Hamburg

Volkwin Marg mit Bürgermeister-Stolten-Medaille geehrt

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Der Architekt Volkwin Marg an der damals noch im Bau befindlichen Haltestelle Elbbrücken.

Der Architekt Volkwin Marg an der damals noch im Bau befindlichen Haltestelle Elbbrücken.

Foto: Mark Sandten / HA

Der Architekt wurde am Donnerstag von Bürgermeister Peter Tschentscher mit einer der höchsten Ehrungen der Stadt ausgezeichnet.

Hamburg. Erstmals hat ein Architekt und Stadtplaner die Bürgermeister-Stolten-Medaille erhalten. Im Hamburger Rathaus verlieh Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) Volkwin Marg, Gründungspartner von gmp Architekten, am Donnerstag eine der höchsten Auszeichnungen der Stadt. Sie wird seit 1925 an Persönlichkeiten verliehen, die sich in besonderem Maße für die Hansestadt engagiert haben.

„Volkwin Marg prägt das Stadtbild Hamburgs mit besonderen Bauwerken wie dem Hanseviertel, den Flughafenterminals und der neuen U- und S-Bahn-Station Elbbrücken“, sagte Tschentscher. „Er hat bedeutende Bauten in internationalen Metropolen konzipiert und damit ‚Architektur made in Hamburg‘ in die Welt getragen.“

Volkwin Marg hat das heutige Stadtbild Hamburg mit geprägt

Volkwin Marg zitierte in seiner Danksagung Perikles: „Wer an den Dingen der Stadt keinen Anteil nimmt, ist kein stiller, sondern ein schlechter Bürger.“ Architektur und Stadtbaukunst hat der Ideengeber für die HafenCity stets politisch verstanden, als eine Kunst des Dialoges und des Möglichen. Der heute 83-jährige Marg gründete vor 55 Jahren mit seinem Studienfreund Meinhard von Gerkan in Hamburg die Architektensozietät von Gerkan, Marg und Partner. Sie hat seither von Hamburg aus weltweit mehr als 500 Projekte realisiert.

Mit der Heimat im Herzen die Welt umfassen – diesen Satz von Gorch Fock lebt Volkwin Marg bis heute: Sein Gutachten „Bauen am Wasser“ 1973 half, die Fehler der damals autofixierten Stadtplanung zu erkennen und eine Hinwendung zum Wasser zu wagen – zu den Ufern von Elbe, Bille und Alster.

Marg war für den Erhalt des City-Hofs – vergeblich

1980 initiierte er den Aufruf „Rettet den Raum der Unterelbe“, der half, die Planungen eines gigantischen Industriegebiets an der Unterelbe mit mehr als einem dutzend Kernkraftwerken zu verhindern. Privat gründete er den Museumshafen Oevelgönne.

Mit Henning Voscherau und dem HHLA-Chef Peter Dietrich verfolgte und konzipierte der langjährige Präsident des Bundes Deutscher Architekten (BDA) bis 1997 das „Geheimprojekt HafenCity“. Zuletzt setze er sich vergeblich für den Erhalt des City-Hofs ein.

( ike )

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