Hamburg

Waitzstraße: Auto fährt schon wieder in Friseursalon Möller

| Lesedauer: 2 Minuten

Insgesamt war es bereits der 23. Unfall in der Straße in Groß Flottbek. Bezirksamtsleiterin sichert Nachrüstung zu.

Hamburg. Fast wirkt es wie ein nachdrücklicher Wink des Schicksals: Nur einen Tag nachdem sich Altonas Bezirksamtsleiterin Stefanie von Berg (Grüne) mit Grundeigentümern und Geschäftsleuten an der Waitzstraße in Gross Flottbek zum Gedankenaustausch getroffen hatte, krachte dort erneut ein Auto in die Fassade eines Ladengeschäfts.

Es war bereits der 23. Unfall dieser Art in der beliebten Einkaufsstraße. Eine 71 Jahre alte BMW-Fahrerin fuhr demnach am Donnerstag gegen 13.39 Uhr in den Eingangsbereich des Friseursalons Marlies Möller. Nach Angaben von Insidern war es bereits der dritte Unfall dieser Art an derselben Stelle. Die Fahrerin erlitt einen Schock, verletzt wurde niemand.

Neuer Unfall in der Waitzstraße – immer dasselbe Schema

Wie ausführlich berichtet, liefen die „Einparkunfälle“ vor Ort innerhalb der vergangenen Jahre immer nach demselben Schema ab. Die überwiegend betagten Fahrerinnen und Fahrer verloren demnach beim Aus- beziehungsweise Einparken die Kontrolle über ihr Fahrzeug, rammten und überfuhren das vor den Schrägparkplätzen auf der nördlichen Straßenseite stehenden „Stadtmobiliar“ und krachten, nicht selten mit erheblicher Geschwindigkeit, in die dahinter liegenden Ladengeschäfte.

Pikant: Wie berichtet, sollte die erst nachträglich eingebauten und aufgestellten Poller, Bänke und Bügel derartige Unfälle eigentliche verhindern. In den vergangenen Monaten hatte es deshalb in der Altonaer Bezirksversammlung erheblichen politischen Streit gegeben. CDU und FDP warfen der bezirklichen Tiefbauabteilung vor, beim Umbau der Straße „geschlampt“ zu haben, zeitweise hatte die CDU deshalb sogar einen Untersuchungsausschuss gefordert.

Unfallschwerpunkt Waitzstraße – die Bilder einzelner Vorfälle:

Bezirksamtsleiterin sichert Nachrüstung zu

Der Bezirk hatte daraufhin angekündigt, rasch zu handeln und die "gefährlichsten Stellen provisorisch zu sichern bzw. abzusperren".

Am Mittwoch hatte Stefanie von Berg dann, für Insider völlig überraschend, gute Nachrichten mitgebracht: Die Schrägparkplätze werden demnächst zusätzlich durch so genannte Vollstahlstelen gesichert, die außer Kontrolle geratene Autos künftig stoppen. Das Geld dafür, die Rede ist von rund 100.000 Euro, wird zur Verfügung gestellt, die entsprechende Ausschreibung sei bereits rausgegangen.

Zwar würden die Schräg- zunächst durch Längsparkplätze ersetzt, aber das werde nur eine vorübergehende Maßnahme bleiben, bis die endgültige „Ertüchtigung“ erfolgt sei.

Unfall in Waitzstraße zeige, wie nötig Nachsicherung ist

„Wir gehen davon aus, dass diese Maßnahmen spätestens zum Beginn des Weihnachtsgeschäfts abgeschlossen sind“, sagte von Berg dem Abendblatt, „ich bin darüber sehr erleichtert.“

„Wir sind der Bezirksamtsleiterin dankbar, so Gunnar Gellersen von der Interessengemeinschaft Waitzstraße (IGW). „Der erneute Unfall zeigt leider eindringlich, wie nötig eine schnelle Nachsicherung unserer Straße ist.“

( schmoo/HA )

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Blaulicht