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Ausgangssperre in Flensburg – Quarantäne in Wedel

| Lesedauer: 37 Minuten
Für einen Corona-Test wird bei einem Mann ein Abstrich in der Nase entnommen (Symbolbild).

Für einen Corona-Test wird bei einem Mann ein Abstrich in der Nase entnommen (Symbolbild).

Foto: Juan Manuel Serrano Arce / dpa

Der Tag im Überblick: Leonhard sieht Zusammenhang zwischen Pendlern und Corona-Mutationen. Hohe Infektionszahl in Hamburg.

Hamburg. Schleswig-Holstein drückt bei den Corona-Lockerungen aufs Tempo: Am kommenden Montag werden in weiten Teilen des nördlichsten Bundeslandes Kitas und Grundschulen wieder geöffnet. Dem Personal sollen dafür kostenlose Tests zur Verfügung gestellt werden.

Bremen will am 1. März nachziehen und in den Grundschulen zum Präsenzunterricht zurückkehren. Dabei steigen dort die Zahlen wieder an. In Hamburg wurden sogar die meisten Neuinfektionen seit Ende Januar gemeldet. Gesundheitssenatorin Melanie Leonhard hat dafür eine Erklärung.

Dieser Artikel wird nicht mehr aktualisiert. Hier geht es zu den aktuellen Corona-Nachrichten für Hamburg und den Norden.

Die wichtigsten Corona-Nachrichten für Hamburg und den Norden am 17. Februar:

Die aktuellen Corona-Fallzahlen aus ganz Norddeutschland:

  • Hamburg: 2311 neue Corona-Fälle (gesamt seit Pandemie-Beginn: 430.228), 465 Covid-19-Patienten in Krankenhäusern (davon auf Intensivstationen: 44), 2373 Todesfälle (+2). Sieben-Tage-Wert: 1435,3 (Stand: Sonntag).
  • Schleswig-Holstein: 1362 Corona-Fälle (477.682), 623 Covid-19-Patienten in Krankenhäusern (Intensiv: 39). 2263 Todesfälle (+5). Sieben-Tage-Wert: 1453,0; Hospitalisierungsinzidenz: 7,32 (Stand: Sonntag).
  • Niedersachsen: 12.208 neue Corona-Fälle (1.594.135), 168 Covid-19-Patienten auf Intensivstationen, 7952 Todesfälle (+2). Sieben-Tage-Wert: 1977,6; Hospitalisierungsinzidenz: 16,3 (Stand: Sonntag).
  • Mecklenburg-Vorpommern: 700 neue Corona-Fälle (381.843), 768 Covid-19-Patienten in Krankenhäusern (Intensiv: 76), 1957 Todesfälle (+2), Sieben-Tage-Wert: 2366,5; Hospitalisierungsinzidenz: 11,9 (Stand: Sonntag).
  • Bremen: 1107 neue Corona-Fälle (145.481), 172 Covid-19-Patienten in Krankenhäusern (Intensiv: 14), 704 Todesfälle (+0). Sieben-Tage-Wert Stadt Bremen: 1422,6; Bremerhaven: 2146,1; Hospitalisierungsinzidenz (wegen Corona) Bremen: 3,88; Bremerhaven: 7,04 (Stand: Sonntag; Bremen gibt die Inzidenzen getrennt nach beiden Städten an).

Auch Kreis Schleswig-Flensburg verschärft Corona-Regeln

Wegen des starken Corona-Infektionsgeschehens gelten seit Donnerstag auch im Kreis Schleswig-Flensburg verschärfte Corona-Regeln. Beispielsweise ist wie in Flensburg Einkaufen nur noch allein möglich, wie aus der Allgemeinverfügung des Kreises hervorgeht. Außerdem gilt für alle ab sechs Jahren Maskenpflicht auf Spielplätzen. Die Ausgabe von Speisen und Getränken sowie von bestellten Waren ist nur mit Abholtermin zulässig. Die Allgemeinverfügung gilt bis 28. Februar.

Zudem wechseln die Grundschulen im Kreis ab Montag nicht wieder in den Präsenzunterricht. In den Grundschulen und auch in den Kitas wird es vorerst nur eine Notbetreuung geben.

Die Stadt Flensburg rangierte am Mittwoch laut Robert Koch-Institut mit 181,9 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen auf Platz sieben der deutschen Kreise und kreisfreien Städte, dort gilt ab Sonnabend eine nächtliche Ausgangssperre. Im Kreis Schleswig-Flensburg lag der Wert bei 84,5. Als Ursache der Entwicklung wird die Verbreitung der in Großbritannien entdeckten Variante B.1.1.7 vermutet.

Trotz hoher Werte in Flensburg: Inzidenz im Norden sinkt

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Schleswig-Holstein ist weiter gesunken. Es gab 52,4 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner an den vergangenen sieben Tagen, wie aus Daten hervorgeht, die das Gesundheitsministerium in Kiel am Mittwoch veröffentlichte. Am Dienstag lag der Wert bei 55,8. In Flensburg, wo der Inzidenzwert fast vier Mal so hoch liegt wie im gesamten Bundesland (185,2) verhängten die Behörden eine ab Sonnabend geltend Ausgangssperre.

Es wurden innerhalb von 24 Stunden 233 neue Corona-Infektionen gemeldet. Die Zahl der Toten im Zusammenhang mit dem Coronavirus stieg weiter: um 13 auf 1191. 40.265 Menschen haben sich seit Ausbruch der Pandemie in Schleswig-Holstein nachweislich mit dem Virus infiziert.

368 Corona-Patienten werden den Angaben zufolge derzeit in Schleswig-Holstein in Krankenhäusern behandelt. 71 von ihnen werden intensivmedizinisch behandelt, 48 mit Beatmung.

Stephan Weil rechnet mit Impfung für alle erst im dritten Quartal

Das Impfen gegen Corona für alle Impfwilligen wird nach Einschätzung von Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil ab dem Sommer möglich sein. „Leider haben wir noch zu wenig Impfstoff“, sagte der SPD-Politiker in einem Interview der „Nordwest-Zeitung“ aus Oldenburg. Das werde sich im zweiten Quartal aber deutlich ändern. Die Lieferketten seien nach Aussagen der Hersteller mittlerweile stabil und verlässlich.

„Deswegen können wir nun deutlich mehr Impfstoff gleich in die erste Impfung geben und müssen nicht mehr große Reserven für die zweite Impfung bilden“, sagte Weil. Im März werde absehbar die erste Prioritätsgruppe der Über-80-Jährigen geimpft sein. Dann komme die nächste Gruppe an die Reihe. „Unser großes Ziel ist es, dass im dritten Quartal alle Impfwilligen über die dann noch mal ausgeweiteten Impfzentren und die Hausärzte geimpft werden“, sagte Weil. „Dann haben wir den eigentlichen Durchbruch.“

Niedersachsen hat bislang nach Angaben des Robert Koch-Instituts bei den Erstimpfungen die niedrigste Quote aller Bundesländer. Mit Stand Mittwoch hatten nur 2,9 Prozent der Bevölkerung die erste Impfung erhalten, im Bundesdurchschnitt waren es 3,5 Prozent. Die zweite Impfung haben in Niedersachsen 1,6 Prozent der Bevölkerung erhalten, nur in Hessen ist der Wert mit 1,5 Prozent niedriger.

Bremen macht gute Erfahrungen mit AstraZeneca

Im Bundesland Bremen gibt es nach Angaben des Senats keine Zurückhaltung beim Einsatz des Corona-Impfstoffes von AstraZeneca. Das kleinste Bundesland habe bislang 4800 Dosen des britisch-schwedischen Impfstoffes erhalten, teilte das Gesundheitsressort am Mittwoch mit. Davon seien 1000 Einheiten bereits verwendet worden, weitere 1000 Impfungen seien terminiert.

„Wir haben Impfangebote mit Astrazeneca bislang unter anderem an niedergelassene Ärztinnen und Ärzte sowie Zahnärztinnen und Zahnärzte gemacht“, sagte Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard (Linke). Ihr Eindruck sei, „dass der Impfstoff gut angenommen wird“.

Andere Bundesländer haben bislang nur einen kleinen Teil ihres Impfstoffs von AstraZeneca eingesetzt. Hintergrund ist die Diskussion um eine möglicherweise niedrigere Wirksamkeit des Präparats. Dies sei eher eine Frage des verwendeten statistischen Ansatzes, entgegnete die Präsidentin der Ärztekammer Bremen, Heidrun Gitter. „Es gibt aufgrund derzeitiger wissenschaftlicher Erkenntnis keinen Grund zu der Annahme, dass der Impfstoff von Astrazeneca eine relevant schlechtere Wirksamkeit hat als die anderen derzeit zugelassenen Impfstoffe.“

Wedel: 400 Personen in Quarantäne nach Ausbruch

Nach einem Corona-Ausbruch in einer Physio-Praxis in Wedel direkt hinter der Stadtgrenze zu Hamburg ist laut Angaben des Kreises Pinneberg für mehr als 400 Menschen eine Quarantäne als Kontaktpersonen verhängt worden: "Der Weg der Infektionen ist noch unklar", heißt es in der Mitteilung des Kreises. Bisher sei bei fünf Mitarbeitern und sechs Patienten eine Infektion mit dem Coronavirus festgestellt worden – welcher der Fälle zu dem Ausbruch geführt habe, "kann nicht mit Sicherheit festgestellt werden".

Deswegen müssen sich nun alle Patienten, die während der zwei Tage vor dem ersten Nachweis einer Infektion in der Praxis waren, als Kontaktpersonen ersten Grades in Quarantäne begeben. Die meisten Patienten "werden diese Woche getestet oder sind es bereits", heißt es in der Mitteilung weiter. Die Physio-Praxis bleibt auf Anordnung des Gesundheitsamtes für zunächst zwei Wochen geschlossen.

Mecklenburg-Vorpommern setzt AstraZeneca-Impfungen aus

Nach einer Kühlpanne werden tausende Dosen Astrazeneca-Impfstoff weiterhin nicht in Mecklenburg-Vorpommern gespritzt. Es gebe Hinweise darauf, dass Probleme des Großhändlers beim Transport aufgetreten sind, teilte das Gesundheitsministerium in Schwerin am Mittwoch mit. Neben der Auslieferung von 8400 Dosen vom 15. Februar werde nun auch die Auslieferung von 6000 Dosen vom 11. Februar untersucht.

Mitarbeiter eines Impfzentrums hatten bemerkt, dass der gelieferte Impfstoff zu kalt war. Er hatte eine Temperatur von unter null Grad, zugelassen ist laut Ministerium eine Spanne zwischen plus zwei und plus acht Grad. Daraufhin setzte das Gesundheitsministerium in Schwerin die Verwendung am Dienstag vorsorglich aus.

Bis zur Wiederaufnahme der Impfungen müssten die Lieferkette nachvollzogen und mögliche Fehlerquellen ausgeschlossen werden, betonte Minister Harry Glawe (CDU). Der vorsorglich nicht verwendete Impfstoff soll bis zur Klärung aller Hintergründe und möglicher Folgen weiter gelagert werden. Dann werde entschieden, wie mit den Dosen weiter verfahren wird. Bislang hätten in MV rund 2200 Menschen den Impfstoff erhalten. Glawe appellierte: „Wer sich unwohl fühlt, sollte vorsorglich den nächsten Arzt aufsuchen.“

Hohe Inzidenz Flensburg verhängt Ausgangssperre

Wegen hoher Corona-Infektionszahlen und der Ausbreitung der britischen Virusvariante gilt in Flensburg ab Sonnabend eine Ausgangssperre. Diese betreffe die Zeit zwischen 21.00 und 05.00 Uhr, sagte Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) am Mittwoch. Außerdem dürften Angehörige eines Hausstandes dann keine anderen Menschen mehr treffen, weder draußen noch drinnen.

Zugleich werden laut Günther bisher schon geltende Maßnahmen von der Stadt Flensburg auf das gesamte Kreisgebiet ausgedehnt. Dazu gehörten etwa die Vorschrift, dass nur ein Mensch alleine einkaufen gehen darf, und die Pflicht zum Tragen von Masken auf Spielplätzen.

Im ganzen Kreis werden demnach anders als im Rest des Bundeslandes auch die Schulen nicht am 22. Februar wieder öffnen. In den Kitas bleibe es weiterhin bei einer Notbetreuung.

Zuletzt wurde in der Stadt Flensburg häufig die zuerst in Großbritannien aufgetretene Corona-Variante B.1.1.7 nachgewiesen, die als besonders ansteckend gilt. Die Sieben-Tages-Inzidenz in der Stadt liegt bei 181,9 und damit weit über dem Landesschnitt.

Uni-Präsident spricht über Impfpflicht

Im Podcast "Wie jetzt?" vom Hamburger Abendblatt sprechen Uni-Präsident Dieter Lenzen und Abendblatt-Chefredakteur Lars Haider regelmäßig über die Themen unserer Zeit: In der aktuellen Episode, die ab sofort verfügbar ist, geht es um die Impfungen gegen das Coronavirus, warum Lenzen einer Impfpflicht nicht ablehnend gegenüber steht und was Impfgegner mit der Aufklärung zu tun haben.

Spenderniere berechtigt nicht zu schnellerer Impfung

Menschen mit einer Spenderniere haben einem Gerichtsentscheid zufolge keinen Anspruch auf eine höhere Priorisierung bei der Corona-Schutzimpfung. Auch dass die Frau des Klägers in der Altenpflege arbeite, führe nicht zu einem solchen Anspruch, wie das Verwaltungsgericht Schleswig am Mittwoch in einem Eilverfahren entschieden hat (Az.: 1 B 12/21). Der Mann hatte 2008 eine Spenderniere erhalten. Seitdem muss er sogenannte Immunsuppressiva-Medikamente nehmen.

Mit seinem Eilantrag wollte der Kläger erreichen, dass ihm das Land Schleswig-Holstein unverzüglich die Möglichkeit einer Corona-Schutzimpfung verschafft. Das Gericht kam aber zu dem Ergebnis, dass er wegen seines Gesundheitszustands in die Gruppe derjenigen einzuordnen ist, die mit hoher, nicht jedoch mit höchster Priorität zu impfen seien. Das aus der Organtransplantation allgemein folgende Risiko sei bereits durch Zuweisung einer hohen Priorität in der Verordnung des Bundesgesundheitsministeriums berücksichtigt worden.

Corona-Inzidenz steigt – Leonhard sieht Pendeln als Ursache

Trotz des andauernden Lockdowns ist die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Hamburg wieder gestiegen. Gesundheitssenatorin Melanie Leonhard (SPD) sagte zu den Ursachen der anhaltend hohen Zahl von Neuinfektionen: „Es sprechen jetzt jedenfalls keine Ergebnisse dafür, dass das allein auf Mutationen zurückzuführen ist.“

Hamburg sei eine Großstadt in einer sehr aktiven Metropolregion. Es habe eine Reihe von Corona-Ausbrüchen gegeben, die auf Pendlerbewegungen zurückgingen. „In den Metropolen geht es zuerst hoch und am langsamsten wieder runter, gerade in einer mit 200.000 Einpendelbewegungen pro Tag“, sagte Leonhard.

Sollte sich das Infektionsgeschehen in Hamburg nicht verlangsamen, plant der Senat zunächst keine neuen Maßnahmen. „Wir haben mit unserem Regelungskorsett in Hamburg kaum noch eine Möglichkeit, Kontakte noch weiter einzuschränken“, sagte Leonhard. Hamburg sei auch nicht unter den ersten Bundesländern, die die Schulen und Kitas wieder öffneten. Die geplante Öffnung der Friseursalons sei keine Idee aus Hamburg gewesen.

Corona-Ausbruch in Eisfabrik: 1000 Menschen in Quarantäne

Als Folge des Corona-Massenausbruchs in einer Eiscremefabrik in Niedersachsen ist für rund 1000 Menschen Quarantäne angeordnet worden. Das betreffe sowohl Mitarbeiter der Fabrik in Osnabrück als auch deren Familienangehörige, sagte ein Stadtsprecher.

Am Mittwoch wurden nochmals die zuvor negativ getesteten Mitarbeiter des Unternehmens auf Corona getestet. Diejenigen, die diesen Aufruf nicht mitbekommen hätten, seien nun aufgefordert, sich zu melden. Insgesamt sollen von 462 zunächst negativ getesteten Personen neue Abstriche genommen werden. Bislang sei in insgesamt drei Fällen die britische Mutation B.1.1.7 festgestellt worden.

In der Eisfabrik wurde bei bislang 210 Mitarbeitern eine Coronainfektion festgestellt. Der Betrieb wurde am vergangenen Wochenende eingestellt, die Produktion ruht mindestens bis zum 26. Februar.

Handwerk in Niedersachsen trotz Corona zufrieden

Das Handwerk in Niedersachsen zeigt sich nach dem Start ins neue Jahr trotz Corona-Sorgen insgesamt relativ guten Mutes. Bei einer Umfrage unter 1500 Betrieben sprachen rund drei Viertel von einer guten oder zumindest befriedigenden aktuellen Lage, während sich die übrigen 25 Prozent unzufrieden gaben.

Die große Ausnahme waren Friseur- und Kosmetikfirmen: Hier äußerten sich 72 Prozent negativ, wie die Kammer-Vertretung am Mittwoch berichtete. Erschöpfte Finanzen und nicht ankommende staatliche Hilfen machten betroffenen Betrieben große Sorgen, es gebe „erheblichen Frust“.

Friseure dürfen im März zwar wieder öffnen, doch viele Unternehmen haben auch so schon Existenzängste. Jüngst rutschte die größte deutsche Kette Klier in die Insolvenz. Auch Kosmetikstudios hatten zudem gehofft, schon bald wieder aufmachen zu können. Bei Handwerkern im Gesundheits- und Lebensmittelsektor sowie im Kfz-Geschäft war die Stimmung zuletzt bestenfalls durchwachsen. Anders im Bauhandwerk: Die ungeachtet der Pandemie robuste Branchenkonjunktur 2020 trug dazu bei, dass es hier deutlich mehr positive Stimmen gab.

Hamburg: Keine Probleme mit Astrazeneca-Impfstoff

Nach den Zweifeln an der Wirksamkeit des Corona-Impfstoff von Astrazeneca häufen sich jetzt Meldungen über Nebenwirkungen. In mehreren deutschen Kliniken meldete sich medizinisches Personal krank, nachdem es die erste Dosis des Vakzins des britisch-schwedischen Pharmaunternehmens erhalten hatte.

In Hamburg allerdings sind bislang keine Personalausfälle bekannt, die auf Astrazeneca-Impfungen zurückzuführen wären. Auf Grundlage der Erfahrungen im Impfzentrum ließen sich Meldungen über schwere Nebenwirkungen nicht bestätigen, teilte die Kassenärztliche Vereinigung auf Abendblatt-Anfrage mit. "Eine gewisse Reaktionssymptomatik ist bei einer Impfung vollkommen normal und fällt in aller Regel bei jüngeren Menschen aufgrund einer stärkeren Immunantwort des Körpers auf den Impfstoff deutlicher aus als bei älteren Menschen", sagte KV-Sprecher Jochen Kriens.

Auch das Personal in den sieben Hamburger Krankenhäusern des Asklepios-Konzerns sei von Nebenwirkungen, die über die "bekannten Reaktionen" hinausgehen, nicht betroffen. "Alle uns bekannt gewordenen Impfreaktionen waren wie zu erwarten temporär. Infolgedessen gab es nach den Impfungen daher auch keine größeren Personalausfälle", sagte Asklepios-Sprecher Mathias Eberenz. Aktuell und offenbar bis auf Weiteres werde den Kliniken von der Stadt fast ausschließlich der Impfstoff von Astrazeneca zur Verfügung gestellt.

Anteil positiver Corona-Tests im Norden rückläufig

Von 29.000 Corona-Tests sind in Schleswig-Holstein in der vergangenen Woche acht Prozent positiv ausgefallen. Dies war der niedrigste Anteil seit Mitte November, wie aus Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung (KVSH) vom Mittwoch für 170 Labore hervorgeht. In der Vorwoche waren es noch 10,4 Prozent bei 29.900 Tests. Die Statistik erfasst der KVSH zufolge nur die Tests einiger weniger Labore nicht, im Norden zum Beispiel die des Universitätsklinikums.

Den höchsten Positiv-Wert hatte es in der letzten Dezemberwoche mit 15,7 Prozent gegeben, bei allerdings nur 16.700 Tests. In Deutschland insgesamt betrug der Anteil der Positiv-Tests zuletzt 6,8 Prozent. Bis zur ersten Januarwoche lag der Wert im Norden noch stets unter dem Bundesschnitt, seitdem ist er durchweg höher.

Corona: Polizei Bremerhaven löst Glücksspielrunde auf

Mit einem nächtlichen Treffen in einer Gaststätte in Bremerhaven haben 16 Menschen gegen die Corona-Regeln verstoßen. Wie die Polizei am Mittwoch mitteilte, sollen sich die Menschen an einem illegalen Glücksspiel beteiligten haben. Demnach bemerkte eine Polizeistreife in der Nacht Licht aus den verschlossenen Räumen. Als die Beamten die Gaststätte betraten, sahen sie, dass die Teilnehmer des Treffens eng beieinandersaßen oder -standen. Keiner habe einen Mund-Nasen-Schutz getragen.

„Auf eine Belüftung des verrauchten Raumes wurde offensichtlich gänzlich verzichtet“, sagte ein Polizeisprecher. Auf mehreren Tischen lagen Spielchips. Die Beamten lösten die Veranstaltung auf und stellten zwei nicht zugelassene Spielautomaten sicher.

Personalagentur maßgeblich für Flensburgs Corona-Misere?

Das aktuelle Corona-Geschehen in Flensburg ist nach Ansicht des Leiters der Landesmeldestelle Schleswig-Holstein, Helmut Fickenscher, ursprünglich vor allem auf Aktivitäten einer größeren Personalvermittlungsfirma zurückzuführen.

„Diese haben mehrere größere Betriebe im Raum Flensburg und auch in Dänemark betroffen“, sagte der Kieler Infektionsmediziner am Mittwoch. „Und das hat sich in der Bevölkerung in Flensburg und in angrenzenden Gebieten des Kreises Schleswig-Flensburg fortgesetzt.“ Betroffen seien vor allem Menschen im Umfeld infizierter Beschäftigter dieser Firmen.

Flensburg rangiert mittlerweile mit 181,9 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen auf Platz sieben der Kreise und kreisfreien Städte in Deutschland. Die in Großbritannien entdeckte Variante B1.1.7 wurde am 15. Januar erstmals in der Fördestadt nachgewiesen und hat sich seitdem rasant ausgebreitet.

Hamburgs Tennisspieler fordern Plan für Lockerungen

Der Hamburger Tennis-Verband (HTV) hat von Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) in einem offenen Brief einen Stufenplan für die Wiederaufnahme seines Sports eingefordert. Vorbilder seien dabei Schleswig-Holstein und Niedersachsen. „Dabei verstehen wir einen Stufenplan nicht als Freibrief für Lockerungen, sondern als Kompromiss zwischen Gesundheitsschutz und Perspektiven“, heißt es in dem Schreiben.

Tennis ist in der Hansestadt seit dem 7. November ausschließlich in der Einzelvariante im Freien erlaubt. Bis zum Wintereinbruch sei das von den Mitgliedern auch genutzt worden. Die Tennisplätze sollten dann in einer frühen Phase wieder öffnen. Dabei sei egal, ob in der Halle oder im Freien gespielt wird. „Der entscheidende Faktor, sich anzustecken, liegt in der Größe, der Aufenthaltsdauer und der Belüftung der Räume. Hier dürfte die Nutzung einer Tennishalle als vergleichsweise unkritisch anzusehen sein“, heißt es in dem HTV-Schreiben.

Wichtig sei eine einheitliche Regelung mit den Nachbarländern. Sie würde „auch die weiten Wege ersparen, die viele Hamburger jetzt fahren, um in Niedersachsen und bald auch wieder in Schleswig-Holstein zu trainieren“.

Corona-Hilfen für Schleswig-Holsteins Künstler

Freischaffende und hauptberuflich tätige Künstler aller Sparten können in Schleswig-Holstein ab sofort als Corona-Hilfe einmalige Stipendien in Höhe von jeweils 2000 Euro beantragen. Das Kulturministerium stellt dafür insgesamt drei Millionen Euro zur Verfügung, wie es am Mittwoch mitteilte.

Das Stipendium im Rahmen des Programms „Kulturhilfe SH“ dient der Aufrechterhaltung oder dem Ausbau der künstlerischen Fähigkeiten in der jetzigen schwierigen Situation. Ob die Künstler mit Hilfe des Stipendiums Arbeitsmaterialien anschaffen, neue kreative Ansätze entwickeln oder begonnene Vorhaben fortsetzen, bleibt ihnen überlassen.

„Mit den Stipendien ergänzt das Land bewusst die wirtschaftlichen Bundeshilfen für Soloselbstständige im künstlerischen Bereich“, sagte Ministerin Karin Prien (CDU). Über die Internetseite des Landeskulturverbands können Stipendien beantragt werden.

Corona: Zehntausende Astrazeneca-Impfdosen ungenutzt

In Niedersachsen ist bisher nur ein Bruchteil der gelieferten Corona-Impfdosen des Herstellers Astrazeneca eingesetzt worden. Bisher erhielt das Land 72.000 Dosen, davon wurden bis einschließlich Dienstag aber erst 8806 verwendet, wie das Gesundheitsministerium in Hannover am Mittwoch auf Anfrage mitteilte. In anderen Bundesländern sieht es ähnlich aus: Lediglich Nordrhein-Westfalen (34.124) und Bayern (12.092) setzten bisher mehr Impfdosen von Astrazeneca ein.

Geimpft werden mit dem Impfstoff von Astrazeneca die Impfberechtigten, die der höchsten Priorität angehören und die jünger sind als 65 Jahre. Dazu zählt laut Gesundheitsministerium das Personal in der ambulanten Pflege und in den besonders gefährdeten Bereichen der Krankenhäuser. Die Impfzentren kontaktierten die entsprechenden Einrichtungen direkt.

Zur Frage, ob die Impfwilligen bei Astrazeneca zurückhaltender seien als bei den Vakzinen von Biontech und Moderna, hieß es, dazu lägen keine Daten vor.

Corona: Norddeutscher Fußball-Verband verschiebt Wahlen

Der Norddeutsche Fußball-Verband hat seinen für den 19. Juni geplanten Verbandstag wegen der unsicheren Lage in der Coronavirus-Pandemie verschoben. Die Veranstaltung soll nun am 25. September in Bremen stattfinden, teilte der NFV am Mittwoch mit.

„Aufgrund der anstehenden Neuwahlen und weiteren wichtigen, die Zukunft des Verbandes betreffenden Themen, ist eine Veranstaltung mit Präsenz wünschenswert“, begründetet NFV-Präsident Günter Distelrath die Entscheidung. Derzeit ist nicht absehbar, wann Veranstaltungen wieder mit einer größeren Anzahl an Menschen stattfinden können.

Corona: Zahl der Flüge im Norden sinkt deutlich

Der Flugverkehr im norddeutschen Luftraum ist im vergangenen Jahr 2020 um mehr als die Hälfte zurückgegangen. Nach Daten der Deutschen Flugsicherung (DFS) sank die Zahl der Starts und Landungen am Hamburger Flughafen im Vergleich zum Vorjahr um knapp 60 Prozent auf 60.144. Hannover verzeichnete einen Rückgang um rund 58 Prozent auf 27.367 Starts und Landungen. Auch am Flughafen in Bremen hatten die Fluglotsen deutlich weniger zu tun. Dort gab es mit 15.187 etwa 49 Prozent weniger Starts und Landungen als im Jahr 2019.

Der Rückgang zeigte sich für den gesamten norddeutschen Luftraum, der rund 180.000 Quadratkilometer umfasst und von der niederländischen bis zur polnischen Grenze sowie von der dänischen und schwedischen Grenze bis nach Kassel und Cottbus reicht. Die für das Gebiet zuständige DFS Kontrollzentrale in Bremen zählte im Jahr 2020 knapp 291.000 Flüge – im Vorjahr waren es etwa 667.300.

Der neue Betriebsleiter der Flugsicherung am Standort Bremen, Andre Biestmann, rechnet nicht mit einer baldigen Erholung des Luftverkehrs. „Es wird voraussichtlich bis 2025 dauern, bis das alte Niveau wieder erreicht wird“, sagte der 54-Jährige. Als Pandemiebeauftragter der DFS ist Biestmann für den Schutz der bundesweit rund 5600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zuständig. „Wir gehören zur kritischen Infrastruktur und stellen unsere Dienstleistung auch in der Krise bereit. Nicht zuletzt für die Verteilung der Impfstoffe in aller Welt ist der Luftverkehr systemrelevant.“

Vielzahl mutierter Viren macht Flensburg Sorgen

In Flensburg ist ein Großteil der Corona-Neuinfektionen auf eine Virusvariante zurückzuführen. Sie mache mittlerweile etwa ein Drittel aller seit Mitte Januar bestätigten Fälle aus, sagte ein Stadtsprecher am Mittwoch. In der Stadt geht man davon aus, dass die Variante in Situationen übertragen werden, in denen das Original-Virus vorher nicht so schnell übertragen wurde.

Die Virusvariante sei deutlich ansteckender und gefährlicher, sagte der Stadtsprecher. Einen einzigen Ausbruchsherd gebe es nicht, dass Virus sei in allen Stadtteilen und an verschiedensten Stellen. „Es ist beunruhigend.“

Flensburg rangiert mittlerweile mit 181,9 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen auf Platz sieben der Kreise und kreisfreien Städte in Deutschland. Vor zwei Monaten hatte die Sieben-Tage-Inzidenz in der Stadt noch bei 53 gelegen.

Die in Großbritannien entdeckte Variante B1.1.7 wurde am 15. Januar erstmals in der Fördestadt nachgewiesen und hat sich seitdem rasant ausgebreitet. Bereits am 29. Januar schrieb die Stadt in ihrem Lagebericht von 39 bestätigten Nachweisen und 53 Verdachtsfällen. Am Mittwochvormittag (Stand 11 Uhr) betrug die Zahl der vordiagnostizierten Meldungen 283 Fälle.

Corona: Tourismus-Experte warnt vor Schnellstart

Vor schwerwiegenden Fehlern bei einer Rückkehr zum Tourismus im Frühjahr hat der Branchenforscher Martin Linne gewarnt. Die schlimmsten Folgen für die Tourismuswirtschaft könnten nach seiner Ansicht nicht durch den Corona-Lockdown an sich entstehen, wie der Geschäftsführer der Gesellschaft für Tourismusforschung (Elmshorn) in einer Analyse für die Wirtschaftsvereine der Inseln Amrum, Föhr, Sylt und Helgoland darlegt. Gravierender könnten die Folgen sein, wenn ganzheitliche Wirkungen und Sonderfaktoren ignoriert würden.

Zwar koste jeder Schließtag im Winter-Lockdown in Schleswig-Holstein 17,8 Millionen Euro an touristischen Umsatzerlösen, erläuterte Linne. Insgesamt seien das 3,2 Milliarden Euro, sollten die coronabedingten Schließungen bis in den April währen oder 2,6 Milliarden Euro, sollten im April wieder Reisen möglich sein. Betriebe könnten aber durch falsche Öffnungsstrategien erst recht in die Insolvenz getrieben werden.

Falsch wäre ein Schnellstart wie nach dem Frühjahrs-Lockdown. Nötig seien vielmehr Planungsvorläufe für Hotels von zwei bis vier Wochen. Im Übrigen könnten die Häuser Verluste kaum wettmachen, weil sie wieder öffnen werden, wenn die Auslastung ohnehin gut sei. Da dann die Nachfrage nicht voll befriedigt werden könne, würden die Preise steigen. Schwierig wären für Linne auch Öffnungen mit beschränkter Kapazität: Dies sei für Betriebe oft nicht wirtschaftlich.

Corona: Beiersdorf korrigiert Finanzziele

Der Hamburger Kosmetik- und Konsumgüterkonzern Beiersdorf hat seine Finanzziele wegen der Corona-Pandemie gekippt. „Wir haben uns neue Mittelfristziele gesetzt“, sagte Finanzvorstand Astrid Hermann am Mittwoch. Aber „wegen der Unsicherheiten können wir einfach keine konkreten Zahlen nennen. Das wollen wir uns noch ein bisschen aufheben.“ Bislang war eine operative Rendite von 16 bis 17 Prozent bis 2023 angepeilt.

Beiersdorf hat wegen der Corona-Pandemie im vergangenen Jahr einen Umsatzrückgang von 8,2 Prozent auf 7,025 Milliarden Euro hinnehmen müssen. „Organisch“, das heißt aus eigener Kraft, gibt das Unternehmen ein Umsatzminus von lediglich 5,7 Prozent an.

Weltweite coronabedingte Restriktionen in wichtigen Märkten und Reisebeschränkungen hätten die Geschäftsentwicklung erheblich beeinträchtigt, vor allem im zweiten Quartal. Der Konzerngewinn schrumpfte um 19,3 Prozent auf 636 Millionen Euro.

Hamburg meldet höchste Zahl an Neuinfektionen seit Januar

Hamburg kommt im Kampf gegen das Coronavirus nicht von der Stelle, im Gegenteil: Seit Dienstag wurden der Gesundheitsbehörde 237 neue Infektionsfälle gemeldet, 86 mehr als am Vortag und so viele wie seit 30. Januar nicht (249).

Da die Zahl um 18 über der des vergangenen Mittwochs gilt, stieg die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz auf 1,0 auf 68,1 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner.

Auch in Hamburgs Krankenhäusern zeichnet sich keine Entspannung ab. Aktuell werden 330 Menschen wegen einer Covid-19-Erkrankung stationär behandelt, drei mehr als noch am Dienstag. 83 von ihnen liegen auf einer Intensivstation, ein Anstieg um zwei. Zudem wurden fünf neue Todesfälle gemeldet. Damit sind in Hamburg 1202 nachweislich an oder mit Corona gestorben.

Corona-Lockerungen: Weil mahnt Stufenplan an

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hat für die nächste Bund-Länder-Beratung zum Corona-Kurs einen gemeinsamen Stufenplan für mögliche Lockerungen angemahnt. „Ich hätte mir sehr gewünscht, dass es schon in der vergangenen Woche hierzu einen gemeinsamen Stufenplan gegeben hätte“, sagte Weil am Mittwoch im Landtag in Hannover.

Immerhin sei über weitere Perspektiven diskutiert worden und es gebe das gemeinsame Verständnis, dass eine mittelfristige Strategie nötig sei. „Meine klare Erwartung an die nächste Bund-Länder-Runde am 3. März ist, dass dazu ein substanzieller Vorschlag auf dem Tisch liegt.“

Weil warb für den von seiner Regierung für Niedersachsen bereits vorgelegten Entwurf eines Stufenplans als Muster für ganz Deutschland. Er beinhaltet ein Ampelsystem für Lockerungen, aber auch eventuell nötige Verschärfungen bei einer Verschlechterung der Lage. Er sieht sechs Stufen, je nach Intensität der Infektionslage, vor.

Corona: Hamburg-Mitte unterstützt Außengastronomie

Die Gastronomie leidet extrem unter den Beschränkungen infolge der Corona-Pandemie. Im Bezirk Hamburg-Mitte wollen SPD, CDU und FDP als Koalition die Gastronomie in den Stadtteilen auch in diesem Jahr unterstützen. Die Fraktionen haben einen Antrag in den Cityausschuss eingebracht, in dem es um die Nutzung von Park- und Ladeflächen während der Sommermonate 2021 geht. Konkret geht es darum, dass Genehmigungen erteilt werden, die bis zum Ende der Saison (31. Oktober) gelten sollen. „Die Gebührenbefreiung dieser Sondernutzungen erfolgte schon letztes Jahr durch den Senat und haben bis zum 31.Dezember 2021 Bestand“, heißt es in einer aktuellen Mitteilung.

"Wir freuen uns, dass der Senat auch in diesem Jahr die Gastronomen von den Sondernutzungsgebühren befreit“, sagte Stefan Sousa, SPD-Sprecher im City Ausschuss der Bezirksversammlung Hamburg-Mitte. „Als Bezirkspolitik wollen wir unseren Teil dazu beitragen, die Gastronomen zu unterstützen.“ Für die bessere Planung von Gastronomen sei es wichtig, bereits jetzt ein Signal auszusenden, dass die Außengastronomie in diesem Jahr ähnlich wie im letzten Jahr funktionieren könne. Sousa: „Uns ist aber auch wichtig, die Anwohnenden im Blick zu behalten, daher legen wir explizit auch einen Fokus darauf, dass es nur funktionieren kann, wenn die GastronomInnen Rücksicht auf die Anwohnenden nehmen.“

Hamburg verweigert Frau aus Barsbüttel Corona-Impfung

Kann ich mich auch in Hamburg gegen das Coronavirus impfen lassen? Diese Frage sorgt in Stormarn derzeit für Frust und Verwirrung. Gerade für Menschen aus dem Süden des Kreises ist das Hamburger Impfzentrum in den Messehallen deutlich einfacher zu erreichen als jenes des Kreises in Bad Oldesloe. Doch trotz erfolgreicher Terminbuchung gehen Stormarner in den Messehallen leer aus. Der Senat stellt nun klar: Eine Impfung gibt es dort nur für Hamburger.

Zu den Abgewiesenen zählt auch Anneliese Franciskowsky, die Schwiegermutter von Thomas Bolbrügge. Der Großenseer hatte für die 81-Jährige, die im Barsbütteler Ortsteil Stellau lebt, einen der begehrten Impftermine in den Messehallen ergattert. Was sie dort erlebte, lesen Sie hier.

Gratis-Corona-Tests für Lehrer und Erzieher im Norden

Am kommenden Montag öffnen in weiten Teilen Schleswig-Holsteins wieder die Kindergärten und Grundschulen. Nur in den Kreisen Pinneberg und Herzogtum Lauenburg sowie in den Städten Flensburg und Lübeck gibt es wegen vieler Corona-Fälle Sonderregelungen. Betreuer und Lehrer in Kitas und Grundschulen sollen nun erstmals kostenlose Schnelltests bekommen.

Die Einzelheiten dieser weiteren Corona-Schutzmaßnahme waren zunächst noch unklar. Bildungsministerin Karin Prien (CDU) sprach von einem „Testregime“, für das nun Vorschläge erarbeitet würden. Es gehe darum, dass sich „die für Betreuung und Beschulung der Kinder so wichtigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter regelmäßig, anlassunabhängig und für sie kostenfrei testen lassen können“.

Corona: Diese Testverfahren gibt es

  • PCR-Test: Weist das Virus direkt nach, muss im Labor bearbeitet werden – hat die höchste Genauigkeit aller Testmethoden, ist aber auch die aufwendigste
  • PCR-Schnelltest: Vereinfachtes Verfahren, das ohne Labor auskommt – gilt als weniger zuverlässig als das Laborverfahren
  • Antigen-Test: weniger genau als PCR-(Schnell)Tests, dafür zumeist schneller und günstiger. Laut RKI muss ein positives Testergebnis durch einen PCR-Test überprüft werden, ein negatives Ergebnis schließt eine Infektion nicht aus, insbesondere, wenn die Viruskonzentration noch gering ist.
  • Antigen-Selbsttest: Die einfachste Test-Variante zum Nachweis einer Infektion mit dem Coronavirus. Wird nicht von geschultem Personal, sondern vom Getesteten selbst angewandt. Gilt als vergleichsweise ungenau.
  • Antikörper-Test: Weist keine akute, sondern eine überstandene Infektion nach – kann erst mehrere Wochen nach einer Erkrankung sinnvoll angewandt werden
  • Insgesamt stellt ein negatives Testergebnis immer eine Momentaufnahme dar und trifft keine Aussagen über die Zukunft

Zweimal pro Woche sollten bis Ostern kostenlose Corona-Testungen angeboten werden. Dies gelte auch für die Horte, die offene Ganztagsschule und die Kindertagespflege. „Dafür sollen Mittel von etwa 17 Millionen Euro veranschlagt werden“, sagte Prien. Ob dieses Angebot nach Ostern fortgesetzt wird, ist derzeit unbekannt.

Corona: Schleswig-Holsteins Kita-Personal in Sorge

In Schleswig-Holsteins Kindertagesstätten geht die Angst um. Jedenfalls ist das der Eindruck, den eine Umfrage der Gewerkschaft GEW bei deren Landesvorsitzender Katja Coordes hinterlassen hat. „85 Prozent der Erzieherinnen und sozialpädagogischen Assistentinnen sorgen sich um ihre Gesundheit, weil die Politik keine effektiven Schutzmaßnahmen geschaffen hat. Vor diesem Hintergrund ist es verantwortungslos, die Kitas ab Montag mit voller Besetzung in den Regelbetrieb zu schicken“, sagte sie.

464 Erzieherinnen und sozialpädagogische Assistentinnen hatten an der Umfrage teilgenommen. Coordes erneuerte die GEW-Forderung nach einem Start mit halbierten Gruppen: „Wir brauchen endlich einen Maßnahmenplan, der an die örtlichen Inzidenzwerte gekoppelt ist.“

Helfer bringen 45 Obdachlose in Jugendherberge unter

Die Hamburger Vereine StrassenBlues und Hanseatic Help haben 45 Obdachlose vorübergehend in der Jugendherberge „Auf dem Stintfang“ untergebracht. Dies sei mit Unterstützung der Karin und Walter Blüchert Gedächtnisstiftung und weiteren Spendern möglich gewesen.

Hanseatic Help: „Dank der finanziellen Hilfe eines Bündnisses Hamburger Unternehmen können sie bis zum 22. Februar dort in Einzelzimmern Unterschlupf und Schutz vor der Kälte und dem Coronavirus finden.“

Hannovers Verkehrsmittel erhalten Corona-Spuckschutz

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie bekommen die Linienbusse der Betreiber Üstra und Regiobus in Hannover neue Schutzscheiben für die Fahrer. Diese sollten ab Ende April eingesetzt werden, sagte ein Üstra-Sprecher am Mittwoch. Zunächst müssten sie aber beschafft und getestet werden. Ziel sei, das bisherige, im Frühjahr 2020 eingeführte Provisorium aus Flatterband und Schutzfolie zu ersetzen, berichtete die „Neue Presse“ in Hannover zuvor. Mit dem nachträglichen Einbau von Fahrerschutzscheiben oder Spuckschutz in den Bussen wollten die beiden Nahverkehrsbetriebe den Infektionsschutz deutlich verbessern.

Bei Regiobus beginne der Einbau ab Ende März und solle etwa vier Wochen dauern, sagte ein Sprecher der Zeitung. Umgerüstet würden alle rund 250 Busse des Betreibers, die in erster Linie durch das Umland fahren. Bei Üstra soll sich die Montage von Ende April über den Mai erstrecken, umgebaut werden rund 140 Linienbusse.

Corona: Bremen verteidigt Rückkehr zu Präsenzunterricht

Bremens Bildungssenatorin Claudia Bogedan sieht im geplanten Präsenzunterricht an Grundschulen ab März den richtigen Weg, die Folgen der Pandemiebekämpfung für Kinder zu verringern. „Wir merken alle, dass wir eine ganze Reihe von Kindern sehr lange Zeit nicht in den Einrichtungen gesehen haben“, sagte die SPD-Politikerin dem Bremer „Weser-Kurier“.

Ziel sei, den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit zu geben, „mit anderen Kindern zusammen zu sein. Schule lebt von der Schulpflicht, davon, dass alle Kinder denselben Lernort haben“. Es sei „absolut gerechtfertigt“, jüngeren Schülern wieder Präsenz zu ermöglichen.

Zuvor war bekannt geworden, dass die Grundschulen in der Stadt Bremen angesichts der sinkenden Zahl von Corona- Neuinfektionen zum Präsenzbetrieb in voller Klassenstärke zurückkehren. In der Stadtgemeinde Bremen soll das vom 1. März an der Fall sein, in Bremerhaven wird bis zu den Osterferien in Halbgruppen unterrichtet. Für alle Schüler ab Jahrgangsstufe 5 wird der Unterricht im Wechselmodell fortgesetzt.

Nach Lockdown: Werden Friseurbesuche teurer?

Wer nach dem Ende des „Friseur-Lockdowns“ am 1. März oder danach einen der begehrten Haarschneide-Termine ergattert, der muss danach an der Kasse möglicherweise etwas tiefer in die Tasche greifen. „Mit dem Re-Start am 1. März müssen die Kunden mit Preisanpassungen rechnen“, sagte der Obermeister der Friseur-Innung Leer-Wittmund, Heiner Heijen, der „Ostfriesen-Zeitung“.

Grund seien die erneut verschärften Hygienevorschriften der Berufsgenossenschaft – zum Beispiel für medizinische Schutzmasken und Einweghandschuhe. Diesen Aufwand müssten die Friseure an die Kunden weiterreichen. Konkret bedeutet dies laut „Ostfriesen-Zeitung“: Waschen, Schneiden, Föhnen für Männer kostet bei Art Frisör Heijen in Weener ab 1. März 1,50 Euro mehr. Weitere, aufwendigere Dienstleistungen dürften sich entsprechend stärker verteuern.

Die wichtigsten Corona-Themen im Überblick

Tschentscher lässt Kita-Öffnung in Märzferien offen

Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher hat betont, auch für die Öffnungen der Kitas ist das weitere Infektionsgeschehen in der Corona-Pandemie entscheidend. Ob die Kitas eventuell bereits in den Märzferien öffnen könnten, werde gerade geprüft, sagte der SPD-Politiker im Interview Abendblatts. „Aber auch da gilt: Entscheidend ist das weitere Infektionsgeschehen.“

Die Sozialbehörde hatte vergangene Woche angekündigt, man hoffe, schon Anfang März ersten Schritte in Richtung regulärer Kitabetrieb gehen zu können. Vor einer Öffnung müssten aber das Infektionsgeschehen und mögliche Auswirkungen der Virusmutanten auf Kinder genau beurteilt werden.

„Wir in Hamburg lassen bis zu den Frühjahrsferien die Regelungen, wie sie sind, denn erstens haben wir derzeit noch kein ausreichend niedriges Infektionsgeschehen und zweitens ab 1. März schon Ferien“, sagte Tschentscher auch der Zeitung. „Daher ist es auch aus praktischen Gründen nicht sinnvoll, den Schulbetrieb vorher noch umzustellen.“ Das ganze Interview können Sie hier nachlesen.

Die aktuellen Corona-Regeln für Hamburg im Überblick

  • Alle Regeln, die im Rahmen der Eindämmungsverordnung bis zum 10. Januar gelten sollten, werden grundsätzlich bis zum 14. Februar verlängert – ein Großteil des Einzelhandels bleibt geschlossen, bestellte Waren dürfen aber abgeholt werden. "Körpernahe Dienstleistungen" wie Friseure, Nagel-, Massage- und Tattoo-Studios dürfen nicht angeboten werden. Auch Kultur- und Freizeiteinrichtungen bleiben geschlossen, Alkoholkonsum in der Öffentlichkeit bleibt verboten.
  • Kontaktregeln Angehörige eines Haushalts dürfen sich nur noch mit einer weiteren Person treffen. Ausnahmen für Kinder gibt es nicht.
  • Die Maskenpflicht wird angepasst: Stoffmasken reichen in den meisten Fällen nicht mehr aus. Stattdessen müssen medizinische Masken (mindestens OP-Masken, auch FFP2- oder KN95-Masken sind möglich) getragen werden. Bis zum 1. Februar gilt eine Übergangsphase, danach werden Verstöße mit Bußgeldern geahndet.
  • Kitas und Schulen: Die Präsenzpflicht an den Schulen bleibt aufgehoben, stattdessen soll so weit wie möglich Distanzunterricht gegeben werden. Kinder sollen – wann immer möglich – zu Hause betreut werden. Die Kitas wechseln in die "erweiterte Notbetreuung". Die privat organisierte Kinderbetreuung in Kleingruppen bleibt gestattet.
  • Arbeitgeber sind angehalten, so weit wie möglich ein Arbeiten von zu Hause aus zu ermöglichen. Zusätzlich soll eine neue Bundesverordnung Arbeitgeber dazu verpflichten, Homeoffice anzubieten, so weit das möglich ist. Betriebskantinen dürfen nur öffnen, wenn sie für den Arbeitsablauf zwingend erforderlich sind.
  • Sollte die Sieben-Tage-Inzidenz auf einen Wert über 200 steigen, müsste eine Ausgangsbeschränkung erlassen werden, die den Bewegungsradius auf 15 Kilometer rund um den Wohnort einschränkt. Wie genau diese Regel in Hamburg angewandt würde, ist noch nicht bekannt – der Senat will darüber entscheiden, sollte sich die Inzidenz dem Grenzwert annähern.
  • Senioren- und Pflegeeinrichtungen sollen mehrmals pro Woche Personal und Besucher testen. Das war in Hamburg schon verpflichtend und gilt nun bundesweit.
  • Zwei-Test-Strategie bei Reiserückkehrern aus Risikogebieten: Ein Corona-Test direkt nach der Einreise ist verpflichtend, die zehntägige Quarantäne kann frühestens fünf Tage nach der Einreise durch einen weiteren Test verkürzt werden. Die Kosten für die Tests werden nicht übernommen.

Lesen Sie hier die Corona-News für Hamburg und den Norden vom Vortag

( leo/pop/coe/josi/dpa )

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