegt, kündigte die Staatskanzlei in Hannover am Montag an.

Die mit der neuen Corona-Verordnung des Landes ab kommendem Wochenende ins Auge gefassten Lockerungen wollen Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) und Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) nach einer Kabinettssitzung am Dienstag vorstellen. Unter anderem geht es um Tourismus und Gastronomie. Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) will verbesserte Möglichkeiten für den Schulunterricht präsentieren. Bislang hat das Land an seinem restriktiven Kurs festgehalten, dass Schulen ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von 100 größtenteils in den Distanzunterricht wechseln.

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts sank die landesweite Sieben-Tage-Inzidenz am Montag von 101,7 auf 99,5. In 16 der 45 Kreise und Großstädte liegt die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen noch über 100.

Die wichtigsten Corona-Themen im Überblick

FRS Syltfähre bietet wieder mehr Abfahrten an

Urlauber, die die Modellregion Sylt ansteuern, können für die Anreise die Reederei FRS Syltfähre nutzen, die die Nordseeinsel mit dem dänischen Festland verbindet. Um dem Besucheransturm gerecht zu werden, setzen die Betreiber nun wieder zwei Fähren für die Strecke ein und erweitern den Fahrplan mit stündlichen Abfahrten. Für den Grenzübertritt nach Dänemark reicht ein negativer Corona-Test aus, der auch für die Anreise nach Sylt erforderlich ist.

Die Reederei für beide Schiffe ein umfangreiches Sicherheits- und Hygienekonzept entwickelt, zudem können sich die Passagiere auf zahlreichen Freidecks aufhalten.

Verdi: Arbeitgeber sollen sich auf Corona-Impfungen vorbereiten

Nach der Ankündigung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), im Juni Betriebsärzte in die Corona-Impfungen einzubeziehen, hat die Gewerkschaft Verdi Arbeitgeber aufgefordert, sich schon jetzt vorzubereiten. Jede Chance, der Pandemie entgegenzutreten, solle offensiv genutzt werden, erklärte Hamburgs Verdi-Vize Sieglinde Frieß am Montag. „Wir erwarten deshalb von den Unternehmen, insbesondere von der Freien und Hansestadt als Arbeitgeberin, bereits jetzt die Vorbereitung zu planen, um schnellstmöglich in die Umsetzung zu kommen.“

Laut Spahn sollen sich Beschäftigte spätestens vom 7. Juni an auch direkt über die Firma impfen lassen können. Dafür sind laut Ministerium mindestens 500.000 Impfdosen pro Woche vorgesehen.

Inzidenz wieder unter 100: Neue Corona-Zahlen für Hamburg

Am Montag hat die Sozialbehörde 190 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das sind 13 Fälle weniger als am Sonntag (203 neue Fälle), vor einer Woche waren es am Montag mit 232 zudem etwas mehr Infektionen als heute. Somit verändert sich der Inzidenzwert wieder und sinkt erneut auf nun 98,6 (Vortag: 100,8) Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen. Hamburg unterschreitet damit erstmals seit Mitte März wieder den kritischen Grenzwert von 100. Der Senat will am Dienstag darüber beraten, welche Konsequenzen nun folgen.

Auf anderer Berechnungsgrundlage gab das Robert Koch-Institut (RKI) für Hamburg eine Sieben-Tage-Inzidenz von 92 an – der bundesweit zweitniedrigste Wert nach Schleswig-Holstein (58). Hamburg hatte Mitte März die Corona-Notbremse gezogen, nachdem die Inzidenz über 100 gestiegen war. Als Messlatte – auch für mögliche Lockerungen der Corona-Einschränkungen – sieht der rot-grüne Senat den von der Gesundheitsbehörde errechneten höheren Inzidenz-Wert.

Liegt die Inzidenz an fünf Werktagen in Folge unter 100, müsste die Notbremse mit nächtlicher Ausgangsbeschränkung am übernächsten Tag aufgehoben werden. Dabei spielt es keine Rolle, ob zwischen den fünf Werktagen Sonn- oder Feiertage liegen. Der Sprecher der Hamburger Sozialbehörde, Martin Helfrich, betonte jedoch, dass es in Hamburg keinen Automatismus für die Aufhebung gebe. Der Senat werde am Dienstag über dieses Thema beraten, kündigte Sozialsenatorin Melanie Leonhard (SPD) an.

Seit Beginn der Pandemie wurden in der Hansestadt 72.582 Corona-Infektionen registriert. Von ihnen gelten nach Schätzungen des Robert-Koch-Instituts 64.000 als genesen.

Die Zahl der Corona-Patienten in den Krankenhäusern liegt weiter 270 (Stand 30. April), da die Behörde nach dem Wochenende noch keine neuen Zahlen übermittelt hat. 115 Menschen sind so schwer erkrankt, dass sie intensivmedizinisch behandelt werden müssen, 92 von ihnen kommen aus Hamburg. Die Behörde meldete zudem einen weiteren Todesfall im Zusammenhang mit dem Virus. Bislang sind 1503 Menschen gestorben.

Hamburger Michel in Not: Rettungsringe sollen helfen

Prominente helfen dem Hamburger Michel in Not. Weil dem Wahrzeichen wegen der Corona-Pandemie weiterhin die Einnahmen ausbleiben, rufen sie dazu auf, für die Hauptkirche zu spenden.

Schauspieler Ben Becker, Abendblatt-Chefredakteur Lars Haider, Sängerin und Liedermacherin Anna Depenbusch sowie die Journalistin Anke Harnack unterstützen die Aktion „Rettungsringe“. Ben Becker, der gegenwärtig in Baden-Württemberg einen Film dreht, sendete seinen Aufruf per Video-Grußbotschaft. „Wir lieben, brauchen und verehren den Michel. Und wir müssen uns bemühen, dass die Pforten des Hamburger Michel offen bleiben“, sagte Becker.

Dem Michel fehlen bis zu 85 Prozent der Einnahmen, weil weder der Turm noch die Krypta besucht und Veranstaltungen durchgeführt werden können. Mitarbeiter seien weiterhin in Kurzarbeit. Die Deckungslücke betrage pro Monat 50.000 Euro, sagte Hauptpastor Alexander Röder. Mit einer Spende von 36,50 Euro kann man Rettungsring-Pate für eines der mehr als 60 Schiffe werden, deren Rettungsringe derzeit an den Emporen des Michel hängen.

Garg: Praxen bilden mittlerweile Schwerpunkt der Impfkampagne

In der Impfkampagne in Schleswig-Holstein bekommen die Hausärzte immer mehr Gewicht. „Die Praxen bilden inzwischen den Schwerpunkt der Impfkampagne“, sagte Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP) der „Schleswig-Holsteinischen Landeszeitung“. So gebe es in dieser Woche nur rund ein Fünftel der Termine für Erstimpfungen in den Impfzentren, alle anderen in den Praxen.

Konkret bedeutet das dem Ministerium zufolge: In dieser Woche finden in den Impfzentren 22.000 Erstimpfungstermine statt, und die Praxen erhalten rund 105.000 Impfdosen. In der kommenden Woche sind es 65.000 Termine für Erstimpfungen in den Impfzentren und 165.565 Impfdosen für die Praxen.

Deshalb sei die Chance auf einen Impftermin beim eigenen Hausarzt auch deutlich höher als im Impfzentrum, betonte Garg. Dass es dennoch noch nicht so viele Termine wie Anfragen gebe, liege nicht an den Ärzten oder Praxismitarbeitern, sondern am Impfstoff-Mangel. „Wir haben aber nach wie vor nicht genug Impfstoff, um sofort allen Menschen einer Priorisierungsgruppe eine Impfung anzubieten.“

Die 28 Impfzentren im Land sollen frühestens Ende Juli geschlossen werden, sagte Garg weiter. „Und zwar, wenn ab dann die Impfungen ausschließlich über die Praxen stattfinden können. Ob das so kommt, ist abhängig unter anderem von den Lieferungen und auch der Leistungsfähigkeit des niedergelassenen Systems.“

Mehr Rechte für Geimpfte in fast allen Ländern – Hamburg wartet ab

Hamburg geht nicht nur bei der Ermittlung der Corona-Zahlen einen Sonderweg, sondern auch bei Freiheiten für Geimpfte. Während alle anderen 15 Bundesländer Bürgern, die einen vollständigen Impfschutz haben, Lockerungen schon einräumen oder konkret geplant haben, bleibt Hamburg bei seiner vorsichtigen Linie. Die Stadt will abwarten, welche Regeln bundesweit auf den Weg gebracht werden.

In Berlin werden Geimpfte bereits wie jene behandelt, die einen negativen Corona-Test vorweisen können, sie müssen zum Beispiel nicht mehr in Quarantäne, wenn sie Kontakt mit einem Infizierten hatten. Ähnliche Regeln gibt es in Bayern und Baden-Württemberg, obwohl die Sieben-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche, dort wesentlich höher ist als in Hamburg.

Dass der Senat seine Corona-Politik nicht an den Zahlen des Robert-Koch-Instituts ausrichtet, sondern sich an eigenen Werten orientiert, sorgt bei Juristen für Unverständnis: „Das ist ein klarer Verstoß gegen die Vorgaben des Gesetzes. Es gilt allein das Wort des RKI“, sagt etwa Gerhard Strate, einer der bekanntesten deutschen Strafverteidiger. „Die Zumutungen, die der Automatismus des im Infektionsschutzgesetz vorgesehenen Grundrechtsentzugs im Falle der Überschreitung bestimmter Schwellenwerte mit sich bringt, wird jetzt noch getoppt durch einen Senat, der selbst diesen Automatismus nicht mehr gelten lässt, wenn er sich zugunsten der Grundrechte auswirkt. Ich bin fassungslos.“

Derweil wurde am Sonntag ein Impfrekord in den Hamburger Messehallen erreicht: 8612 Menschen erhielten dort gestern eine Impfung gegen das Coronavirus – so viele wie noch nie an einem Tag.

Corona-Krise: Rekordteilnahme an Lernferien in Hamburg

10.630 Schülerinnen und Schülern haben im März an den Lernferien in Hamburg teilgenommen – das sind fast so viele Schüler, wie in den letzten Sommer- und Herbstferien zusammen (6902 und 3958 Teilnehmer).

„Es ist nicht selbstverständlich, dass Kinder und Jugendliche in ihren Ferien freiwillig zur Schule gehen. Umso erfreulicher ist es, dass sie es doch tun", freut sich Hamburgs Schulsenator Ties Rabe. "Die Lernferien haben sich mit ihrem nun schon dritten Durchgang als gute Möglichkeit etabliert, die durch die Schulschließungen entstandenen Lücken wieder zu schließen oder sich auf kommende Prüfungen vorzubereiten."

Etwa drei Viertel der Hamburger Schulen haben Lerngruppen für die Schüler organisiert, allen voran die Stadtteilschulen. Die Lernferien sind dafür gedacht, um Lernrückstände aufgrund der Schulschließungen aufzuholen und auf Abschlussprüfungen vorzubereiten. Die Schulbehörde hatte eigenen Angaben zufolge für die Lernferien im März zusätzlich gut 550.000 Euro eingeplant. Sie sollen auch in den kommenden, längeren Ferien weiter angeboten werden. Die Lernferienkurse sind kostenlos.

Schwangere mit Covid-19 auf Intensivstation – Mediziner für Impfung

Am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) versorgen Intensivmediziner zunehmend an Covid-19 erkrankte Schwangere. Allein in den vergangenen zwei Wochen habe es fünf solcher Fälle gegeben, sagte der Direktor der Klinik für Intensivmedizin am UKE, Stefan Kluge. Er appellierte an Schwangere, die Verhaltensregeln zum Schutz vor einer Ansteckung besonders strikt einzuhalten und eine Impfung gemeinsam mit dem Arzt in Erwägung zu ziehen.

Hamburg ruft Supermarktbeschäftigte zum Impfen auf

Trotz Corona-Pandemie gehen sie zur Arbeit – ohne Unterbrechung durch alle Infektionswellen und Lockdowns hindurch. Die Beschäftigten des Lebensmitteleinzelhandels sorgen für die Versorgung der Menschen – trotz Infektionsgefahr. Jetzt sollen sie Schutz erhalten. Hier erfahren Sie mehr über die neuen Impftermine in Hamburg.

Start-up: Zulassungsantrag für Corona-Medikament noch 2021 möglich

Das Braunschweiger Unternehmen Corat Therapeutics hält einen Antrag auf vorläufige Zulassung eines Medikaments gegen Covid-19 noch 2021 für möglich. Die aktuelle Entwicklung könne zur Beantragung einer Notfallzulassung Ende des Jahres führen, sagte der wissenschaftliche Leiter der Firma, André Frenzel. Vor wenigen Tagen hatte das Start-up-Unternehmen den Beginn von klinischen Tests mit dem Wirkstoff an Patienten in Krankenhäusern vermeldet.

Das Medikament mit dem Entwicklungsnamen Cor-101 soll moderat bis schwer erkrankten Covid-19-Patienten helfen. „Wir entwickeln explizit für die hospitalisierten Menschen im Krankenhaus, weil es denen am schlechtesten geht“, sagte Frenzel. Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) hatte Mitte April erklärt, dass die Entwicklung des Corona-Medikaments künftig vom Bund gefördert werden soll. Auch vom Land Niedersachsen und von Investoren gibt es Unterstützung für das biopharmazeutische Unternehmen.

Niedersachsen hält an Impfzentren fest

Niedersachsens Landesregierung setzt in der Corona-Impfkampagne auch weiter auf die kommunalen Impfzentren. Es sei „auf absehbare Zeit“ nicht vorgesehen, die Zentren zu schließen, erklärten Staatskanzlei und Gesundheitsministerium laut „Hannoverscher Allgemeiner Zeitung“ (Montag).

Der Vorsitzende des Gesundheitsausschusses im Bundestag, Erwin Rüddel (CDU), hatte zuvor eine Schließung der Impfzentren im Sommer ins Spiel gebracht. „Wenn die Impfpriorisierung Ende Mai, Anfang Juni aufgehoben wird, wäre es sinnvoll, das Impfen den Ärzten zu überlassen“, sagte Rüddel der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. Die Ärzte seien „meistens schneller als die Impfzentren“ und handelten nach seiner Überzeugung bei überschüssigen Impfdosen „pragmatischer“.

Kreis Diepholz droht Notbremse nach Corona-Ausbruch auf Spargelhof

Im Landkreis Diepholz müssen sich die Menschen nach zahlreichen Infektionen auf einem Spargelhof auf härtere Corona-Regeln einstellen. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts lag die Sieben-Tage-Inzidenz der Region am Montag bei 132,7 und damit zum dritten Mal in Folge über der kritischen Marke von 100. Der Landkreis hatte für diesen Fall angekündigt, dass von Mittwoch an die zusätzlichen Maßnahmen der sogenannten Bundes-Notbremse sowie die Vorgaben der Corona-Verordnung des Landes gelten.

Die Notbremse sieht vor, dass private Treffen auf einen Haushalt plus eine weitere Person beschränkt werden. Außerdem gelten nachts von 22 bis 5 Uhr Ausgangsbeschränkungen. An den Schulen gibt es Wechselunterricht nur noch an Grund- und Förderschulen sowie Abschlussklassen – in diesem Punkt sind die niedersächsischen Regeln strenger als die bundesweite Vorgabe. Kitas können eine Notbetreuung bis zur Hälfte der normalen Auslastung anbieten.

Bei einer Reihentestung auf einem Spargel- und Beerenhof waren 87 Corona-Infektionen bestätigt worden, wie der Kreis am Wochenende mitgeteilt hatte. Insgesamt seien 1011 Menschen untersucht worden. Am Montag soll es eine erneute Reihentestung in dem Betrieb geben.

Schleswig-Holstein: Inzidenz bei 58

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Schleswig-Holstein ist am Sonntag etwa auf Niveau des Vortags geblieben. Die Zahl der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen liegt bei 58,0. Am Sonnabend hatte der Wert bei 58,6 gelegen, am Freitag bei 61,5. Am Sonntag vor einer Woche wurde er mit 74,0 angegeben. Innerhalb eines Tages kamen 98 neue Infektionen hinzu, eine Woche zuvor waren es 120. Am Wochenende liegen die Infektionszahlen erfahrungsgemäß etwas niedriger, weil dann weniger getestet wird.

Die Zahl der Corona-Toten stieg um eine Person auf 1513. In Kliniken liegen 158 Corona-Patienten – vier weniger als am Vortag. 50 von ihnen werden auf Intensivstationen behandelt, 29 werden beatmet.

Die kritische Schwelle von 100 bei der Sieben-Tage-Inzidenz überschreitet weiterhin kein Kreis. Die höchsten Werte verzeichneten Kiel (86,3) und Stormarn (83,6). Die niedrigsten Zahlen gibt es in Nordfriesland (33,7) und Schleswig-Flensburg (35,3).

Lesen Sie hier den Corona-Newsblog für Hamburg und den Norden vom Vortag.

( maj/hai/mik/esh/ryb/ike/dpa )

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