Klimaschützer

Hamburg: Fridays for Future ruft wieder zu Großdemo auf

Am 25. September will Fridays for Future wieder mit Tausenden Menschen in Hamburg demonstrieren. Die letzte Klima-Großdemo gab es Ende Februar (Archivbild).

Am 25. September will Fridays for Future wieder mit Tausenden Menschen in Hamburg demonstrieren. Die letzte Klima-Großdemo gab es Ende Februar (Archivbild).

Foto: Marcelo Hernandez

Ende September wollen die Klimaschützer wieder mit Tausenden Menschen auf die Straße gehen. Anlass ist der 6. Globale Klimastreik.

Hamburg. Erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie ruft Fridays for Future in Hamburg unter dem Motto #KeinGradWeiter wieder zu einer Großkundgebung auf. Am 25. September wolle man mit Tausenden Anhängern auf Abstand in der Innenstadt für wirksame Maßnahmen gegen die Erderwärmung auf die Straße gehen, teilte die Jugendbewegung am Donnerstag mit.

Anlass sei der sechste Globale Klimastreik. Einzelne Demozüge würden vom Bahnhof Altona, der Lombardsbrücke und vom Berliner Tor aus zu einer Abschlusskundgebung auf der Willy-Brandt-Straße beziehungsweise Ludwig-Erhard-Straße geleitet. Corona-bedingt solle es anders als bei bisherigen Großdemonstrationen von Fridays for Future nur ein reduziertes Rahmenprogramm geben.

Fridays for Future: Auch in Pandemie Klimaziele einhalten

„Mit Abstand, Maske und jeder Menge Vorsicht machen wir deutlich: Die Erderhitzung muss aufhören“, sagte Fridays-for-Future-Sprecherin, Dalila Nouame. "Auch in einer Pandemie müssen wir Klimaziele einhalten."

Zuletzt waren in Hamburg Ende Februar 20.000 Menschen für einen besseren Klimaschutz auf die Straße gegangen – der Veranstalter sprach damals sogar von 60.000 Menschen. Mit dabei war auch die schwedische Klimaschutzaktivistin und -ikone Greta Thunberg, die in den vorderen Reihen mitmarschierte.

Klimastreik in Hamburg mit Greta Thunberg und Fettes Brot am 21. Februar:

Fridays for Future sucht Helfer für Großdemo

Für die Großdemo am 25. September sucht Fridays for Future noch Helfer. In sozialen Netzwerken hat die Klimabewegung einen Aufruf gestartet. Gesucht werden Ordner, Spendensammler und Aufbauhelfer. "Wir freuen uns, mit dir zusammen einen mega Streiktag auf die Beine zu stellen", schreibt Fridays for Future bei Twitter.

Infos rund um Fridays for Future:

  • Fridays for Future (Kurzform FFF) ist eine globale Bewegung, die von Schülern und Studenten initiiert wird, die sich für einen schnelleren und effizienteren Klimaschutz einsetzen
  • Die Gründerin der Bewegung ist Greta Thunberg. Sie rief Fridays for Future im August 2018 ins Leben
  • Jeden Freitag bestreiken Schüler auf der ganzen Welt den Schulunterricht und gehen für ein besseres Klima auf die Straße
  • In Hamburg ist Luisa Neubauer das Gesicht von Fridays for Future
  • Am 20. September 2019 beteiligten sich in Hamburg mindestens 70.000 Menschen an dem Protest und setzten ein Zeichen für den Klimaschutz

"Nach einem Jahr voller Klimaprotesten und vielen Menschen auf den Straßen hat die Bundesregierung mit dem Konjunkturpaket und dem Kohleausstieg mal wieder gezeigt, dass ihr Lobbyinteressen deutlich wichtiger sind als die nachfolgenden Generationen", sagte Annika Rittmann, ebenfalls Sprecherin von Fridays for Future Hamburg, am Donnerstag anlässlich der Großdemo-Ankündigung. "Deshalb machen wir weiter und stellen uns gegen die derzeitige Politik, die Klimaziele und Wissenschaft missachtet." Die Parteien brauchten dringend Pläne zur Einhaltung des Pariser Klimaabkommens.

ExtremWetterKongress 2020 Ende September in der HafenCity

Passend zur Friday for Future-Demo am 25. September diskutieren Experten vom 23. bis 25. September beim 10. ExtremWetterKongress in der HafenCity über den Klimawandel. Dabei können zum Beispiel Schulklassen die Onlineübertragung via Zoom verfolgen und mit den Wissenschaftlern direkt ins Gespräch kommen.

Bei dem Kongress wird unter anderem der Klimawandel in Zeiten einer Pandemie ein Thema sein. Kontrovers wird diskutiert, was wir aus der Pandemie für den Klimaschutz lernen können und wie sich die für den Wiederaufbau der Wirtschaft vorgesehenen enormen Finanzmittel konsequent auch in Richtung Nachhaltigkeit und Klimaschutz lenken lassen", so der Hamburger Meteorologe Frank Böttcher in einer aktuellen Mitteilung.

Unerlässlich für diese Debatte sei eine fundierte Faktenlage zur globalen Erwärmung. Sechs namhafte Organisationen aus der Klimaforschung und der wissenschaftsbasierten Klimakommunikation – Deutsches Klima-Konsortium, Deutsche Meteorologische Gesellschaft, Deutscher Wetterdienst, Extremwetterkongress Hamburg, Helmholtz-Klima-Initiative, klimafakten.de – haben jetzt eine Faktensammlung zu dem heute in der Klimaforschung unumstrittenen Wissen veröffentlicht: von seinen naturwissenschaftlichen Grundlagen, den Folgen in Deutschland und auf der ganzen Welt bis hin zu den in Paris vereinbarten Zielen.