Groß Flottbek

Waitzstraße: Provisorische Parkplätze machen Chaos perfekt

Waitzstraße, die Hamburger (oder deutschlandweit?) Straße mit den meisten Einparkunfällen, vor allem durch Senioren: Die neuen Kreuze scheinen die Parkplätze zu kennzeichnen, sollen aber eigentlich die frühere Markierung ungültig machen.

Waitzstraße, die Hamburger (oder deutschlandweit?) Straße mit den meisten Einparkunfällen, vor allem durch Senioren: Die neuen Kreuze scheinen die Parkplätze zu kennzeichnen, sollen aber eigentlich die frühere Markierung ungültig machen.

Foto: Matthias Schmoock

Trotz Vollpfosten drohen weitere Unfälle. Neue und alte Markierungen verwirren Autofahrer komplett. Farbe nicht abwischbar.

Hamburg.  Erst in der vorvergangenen Woche waren die Arbeiten erfolgreich beendet worden: Bauarbeiter hatten als Sicherheitsmaßnahme 60 neue Vollstahlpoller an der Waitzstraße eingebaut – zur Genugtuung von Geschäftsleuten und Kunden vor Ort. Nun gibt es erneut Unmut an der schicken Einkaufsstraße.

Der Anlass: Für die Umbauphase waren die ursprünglichen Schrägparkplätze an der Nordseite der Straße in parallel zur Fahrbahn angeordnete Längsparkplätze umgewandelt worden. Dafür wurden unmittelbar vor den gesperrten Längsparkplätzen am Straßenrand durchgehende gelbe Linie gezogen, welche den Parkstreifen markierten. Auf diese Weise konnte auch während der Umbauphase entlang der Straße gehalten werden. Nach Abschluss der Umbauarbeiten war geplant, den ursprünglichen Zustand wieder herzustellen – also die Längs- sollten wieder wie gehabt zu Schrägparkplätzen werden.

Aber: Wie sich jetzt herausstellt, können die als Provisorium geplanten gelben Linien nicht so einfach wieder entfernt werden wie gedacht, weil sie unverwischbar aufgemalt wurden. Warum für das Provisorium keine leichter entfernbare Variante gewählt wurde, ist unklar. Fest steht: Die Entfernung der gelben Linien und die endgültige Neumarkierung können voraussichtlich erst im kommenden Jahr erfolgen.

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Waitzstraße: Gefahr von Einparkunfällen nicht gebannt

Was sich wie ein amüsanter Schildbürgerstreich anhört, sorgt an der Waitzstraße schon wieder für jede Menge Probleme. Offenbar halten vor allem ortsunkundige Autofahrer die gelben Linien für verbindlich. Sie stellen ihre Autos weiterhin parallel zur Fahrbahn ab und blockieren so die direkt dahinter liegenden freien Längsparkplätze. Doch auch die Nutzung der Schrägparkplätze klappt nicht reibungslos. Aktuell sind sie mit in den Boden eingelassenen Noppen (sogenannten Stahlnägeln) gekennzeichnet, die vor allem in der Dämmerung kaum zu sehen sind.

Ergebnis: Die Autofahrer steuern die schräg angelegten Parkbuchten nach Gutdünken an. Wie vor Ort kolportiert wird, stellen sie ihre Autos unbeabsichtigt oft mitten auf die Markierungen und besetzen auf diese Weise mitunter gleich zwei offizielle Parkplätze auf einmal.

Doch es kommt noch schlimmer. Die Abstände zwischen den neuen Stahlpollern wurden mit rund drei Metern recht großzügig gewählt. Das wollte man ursprünglich durch die neue Markierung ausgleichen: Sie sollte so gestaltet werden, dass jeder Einparkende mit dem Auto genau vor einem Poller zum Stehen kommt. Aber: Da die Markierung derart ungenau ist, werden viele Autos so eingeparkt, dass sie auf den Schrägparkplätzen jetzt genau zwischen den Pollern stehen. Damit ist die Gefahr von Einparkunfällen, die durch die Umbauarbeiten eigentlich verschwinden sollte, vor Ort alles andere als gebannt.

Kaufleute nehmen neuerliche Probleme mit Galgenhumor

Wie das Bezirksamt Altona auf Nachfrage mitteilt, wurde die gelbe Linie jetzt durch zahlreiche aufgeklebte Kreuze ungültig gemacht, die sie gleichsam durch-ixen. Aber: Den Autofahrern erschließt sich dieser Sinn der Kreuze gar nicht. Im Gegenteil: Für viele wirken sie offenbar wie Markierungen, welche die Parkplätze anzeigen. Vor Ort wird das Parkplatz-Chaos mit Galgenhumor genommen, die an Kummer gewöhnten Vertreter der Interessengemeinschaft (IG) Waitzstraße blicken optimistisch in die Zukunft.

„Der Umbau der neuen Poller ging sehr schnell und reibungslos, wofür wir dankbar sind“, sagt Andreas Frank. „Ich gehe davon aus, dass die jetzt nötigen Korrekturen so schnell wie möglich erfolgen.“ Dirk Hübenbecker ergänzt: „Nun haben wir alle zusammen für die Waitzstraße schon so viel Gutes hinbekommen, da schaffen wir den Rest auch noch.“