Heiligengeistfeld

Grüner Bunker auf St. Pauli nimmt neue Hürde

Der Bunker am Heiligengeistfeld auf St. Pauli soll grün werden

Der Bunker am Heiligengeistfeld auf St. Pauli soll grün werden

Foto: Planungsbüro Bunker, Hamburg

Der Finanzausschuss in der Bürgerschaft hat dem Projekt zugestimmt. Doch es kommt Protest von den Linken – und von Anwohnern.

Hamburg.  Die Pläne, den alten Hochbunker an der Feldstraße (St. Pauli) zu begrünen, werden immer wahrscheinlicher. Mit der Zustimmung des Finanzausschusses am Dienstagabend hat das Projekt in der Bürgerschaft die erste entscheidende Hürde genommen. Scharfe Kritik kam von den Linken, dennoch stimmten am Ende die meisten Haushaltspolitiker für einen grünen Bunker. Im April hatte das Bezirksamt Mitte bereits eine Baugenehmigung für die Aufstockung und Begrünung erteilt. Auch der Senat hatte bereits zugestimmt.

Wie berichtet, will die Thomas J.C. Matzen GmbH das jetzt knapp 40 Meter hohe Gebäude um fünf Etagen aufstocken und begrünen. Unter dem so geschaffenen Stadtteilpark, der über eine ebenfalls bepflanzte Rampe öffentlich zugänglich sein wird, sollen unter anderem ein Hotel und eine Veranstaltungshalle entstehen.

Linke kritisiert: Stadt verzichtet auf viel Geld

Doch während Finanzsenator Peter Tschentscher (SPD) und die Vertreter des Bezirksamts Mitte sich von dem begrünten Bunker Impulse für den Stadtteil versprechen, empfinden Anwohner und die Linken das Projekt als eine Belastung. „Der Investor muss für 99 Jahre keine Erbpacht bezahlen“, kritisierte die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Heike Sudmann.

Während der Eigentümer das Geschäft seines Lebens mache, verzichte die Stadt auf viel Geld. Das „Riesengeschenk“ (der Investor müsse nur 5,8 Millionen Euro für das Grundstück zahlen) wolle Rot-Grün „im Schweinsgalopp durch die Bürgerschaft jagen“, so Sudmann. Zudem gebe es für die viel gepriesene Grünanlage keine Garantie, der Investor müsse nur „nach besten Kräften“ versuchen, das Grün zu erhalten.

Veranstaltungen mit bis zu 1300 Personen jederzeit möglich

Die Anwohnern sind empört darüber, dass nur Großveranstaltungen reglementiert sind, Veranstaltungen mit bis zu 1300 Personen dagegen aber jederzeit stattfinden dürfen. „Was kommt da auf uns zu?“, sorgt sich Martin Stoll-Hafkus von der Anwohnerinitiative Feldbunker. Bislang sei man davon ausgegangen, dass die Halle an sechs Tagen in der Woche vom FC St. Pauli für den Breitensport, an einem weiteren Tag vom Musikklub Uebel&Gefährlich als Konzerthalle genutzt werde.

Jetzt könnten bis zu sechs Veranstaltungen pro Monat mit jeweils 2200 Besuchern plus Veranstaltungen mit 1300 Besuchern in unbegrenzter Anzahl durchgeführt werden. Der Druck auf das eventgeplagte Viertel werde dadurch weiter steigen. Zudem sei die Hallenmiete so hoch, dass nur Bruchteile durch Breitensport und die Mitgliedsbeiträge der Vereinsmitglieder gedeckt werden könnten. „Es ist wahrscheinlich“, so Stoll-Hafkus, „dass der FC St. Pauli selber als kommerzieller Veranstalter auftreten wird, um die Miete zu erwirtschaften.“