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Nur noch ein Hamburger Bezirk mit Inzidenz über 200

| Lesedauer: 26 Minuten

Senatssprecher zum vorgeschlagenen "Brücken-Lockdown"

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Der Überblick: "Test-Wirrwarr" bei Friseuren. Britische Mutante in Hamburg auf dem Vormarsch. Inzidenz sinkt dagegen deutlich.

Hamburg. In Hamburg werden ab heute auch in den Arztpraxen Corona-Impfungen durchgeführt. Wer bei seinem Hausarzt geimpft werden möchte, kann sich derzeit nicht selbst anmelden. Die Ärzte nehmen von sich aus Kontakt zu ihren Patienten auf.

Die Ärzte müssen die Impfreihenfolge einhalten, also zunächst die Ältesten ab 75 Jahren versorgen sowie Menschen mit ernsten Vorerkrankungen. Hier haben sie bei der Reihenfolge einen gewissen Spielraum. Geimpft wird vorerst ausschließlich mit Biontech/Pfizer. In dieser und der kommenden Woche stehen 20.000 Dosen zur Verfügung.

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In Hamburg ist die Sieben-Tage-Inzidenz derweil seit vergangenen Mittwoch von 163,7 auf nun 134,7 zurückgegangen. Alle Infos in unserem Newsblog.

Corona-News für Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen am 7. April:

Die aktuellen Corona-Fallzahlen aus ganz Norddeutschland:

  • Hamburg: 2311 neue Corona-Fälle (gesamt seit Pandemie-Beginn: 430.228), 465 Covid-19-Patienten in Krankenhäusern (davon auf Intensivstationen: 44), 2373 Todesfälle (+2). Sieben-Tage-Wert: 1435,3 (Stand: Sonntag).
  • Schleswig-Holstein: 1362 Corona-Fälle (477.682), 623 Covid-19-Patienten in Krankenhäusern (Intensiv: 39). 2263 Todesfälle (+5). Sieben-Tage-Wert: 1453,0; Hospitalisierungsinzidenz: 7,32 (Stand: Sonntag).
  • Niedersachsen: 12.208 neue Corona-Fälle (1.594.135), 168 Covid-19-Patienten auf Intensivstationen, 7952 Todesfälle (+2). Sieben-Tage-Wert: 1977,6; Hospitalisierungsinzidenz: 16,3 (Stand: Sonntag).
  • Mecklenburg-Vorpommern: 700 neue Corona-Fälle (381.843), 768 Covid-19-Patienten in Krankenhäusern (Intensiv: 76), 1957 Todesfälle (+2), Sieben-Tage-Wert: 2366,5; Hospitalisierungsinzidenz: 11,9 (Stand: Sonntag).
  • Bremen: 1107 neue Corona-Fälle (145.481), 172 Covid-19-Patienten in Krankenhäusern (Intensiv: 14), 704 Todesfälle (+0). Sieben-Tage-Wert Stadt Bremen: 1422,6; Bremerhaven: 2146,1; Hospitalisierungsinzidenz (wegen Corona) Bremen: 3,88; Bremerhaven: 7,04 (Stand: Sonntag; Bremen gibt die Inzidenzen getrennt nach beiden Städten an).

Sieben-Tage-Inzidenz in Schleswig-Holstein kaum verändert

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Schleswig-Holstein hat sich am Mittwoch mit 63,3, kaum verändert. Am Dienstag lag sie bei 62,3, am Ostermontag bei 66,5. Das geht aus Daten des Gesundheitsministeriums in Kiel hervor. Vor einer Woche hatte die Zahl der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen bei 74,5 gelegen.

Die Zahl der fürs Land gemeldeten Corona-Neuinfektionen betrug 428 (Dienstag 237). Am Mittwoch vergangener Woche waren es 496. Die Zahl der an oder mit Corona gestorbenen Menschen stieg um 1 auf 1448.

Die Zahl der in Kliniken behandelten Covid-19-Patienten blieb mit 202 weitgehend stabil; Dienstag waren es 204. Von ihnen wurden 52 intensivmedizinisch behandelt (Dienstag: 50); 32 wurden beatmet (Dienstag: 30).

Gastronomie im Norden darf öffnen – aber nicht überall

Die Außengastronomie kann in Schleswig-Holstein wie von Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) angekündigt ab nächstem Montag öffnen. Dies habe die Landesregierung bestätigt, teilte die Staatskanzlei am Mittwoch mit. Gekoppelt sei dies an strenge Auflagen.

Die Öffnungsmöglichkeit besteht in Kreisen und kreisfreien Städten, in denen die Zahl der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen stabil unter 100 liegt. Zum Dienstagabend war das mit Ausnahme des Kreises Segeberg überall so. Dort gelten weiterhin strengere Regeln.

Die Inzidenz im Land liege seit knapp drei Monaten unter 100 und aktuell bei 62, sagte Günther. Dies mache es möglich, vorsichtige Öffnungen vorzunehmen und der Gastronomie jetzt diese Perspektive zu bieten. Der Zugang zur Außengastronomie richtet sich nach den aktuellen Kontaktbeschränkungen. Also dürfen maximal fünf Personen aus zwei Haushalten an einem Tisch sitzen, Kinder unter 14 Jahren nicht mitgezählt.

Wegen Corona: Zwanzig Hamburger Kitas geschlossen

Die Auslastung der Hamburger Kitas, die statt eines eingeschränkten Regelbetriebs wie zuletzt nun nur noch eine erweiterte Notbetreuung anbieten, lag am Dienstag im Schnitt bei 39 Prozent. Damit seien etwa 34.300 von 78.500 Kita-Kindern betreut worden, teilte die Gesundheitsbehörde mit. Bei knapp sechs Prozent der Kitas habe die Auslastung an diesem Tag bei über zwei Dritteln gelegen, bei 80 Prozent der Kitas unter der Hälfte. Zum Vergleich: In der zweiten Märzhälfte lag die Kita-Auslastung zwischen 63 und 71,5 Prozent.

Zwanzig Hamburger Kitas seien derzeit wegen Corona und auf Anordnung eines Gesundheitsamtes geschlossen, so die Behörde. Am Donnerstag soll in den ersten von insgesamt 16 Hamburger Kitas ein Modellversuch mit freiwilligen Corona-Schnelltests bei Kindern beginnen, begleitet durch Kinderärzte.

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In Hamburg verteilt sich das Infektionsgeschehen nach wie vor sehr ungleichmäßig über die Stadt. Zurzeit liegt die Sieben-Tage-Inzidenz bezogen auf 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen nach Abendblatt-Informationen im Bezirk Mitte mit einem Wert von 236,8 am höchsten, gefolgt vom Bezirk Harburg mit 198,3. Damit bleiben die beiden Bezirke Spitzenreiter. In Hamburg-Mitte blieb die Inzidenz nahezu unverändert. Zum Vergleich: Vor einer Woche betrug sie 236,1.

Im Bezirk Bergedorf liegt die Inzidenz bei 142, vor einer Woche lag sie noch bei 164,6. Im Bezirk Wandsbek sank die Inzidenz leicht von 142,6 auf 137,2, im Bezirk Altona stieg sie von 116,4 auf 134. Etwas niedriger ist die Sieben-Tage-Inzidenz im Bezirk Hamburg-Nord mit 128,7.

Über die weiterhin geringste Inzidenz kann sich gegenwärtig der Bezirk Eimsbüttel freuen, hier liegt der Wert bei 94,4. Damit sank der Inzidenz-Wert in Eimsbüttel im Vergleich zu der vergangenen Woche (95,9) leicht.

In welchen Hamburger Stadtteilen sich das Coronavirus besonders stark ausbreitet, finden Sie hier in der Übersicht.

Hamburgs Friseuren bricht Kundschaft weg

Einen Tag nach der Einführung der Schnelltestpflicht bei Friseurbesuchen (siehe auch diesen Eintrag) berichtet die Handwerkskammer Hamburg bereits über etliche wegbrechende Kundentermine für Salons der Hansestadt. „In unserer Telefonberatung laufen die Drähte heiß: Zahlreiche Friseurbetriebe klagen, dass Kunden wegen der seit gestern in Hamburg geltenden Testpflicht in großem Stil Termine absagen“, sagt Kammer-Präsident Hjalmar Stemmann. Erneut treffe es die „von der Pandemie ohnehin wirtschaftlich arg gebeutelten“ Friseure.

Dabei sei der Aufwand für Kunden vergleichsweise gering. „Kunden dürfen vor den Geschäftsräumen einen Selbsttest durchführen, das Testergebnis abwarten, vorzeigen und bei negativem Ergebnis direkt im Anschluss ihren Termin wahrnehmen“, erklärt Stemmann, der daher an die potentiellen Kunden appelliert: „Liebe Hamburgerinnen und Hamburger, planen sie einfach eine Viertelstunde mehr ein und lassen Sie sich nicht von einem vermeintlichen Test-Wirrwarr abschrecken. Es ist einfacher, als Sie denken. Halten Sie an Ihren Terminen fest und tragen Sie mit zum Infektionsschutz bei.“

Als Nachweise akzeptiert werden:

  • PCR-Tests (höchstens 48 Stunden alt)
  • Schnelltests aus einem Testzentrum (höchstens 12 Stunden alt
  • Anerkannter Selbsttest BfArM - Antigen-Tests auf SARS-CoV-2, der durch Kund*innen selbst vor Ort vor einer qualifizierten Person durchgeführt werden kann oder der vor Ort bei Kunden von einer qualifizierten Person durchgeführt werden kann.

Die Handwerkskammer verweist auch auf ein Erklärvideo zum Corona-Selbsttest, das es hier zu sehen gibt.

Hamburg: 450 Fälle einem Ausbruchsgeschehen zuzuordnen

In der vergangenen Woche wurden 2887 Corona-Fälle von den Gesundheitsämtern erfasst worden. Darunter befinden sich laut Sozialbehörde jedoch weniger über 80-Jährige (54 Fälle) als in der Vergangenheit, was auf den Fortschritt der Impfkampagne zurückzuführen sei.

Der größte Anteil der Fälle geht auf die Personen im frühen Erwachsenenalter zurück: 480 Fälle wurden in der Altersgruppe der 20- bis 29-Jährigen und 555 in der Altersgruppe der 30- bis 39-Jährigen verzeichnet. 219 Fälle dieser Woche gehen auf die 0- bis 5-Jährigen zurück.

Für 450 der Fälle ist die Zuordnung zu einem Ausbruchsgeschehen möglich. "Insgesamt handelt es sich um 124 identifizierte Ausbrüche ab zwei Personen", heißt es in der Behördenmitteilung. Aussagen zu den Infektionsumfeldern können nur für einen Teil dieser Ausbrüche gemacht werden. 90 Ausbrüche mit 253 Fällen sind auf das private Umfeld zurückzuführen, elf Ausbrüche mit insgesamt 30 Fällen gehen auf den Arbeitsplatz zurück. In fünf Fällen ist ein Infektionsort im Ausland angegeben – darunter Türkei.

Viele Patienten in Hamburgs Kliniken über 70

Die Zahlen in den Hamburger Krankenhäusern sind erneut deutlich angestiegen, wie die Sozialbehörde am Mittwoch mitteilte. Momentan werden in 20 Krankenhäusern 305 Patienten behandelt, darunter 29 Personen aus dem Umland. 102 Patienten (86 aus Hamburg) sind so schwer erkrankt, dass sie auf Intensivstationen behandelt werden müssen. "Insgesamt sind 123 der 285 Patienten im Alter von über 70 Jahren, eine Person ist unter 20 Jahre alt", heißt es in einer aktuellen Mitteilung.

Prien für gemeinsame Corona-Teststrategie an Schulen

Die schleswig-holsteinische Bildungsministerin Karin Prien (CDU) plädiert vor einer Schaltkonferenz der Kultusminister am Donnerstag für eine gemeinsame Corona-Teststrategie der Länder. Sie solle möglichst einheitlich sein und und gegebenenfalls die regional unterschiedlichen Inzidenzwerte berücksichtigen, teilte Prien am Mittwoch mit.

Der Neustart der Schulen nach den Ferien ist nach Priens Angaben ein sensibler Moment. „Flächendeckende Tests sind gerade jetzt ein wichtiger zusätzlicher Baustein, um den dringend notwendigen Präsenzunterricht an den Schulen weiter zu ermöglichen“, sagte Prien. In Schleswig-Holstein gilt nach den Ferien die Testpflicht für Schüler, Lehrer und alle weiteren Personen in den Schulen. Prien hatte bereits angekündigt, dass Kinder ohne negativen Test nicht am Präsenzunterricht teilnehmen dürfen. Die Osterferien im nördlichsten Bundesland gehen bis zum 16. April.

Zum Abitur sagte Prien, es gelte die Vereinbarung, die die Kultusministerkonferenz im Januar getroffen habe: „Die Abiturprüfungen finden statt und die in diesem Jahr erworbenen Abschlüsse werden denen der früheren und späteren Jahre gleichwertig sein und gegenseitig anerkannt werden.“

Alpen-Sylt Nachtexpress verschiebt Saisonstart wegen Corona

Der ursprünglich für den 20. Mai geplante Saisonstart des Personennachtzugs Alpen-Sylt Nachtexpress des privaten Eisenbahnanbieters RDC wird um zwei Monate auf Mitte Juli verschoben. Die Premierenfahrten 2021 starten nun statt zu Pfingsten erst am 15. Juli ab Sylt Richtung Süden und am 16. Juli ab Salzburg sowie ab Konstanz Richtung Norden.

„Grund für diese Entscheidung ist die andauernde dritte Infektionswelle, die vor den Sommerferien leider keine wesentlichen Lockerungen der aktuell bestehenden Reiseeinschränkungen mehr erwarten lässt“, sagte Markus Hunkel, Geschäftsführer RDC Deutschland, am Mittwoch.

Ab Saisonstart fährt der Alpen-Sylt Nachtexpress bis zu viermal wöchentlich zwischen Sylt und Salzburg (Österreich) oder Konstanz am Bodensee. Bereits gekaufte Tickets mit Reisedatum vor dem 15. Juli behalten das gesamte Jahr 2021 und das gesamte Jahr 2022 ihre Gültigkeit und können kostenlos umgebucht werden.

Termin im Hamburger Impfzentrum – ein Selbstversuch

Derzeit stehen im Impfzentrum in den Hamburger Messehallen viele Impfangebote zur Verfügung – für all diejenigen, die gegenwärtig einen Anspruch auf eine Impfung haben. Wie leicht Termine zu buchen sind, zeigt ein Selbstversuch am heutigen Mittwoch.

Um 10.15 Uhr wurden zwei Termine angezeigt: am Montag, 12. April, um 8.30 Uhr und am Donnerstag, 15. April, um 11 Uhr. Zwei Stunden später gab es sogar drei Termine zur Auswahl: Bereits am morgigen Donnerstag um 8.45 Uhr, am Montag, 12. April, um 18.45 Uhr und am Sonntag, 18. April, um 9.30. Auch beim dritten Versuch um 14.15 Uhr wurde ein Termin am morgigen Donnerstag um 17 Uhr angezeigt sowie ein zweiter erneut am Sonntag, 18. April, um 9.30 Uhr.

Britische Mutante in Hamburg: Deutlicher Anstieg der Fälle

In der vergangenen Woche wurde in Hamburg die britische Variante B.1.1.7 in 755 Fällen eindeutig nachgewiesen – das bedeutet ein ernormes Plus von 195 Bestätigungen im Vergleich zur Vorwoche. In weiteren 4140 Fällen besteht der Verdacht auf diese Mutationsform.

Erfreulich: Immerhin spielen die beiden anderen Virus-Mutationen bislang in Hamburg keine große Rolle. Die südafrikanische Variante B.1.351 wurde in neun Fällen durch Sequenzierung bestätigt (keine Veränderung), 15 Fälle befinden sich in Klärung. Die brasilianische Variante B.1.1.28 wurde in einem Fall nachgewiesen (keine Veränderung), es gibt einen Verdachtsfall.

Erste Corona-Impfungen in Hamburger Hausarztpraxen erfolgt

Die Hamburger Hausärzte haben am Mittwoch mit den Corona-Schutzimpfungen begonnen. „Es ist heute schon geimpft worden“, sagte der Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung Hamburg (KVHH), Jochen Kriens. Weitere Einzelheiten lagen der Ärztevereinigung zunächst nicht vor.

Schätzungsweise 20.000 Impfdosen sollten seit Dienstag an die Praxen der 1200 Hamburger Hausärzte ausgeliefert werden. Bundesweit wurden für diese Woche 940000 Dosen vom Hersteller Biontech/Pfizer erwartet.

Der Vorstandsvorsitzende der KVHH, Walter Plassmann, hatte am Dienstag an die Bürger appelliert, sich nicht von sich aus in den Praxen zu melden. Die Ärzte würden ihre Patienten benachrichtigen. Andernfalls drohten die Praxen lahmgelegt zu werden. Die Impfpriorisierung sieht vor, dass derzeit hauptsächlich Menschen über 75 Jahren geimpft werden.

Hamburg: AEZ bietet kostenlose Schnelltests an

Das Alstertal Einkaufszentrum (AEZ) in Poppenbüttel bietet ab sofort kostenfreie Corona-Schnelltests an. Die Teststation, die sich im Außenbereich des Centers befindet, wird von dem Anbieter Sanovia Healthcare betrieben. Die Kosten trägt das AEZ. Um das Angebot zu nutzen, müssen Kunden und Besucher online einen Termin vereinbaren. Getestet wird von Montag bis Sonnabend von 9 bis 18 Uhr. Das Ergebnis steht nach 15 Minuten fest und wird per Mail übermittelt.

Ein negativer Test ist keine Bedingung für den Besuch des Einkaufszentrums, sondern soll „zu einem sicheren Alltag beitragen“, heißt es. Bereits in der vergangenen Woche hatte das Elbe Einkaufszentrum in Osdorf den Betrieb einer eigenen Teststation mit dem Anbieter Corona Freepass gestartet.

Aktuell sind im AEZ 75 Geschäfte des täglichen Bedarfs geöffnet, wie Lebensmittelanbieter, Drogeriemärkte und Apotheken. Das ist etwa ein Drittel aller Läden. „Mit dem Testzentrum wollen wir den Ausbau der Testkapazitäten als wichtigen Baustein für mehr Sicherheit im Alltag und für eine hoffentlich baldige Rückkehr zur Normalität unterstützen – und damit auch zu einer baldigen Wiedereröffnung aller Geschäfte beitragen“, erklärte Center-Managerin Ludmila Brendel.

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Nach Angaben einer Sprecherin könnte das Angebot künftig auf weitere Einkaufszentren der ECE Gruppe ausgeweitet werden.

Schnelltests im Büro: Hamburgs Vorgaben

Gemäß der aktuell für Hamburg gültigen Eindämmungsverordnung sollen Arbeitgeber für Mitarbeiter außerhalb des Homeoffices zweimal pro Woche einen kostenlosen Corona-Schnelltests organisieren (§ 10j).

Vor diesem Hintergrund weist die Sozialbehörde darauf hin, dass betriebliche Testbeauftragte unter Aufsicht eine Bescheinigung über entsprechende Schnelltests ausstellen können. Die Testungen sind unter Angabe der Personendaten schriftlich oder elektronisch zu dokumentieren und aufzubewahren (§ 10i).

Testbeauftragte muss der Arbeitgeber schulen und bei der zuständigen Gesundheitsbehörde als solche anzeigen. Weitere Informationen sowie Schulungsvorgaben stehen im Internet zum Download zur Verfügung.

Unter Einhaltung bestimmter Vorgaben können die Hamburger Unternehmen ihren Mitarbeitern Bescheinigungen einer Gültigkeit von zwölf Stunden ausstellen, heißt es. Diese Arbeitgebertestbescheinigung gilt nach Angaben der Sozialbehörde wie Bescheinigungen aus den kostenlosen wöchentlichen Bürgertests und ermöglicht bei negativem Befund ebenso, bestimmte Dienstleistungen in Anspruch zu nehmen.

Hamburgs Inzidenzwert sinkt weiter rapide

Der Feiertags-Effekt mit verzögerten Meldungen scheint in Hamburg anzuhalten: Am Mittwoch hat die Gesundheitsbehörde 306 neue Corona-Infektionen vermeldet und damit zwei mehr als am Vortag (304). Zum Vergleich: Am Mittwoch vor einer Woche waren noch 590 neue Fälle registriert worden.

Die Sieben-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen, sinkt damit weiter von 149,7 (Dienstag) auf nun 134,7. Am Mittwoch vor einer Woche hatte der Wert noch 163,7 betragen. Laut Robert Koch-Institut (RKI) sind die Zahlen im Vergleich nur eingeschränkt aussagekräftig, da über die Osterfeiertage weniger Tests gemacht und gemeldet würden.

Seit Ausbruch der Pandemie haben sich laut Gesundheitsbehörde nachgewiesenermaßen 63.826 Hamburger mit Sars-CoV-2 infiziert; von ihnen gelten laut RKI inzwischen 54.800 als genesen.

Die Zahl der Corona-Patienten in den Krankenhäusern liegt bei 305 (Stand: 6. April). 102 Menschen sind so schwer erkrankt, dass sie intensivmedizinisch behandelt werden müssen, 86 von ihnen kommen aus Hamburg. Die Zahl der Corona-Todesfälle in Hamburg liegt unverändert bei 1398.

Impfstart in Praxen: Garg weist auf Problem hin

Auch in Schleswig-Holstein haben am Mittwoch viele Hausärzte mit Corona-Impfungen begonnen. „Ich bin froh, dass es jetzt endlich losgeht“, sagte Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP) nach dem Besuch einer Arztpraxis in Kiel. Gerade für die noch nicht geimpften Menschen aus den beiden Gruppen mit der höchsten Priorität sei es ein wunderbares Angebot, wenn jetzt ihre Hausärzte des Vertrauens impfen können. Dann müssten sie auch nicht ins Impfzentrum, wo im Übrigen exzellente Arbeit geleistet werde.

„Unser Hauptproblem nach wie vor ist und bleibt, dass es noch deutlich zu wenig Impfstoff für zu viele Menschen gibt, die eigentlich jetzt schon nach der Impfverordnung des Bundes Anspruch auf eine Impfung hätten“, sagte Garg. Er warte nun auf die vom Bund angekündigte Impfstoffflut. „Ich erwarte auch, dass sie kommt“, spätestens im Mai, sagte Garg.

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Nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein (KVSH) beteiligen sich zunächst etwa 1500 von rund 2000 Hausärzten im Norden an den Impfungen. Jeder von ihnen habe zunächst rund 20 Impfdosen bekommen, sagte die KVSH-Vorsitzende Monika Schliffke.

Hamburg verpasst den Impfrekord knapp

Nach dem bisherigen Bestwert von 7094 Impfungen an Ostermontag sind im Hamburger Impfzentrum in den Messehallen am Dienstag 6838 Menschen geimpft worden. "Vor zehn Wochen waren es 500 am Tag", twitterte der ärztliche Leiter des Impfzentrums, Dr. Dirk Heinrich, zur weiteren Einordnung.

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Am Mittwoch werde nun das Vakzin von Moderna verabreicht. Die Dosen von Astrazeneca seien ausgegangen, die nächste Lieferung stünde laut Heinrich aber bereits aus.

So funktioniert die Corona-Impfung in Hamburg
So funktioniert die Corona-Impfung in Hamburg

Seemannsmission: Seeleute schnell impfen!

Die Deutsche Seemannsmission mit Sitz in Hamburg (Shanghaiallee 12) fordert die Politik auf, zeitnah die praktischen Voraussetzungen für die Durchführung der Impfung von Seeleuten in Deutschland zu schaffen und sich weltweit für die Impfung von Seeleuten aller Nationen einzusetzen. Erst vor Kurzem sei dazu ein Brief an Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) eingegangen.

„Als Seemannsmission erwarten wir, dass Seeleute schnellstmöglich Zugang zur Impfung gegen Corona erhalten“, sagt Pastor Christoph Ernst, Generalsekretär der Deutschen Seemannsmission. Derzeit würden mehr als eine Million Seeleute „monatelang isoliert“ auf den Meeren verbringen und die Schiffe auch in den Häfen kaum verlassen können. Nun sei die Politik gefordert, die im Dezember von der Uno beschlossene Resolution zur Anerkennung der Seeleute als systemrelevante „Key Workers“ umzusetzen.

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„Als Ärztin bin ich besorgt darüber, dass es für Seeleute viele Barrieren gibt, den Impfstoff in ihren Heimatländern und in den Häfen zu erhalten“, sagt Dr. Clara Schlaich, Präsidentin der Deutschen Seemannsmission: „Das ist inakzeptabel, denn Seeleute sind durch die Reisetätigkeit besonders gefährdet, sich anzustecken.“ Bei einem schweren Verlauf von Covid-19 sei es an Bord kaum möglich, eine adäquate Behandlung durchzuführen. „Es ist eine bittere Realität, dass während der Pandemie in vielen Häfen der Welt erkrankte Seeleute nicht von Bord dürfen“, so Schlaich.

Für die Durchführung von Impfungen stelle die Seemannsmission „selbstverständlich“ auch ihre Seemannsheime und -clubs zur Verfügung, sagt Pastor Ernst.

Hamburgs Friseure: Selbsttests unter Aufsicht

Hamburgs Friseure wollen ihren Kunden künftig die Möglichkeit geben, sich in den Salons auch selbst unter Aufsicht auf Corona zu testen (siehe auch diesen Eintrag). Die Selbsttests seien für Kunden und Friseure eine unkomplizierte Möglichkeit, sagt Innungsobermeister Birger Kentzler. Seit Dienstag darf in den Salons nur noch bedient werden, wer einen negativen Test vorweisen kann.

Neben den Schnelltests, die in Testzentren oder Apotheken gemacht werden können, könnten auch Selbsttests akzeptiert werden, die unter Aufsicht von geschulten und zertifizierten Mitarbeitern der Salons gemacht würden, sagte Kentzler. „Die beäugen dann, ob alles richtig gemacht wird.“ Entsprechende Schulungen würden von Organisationen wie den Johannitern oder Ärzten angeboten. „Derzeit prüfen wir, wie wir solche Schulungen möglichst schnell flächendeckend umsetzten können.“

Zugleich bemängelte Kentzler die kurze Vorlaufzeit. Erst Karfreitag habe man von der neuen Regelung des rot-grünen Senats erfahren. Beschweren wollte er sich dennoch nicht. „Schließlich sind wir so ziemlich die einzigen, die noch geöffnet haben. Und da war es klar, dass es schärfere Regeln geben wird. Ansonsten ließe sich das ja kaum begründen.“

Am ersten Tag mit den neuen Regeln habe es aber „einen Haufen Absagen gegeben“, sagte er. „Die Leute rufen uns an und sind verunsichert, weil sie nicht wissen, wie sie sich verhalten sollen. Gerade die älteren Semester, die auch schon zwei Mal geimpft sind, äußern Unverständnis.“ Am einfachsten wäre es deshalb, wenn die Kunden einfach in den Salon kommen und sich dort selbst testen könnten.

Corona: Diese Testverfahren gibt es

  • PCR-Test: Weist das Virus direkt nach, muss im Labor bearbeitet werden – hat die höchste Genauigkeit aller Testmethoden, ist aber auch die aufwendigste
  • PCR-Schnelltest: Vereinfachtes Verfahren, das ohne Labor auskommt – gilt als weniger zuverlässig als das Laborverfahren
  • Antigen-Test: weniger genau als PCR-(Schnell)Tests, dafür zumeist schneller und günstiger. Laut RKI muss ein positives Testergebnis durch einen PCR-Test überprüft werden, ein negatives Ergebnis schließt eine Infektion nicht aus, insbesondere, wenn die Viruskonzentration noch gering ist.
  • Antigen-Selbsttest: Die einfachste Test-Variante zum Nachweis einer Infektion mit dem Coronavirus. Wird nicht von geschultem Personal, sondern vom Getesteten selbst angewandt. Gilt als vergleichsweise ungenau.
  • Antikörper-Test: Weist keine akute, sondern eine überstandene Infektion nach – kann erst mehrere Wochen nach einer Erkrankung sinnvoll angewandt werden
  • Insgesamt stellt ein negatives Testergebnis immer eine Momentaufnahme dar und trifft keine Aussagen über die Zukunft

Forderung nach Bußgeld-Stopp für Schulschwänzer

An Hamburgs Schulen ist die Präsenzpflicht für Schülerinnen und Schüler nach wie vor aufgehoben, die Schulpflicht gilt jedoch unverändert. Das heißt: Wenn sich ein Schüler zum Beispiel wiederholt dem Unterricht in Distanzform entzieht oder eine Kontaktaufnahme seitens der Schule nicht möglich ist, dann droht dem Schüler beziehungsweise den Eltern ein Bußgeld.

Seit Beginn des Jahres bis zum 23. März haben die Schulen 343 Fälle sogenannter Schulpflichtverletzungen an die Rechtsabteilung der Schulbehörde gemeldet. In diesem Zeitraum haben die Behördenjuristen 374 Bußgeldbescheide verhängt. Das antwortete der Senat auf eine Kleine Anfrage der Linken-Bürgerschaftsfraktionschefin Sabine Boeddinghaus, die ihrerseits wiederum für einen Bußgeld-Stopp plädiert. Lesen Sie hier den ausführlichen Bericht.

Psychische Leiden: Fehlzeiten bei Hamburgerinnen auf Höchststand

Die Krankschreibungen wegen psychischer Probleme haben nach Angaben der DAK-Gesundheit bei Frauen in Hamburg einen Höchststand erreicht. Im vergangenen Jahr seien je 100 Versicherten 401 Fehltage mit einer derartigen Diagnose gemeldet worden, teilte die Krankenkasse mit. Das seien 37 Prozent mehr als noch vor zehn Jahren. Frauen hätten 2020 fast doppelt so viele Fehltage wie Männer wegen psychischer Erkrankungen gehabt. Während die kürzeren Krankschreibungen bis zu zwei Wochen zurückgingen, hätten die längeren Ausfallzeiten über zwei Wochen zugenommen. Im Schnitt waren die betroffenen Frauen und Männer 43 Tage wegen seelischer Leiden krankgeschrieben.

Am häufigsten führten laut DAK Depressionen zu Krankmeldungen. Sie verursachten 128 Fehltage je 100 Versicherten. Die sogenannten Anpassungsstörungen nahmen um rund 14 Prozent zu und waren für 63 Fehltage je 100 Versicherten verantwortlich. Als Anpassungsstörung werden gravierende Veränderungen des Gemütszustandes oder des Sozialverhaltens bezeichnet, wie sie nach einem Trauerfall oder einem anderen belastenden Lebensereignis auftreten können.

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Die DAK-Gesundheit sieht die Zunahme der psychischen Erkrankungen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie. „Unsere aktuelle Analyse zeigt, wie gerade Frauen in unserer Stadt mit psychischen Problemen unter den Pandemie-Einschränkungen und -Belastungen leiden“, erklärte die Landeschefin der DAK-Gesundheit, Katrin Schmieder.

Für die Analyse wertete das Berliner Iges-Institut die Daten von fast 76.000 bei der Kasse versicherten Beschäftigten in Hamburg aus. Mit 5,6 Millionen Versicherten, davon rund 265.000 in Hamburg, ist die DAK-Gesundheit nach eigenen Angaben die drittgrößte deutsche Krankenversicherung in Deutschland.

Über Ostern sind rund 40.000 deutsche Touristen nach Mallorca gereist, am Hamburger Flughafen lag die Auslastung der entsprechenden Maschinen in diesem Zeitraum bei 60 Prozent. Derzeit heben in Fuhlsbüttel pro Woche rund 35 Flieger von Eurowings, Condor und Ryanair in Richtung Palma ab.

Derzeit gilt Mallorca zwar nicht als Risikogebiet, das Auswärtige Amt hob seine Reisewarnung Mitte März auf, weil die Zahl der Neuinfektionen dort unter 50 pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gesunken war. Nun gilt aber dennoch, dass sich Rückkehrer aus Mallorca testen lassen müssen.

Lesen Sie hier den ausführlichen Bericht:

Die AHAL-Regeln gegen Corona: So verringern sie das Ansteckungsrisiko

  • Abstand halten: Reduzieren Sie Kontakte auf ein notwendiges Minimum, und halten Sie mindestens 1,50 Meter Abstand zu anderen Personen
  • Hygiene: Vermeiden Sie das Berühren von Augen, Nase und Mund, waschen Sie sich regelmäßig die Hände mit Seife und achten Sie auf eine korrekte Hust- und Niesetikette (ins Taschentuch oder in die Armbeuge)
  • Im Alltag Maske tragen: Auch wo die (erweiterte) Maskenpflicht nicht gilt, ist es empfehlenswert, sich und andere vor Ansteckung zu schützen. FFP2-Masken oder OP-Masken bieten Schutz vor Ansteckung
  • Lüften: Wenn Sie sich mit anderen Personen in einem Raum aufhalten, lüften Sie regelmäßig, um das Risiko einer erhöhten Viruskonzentration in der Raumluft zu verringen
  • Außerdem: Wenn Sie persönlichen Kontakt zu einer Person hatten, bei der das Coronavirus im Labor nachgewiesen wurde, sollten Sie sich unverzüglich und unabhängig von Symptomen an Ihr zuständiges Gesundheitsamt wenden

Polizeipräsident Meyer zu Einsätzen am Osterwochenende:

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Die wichtigsten Corona-Themen im Überblick

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( jdr/ryb/mik/coe/inga/cjl/mha/dpa )

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