Auftritt in ZDF-Spendengala

Dr. Wimmer nach Tod seiner Tochter: "Wir kämpfen weiter"

| Lesedauer: 3 Minuten
Louisa Rascher
Dr. Johannes Wimmer: Der TV-Arzt aus Hamburg hat seine Tochter Maximilia an einen aggressiven Tumor verloren.

Dr. Johannes Wimmer: Der TV-Arzt aus Hamburg hat seine Tochter Maximilia an einen aggressiven Tumor verloren.

Foto: Klaus Bodig / HA

Dr. Johannes Wimmer setzt sich bei "Ein Herz für Kinder" für Tumorforschung ein – und spricht über den Leidensweg seiner Tochter.

Hamburg. Es war ein denkbar schwieriger und schmerzhafter Auftritt: Erst vor wenigen Wochen ist seine kleine Tochter Maximilia gestorben, nun macht sich Dr. Johannes Wimmer für intensivere Forschung zu bösartigen Tumoren bei Kindern stark. In der ZDF-Spendengala "Ein Herz für Kinder" sprach der TV-Arzt auch über die Tragödie, die seine Familie durchleben muss.

Dr. Wimmer spricht im ZDF über Tochter Maximilia

"Die letzten Wochen und Monate haben wir so sehr gespürt, wie eine große Sinnlosigkeit uns gesteuert hat und wir Zuschauer im eigenen Leben waren", sagte Wimmer (37) am Sonnabend live im Fernsehen. "Wir wollen nun etwas Sinnhaftes stiften. Für mich wäre es viel schlimmer gewesen, heute nicht zu kommen. Denn dann hätte der Krebs gesiegt. Jetzt hat er ihr zwar das Leben genommen", sagte er und rang mit den Tränen. "Aber wir kämpfen weiter."

Erst am Tag vor der Livesendung mussten er und seine Frau Clara (33) auf einem Hamburger Friedhof ihr eigenes Kind beerdigen. Maximilia war am 21. November im Alter von nur neun Monaten an einem Hirntumor gestorben. Nun setzt der Mediziner sich dafür ein, dass die Forschung mehr Erkenntnisse über schwere Tumorerkrankungen, wie die seiner Tochter, ziehen kann.

Dr. Wimmer macht sich für mehr Forschung zu Tumoren stark

Zu Gast war neben ihm auch Prof. Dr. Stefan Fister vom Universitätsklinikum Heidelberg. Die Klinik arbeite enger verzahnt mit dem Deutschen Krebsforschungszentrum zusammen, damit die Forschung schnell zum Patienten komme und andersherum schneller neue Forschungsprojekte angestoßen würden.

Wimmer werde in Zukunft als Botschafter für das Hopp Kindertumorenzentrum Heidelberg (KiTZ) auftreten. "Weil wir glauben, dass er in ganz besonderer Weise ein Verständnis dafür wecken kann, wie wichtig es ist, Forschung zum Patienten bringen zu können", sagte Fister zu Johannes B. Kerner, der die Gala moderierte. Dort sind erstmals mehr als 25 Millionen Euro Spenden für Kinder in Not zusammen gekommen.

"An den Augen der Ärzte gesehen, dass es ernst ist"

Wimmer hat in der Sendung auch von der Diagnose seiner Tochter erzählt. Als Maximilia immer mehr gespuckt habe, sei er mit ihr ins Krankenhaus gefahren. "Die haben dann ein MRT gemacht. An den Augen der Ärzte habe ich schon gesehen, dass es ernst ist." Das Mädchen war an einem "seltenen, sehr aggressiven bösartigen Hirntumor" erkrankt.

Das Baby sei noch am selben Tag nach einer Notverlegung ins UKE operiert worden. Maximilia habe zwischenzeitlich sehr lange im künstlichen Koma gelegen.

In der folgenden Zeit sei ihm wichtig gewesen, "dass wir als Familie jeden Tag einen Moment hatten, bei dem wir gesagt haben, den nehmen wir mit, ganz egal, wie der morgige Tag aussieht", sagte Wimmer. Er rät Eltern, die ein ähnliches Schicksal trifft, Hilfe anzunehmen "und sie auch einzufordern". Das Umfeld sei häufig auch hilflos in solchen Situationen, könne aber kochen oder mal die anderen Kinder beaufsichtigen.

Maximilia war am 21. November gestorben

Wimmer hatte die lebensbedrohliche Diagnose seiner Tochter im August öffentlich gemacht. Am Tag, als seine Tochter gestorben ist, veröffentlichte der Vater ein Foto des Mädchens auf Instagram. Dazu schrieb er: "Unser Engel Maxi".

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