Bauprojekt

Der „Grüne Bunker“ auf St. Pauli wächst weiter

Die Bauarbeiten am Hochbunker gehen voran.

Die Bauarbeiten am Hochbunker gehen voran.

Foto: Georg Wendt / dpa

Die Aufzugstürme sind bereits fertig. 2021 soll das Mahnmal aus dem Zweiten Weltkrieg zum neuen Wahrzeichen der Stadt werden.

Hamburg.  Während Herbst und „Lockdown light“ das Leben in Hamburg vielerorts ausgebremst haben, geht es an einer der bekanntesten Baustellen der Stadt mit großen Schritten voran. St. Paulis „Grüner Bunker“ nimmt langsam Konturen an. Aus dem bisher als Mahnmal dienenden Gebäude soll bis 2021 ein neues, „multifunktionales Wahrzeichen“ der Stadt werden.

Neben einem geplanten Hotel, Flächen für Kulturveranstaltungen und einer Veranstaltungs- und Sporthalle, stellt der geplante Dachgarten im wahrsten Sinne des Wortes den Höhepunkt dar. Über einen sich nach oben schlängelnden, üppig bepflanzten Bergpfad wird man das Dach des Bunkers erreichen, wo auf mehr als 50 Meter Höhe eine Naturoase und Urban-Gardening-Flächen entstehen sollen. Dazu wachsen derzeit insgesamt 4700 besonders wetterfeste Pflanzen in der Hamburger Baumschule Lorenz von Ehren heran. Vom Dach des Bunkers wird sich den Besuchern ein Panoramablick über die ganze Stadt bieten.

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„Grüner Bunker“: Sport- und Veranstaltungshalle nimmt Formen an

Bevor es so weit ist, müssen die etwa 180 an dem Bau beteiligten Menschen noch etwas ranklotzen. Dass es in die richtige Richtung geht, kann man der Baustelle aber jetzt schon ansehen: An der Westseite des Bunkers erreichen die neuen Aufzugstürme nun die Höhe des Neubaus.

Außerdem nimmt die zukünftige Sport- und Veranstaltungshalle Formen an, wo eine schalltechnisch anspruchsvolle Raum-in-Raum-Konstruktion inklusiver umlaufender Galerie hergestellt wird. Die nächsten Schritte werden die Außenwände und die Montage der ersten Fenster sein.

Für das Bauprojekt sind rund 40 Millionen Euro vorgesehen

Bei dem Gebäude handelt es sich um einen der wenigen erhaltenen Hochbunker Hamburgs. 1942 wurde er von Zwangsarbeitern innerhalb von nur 300 Tagen errichtet. Um an ihr Schicksal und das weiterer Opfer des NS-Regimes zu erinnern, wird im „Grünen Bunker“ eine Gedenkstätte eingerichtet. Damit verbindet das Ensemble „Erinnerungskultur sowie soziale und ökologische Teilhabe“, wie es auf der Homepage www.bunker-stpauli.de heißt.

Angestoßen wurde das Ganze vom Verein „Hilldegarden“, der sich mit dem Ziel gründete, diese besondere gemeinschaftliche Grünfläche auf St. Pauli zu realisieren. Insgesamt sind für das Bauprojekt rund 40 Millionen Euro vorgesehen, die aus privater Finanzierung stammen.