Hitzeblog

Appell der Polizei: Nicht mit dem Auto zum Elbstrand

Am vergangenen Wochenende haben Falschparker die Rettungswege rund um beliebte Ausflugsziele wie den Hamburger Elbstrand blockiert.

Am vergangenen Wochenende haben Falschparker die Rettungswege rund um beliebte Ausflugsziele wie den Hamburger Elbstrand blockiert.

Foto: picture alliance/dpa

Hitzegewitter in Sicht, aber es wird unangenehm schwül. Polizei Hamburg wendet sich mit Appell an die Bevölkerung. Der Hitzeblog.

Hamburg. Die Hitzewelle in Norddeutschland lässt die Menschen in Hamburg, Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern schwitzen. Auch am Donnerstag werden in Hamburg extrem hohe Temperaturen von mehr als 30 Grad erwartet. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat für heute erneut eine amtliche Hitze-Warnung herausgegeben, auch Greenpeace ruft zur Vorsicht auf. Doch es sind Hitzegewitter in Sicht – ein Temperatursturz hingegen nicht. Es wird unangenehm schwül.

Wetter: Alle aktuelle Entwicklungen am Donnerstag, 13. August, im Hitzeblog:

Hamburg: Achter Tag in Folge mit mehr als 30 Grad

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) spricht von einer historischen Hitzewelle in Hamburg. "In Hamburg gab es heute zum achten Mal in Folge einen heißen Tag mit mehr als 30 Grad", twitterte der DWD am Donnerstagnachmittag. Eine solche Serie von Hitzetagen habe es an der Wetterstation in Fuhlsbüttel seit Beginn der Messreihe 1891 noch nie gegeben.

Eiskalte Überraschung für die Tiger bei Hagenbeck

Eine Eisbombe mit Fisch, Fleisch und Geflügel zur Erfrischung haben die Sibirischen Tiger im Tierpark Hagenbeck bei den hochsommerlichen Temperaturen am Donnerstag erhalten. „Wir machen das, um die Tiere zu beschäftigen“, sagte Tierpfleger Tobias Taraba. Zudem kühle es etwas von Innen.

Die Tiger kommen mit den hohen Temperaturen, die seit Tagen in Hamburg herrschen, nach Angaben Tarabas relativ gut klar: Sie ziehen sich in den Schatten zurück oder nutzen ausgiebig das große Badebecken, um sich abzukühlen.

Hochsommerliche Wetteraussichten – Appell der Polizei Hamburg

Wegen der hochsommerlichen Wetteraussichten am Wochenende wendet sich die Polizei Hamburg mit einem dringenden Appell an die Bevölkerung: "Verzichten Sie, wenn möglich, auf eine Anfahrt mit dem Auto", heißt es in einer aktuellen Mitteilung. Wer dennoch mit dem eigenen Fahrzeug Elbe oder beliebte Badeseen ansteuert, soll darauf achten, Rettungswege nicht zu versperren und korrekt zu parken.

Hintergrund des Appells der Polizei ist das vergangene Wochenende, an dem es viele Menschen ins Frei gezogen hat. "Insbesondere an beliebten Örtlichkeiten wie dem Elbstrand oder den Hamburger Badeseen im Südosten der Stadt wie etwa in den Vier- und Marschlanden haben Falschparker Rettungswege blockiert oder das Durchkommen von Linienbussen unmöglich gemacht", sagt Polizeisprecher Florian Abbenseth. Auch am Falkensteiner Ufer waren Rettungswege zugeparkt.

Dieses Szenario soll sich dieses Wochenende nicht wiederholen. Deshalb lautet der Appell an die Hamburger:

  • Nutzen Sie bevorzugt die öffentlichen Verkehrsmittel oder das Fahrrad, um Ihren persönlichen Lieblingsplatz zu erreichen
  • Wenn Sie doch das Auto nutzen: Halten Sie sich an die geltenden Parkvorschriften und stellen Sie Ihr Auto nicht behindernd oder gefährdend ab – in Not geratene Menschen sind auf ein schnelles Durchkommen der Rettungskräfte angewiesen
  • Ihren persönlichen Lieblingsplatz finden Andere unter Umständen auch ziemlich attraktiv. Achten Sie bitte weiterhin auf die geltenden Abstands- und Hygieneregeln.

Elbe und Alster – Polizei Hamburg gibt Tipps zur Abkühlung

Sich in oder auf Alster und Elbe abzukühlen, ist für viele Hamburger verlockend – aber nicht ungefährlich. Die Polizei weist via Twitter darauf hin, dass dabei einige Regeln zu beachten sind. Vom Schwimmen in Alster und Elbe rät die Polizei grundsätzlich ab – unter anderem wegen geringer Sichtweite und starker Strömung.

Hitzewelle beschert Hamburgs Notaufnahmen mehr Patienten

Die Hitzewelle macht sich auch in den Notaufnahmen in Hamburgs Kliniken bemerkbar. "Wir verzeichnen durch die Hitze etwa zehn Prozent mehr Patienten in den Notaufnahmen", sagt Dr. Franz Jürgen Schell, medizinischer Sprecher der Asklepios Kliniken. Dabei handele es sich meistens um ältere Menschen, die durch Flüssigkeitsmangel unter Kreislaufproblemen leiden.

"Ältere Menschen haben ein geringeres Durstempfinden", so Schell. Dadurch kommt es bei der Hitze schnell zu einem Flüssigkeitsdefizit. Junge Menschen, die wegen sportlichen Aktivitäten in der Hitze kollabieren, gebe es im Moment eher weniger.

Waldbrand: A7 Richtung Süden weiter voll gesperrt

Wegen eines großflächigen Brandes in der Nähe der Autobahn musste die A7 bereits am Mittwoch zwischen Schwarmstedt und Westenholz (Niedersachsen) in zunächst beiden Richtungen voll gesperrt werden. Am Abend konnte die Vollsperrung in Richtung Norden wieder aufgehoben werden, in Fahrtrichtung Süden ist auch am Donnerstag noch kein Verkehr möglich.

Ein Sprecher der Feuerwehr sagte, Funkenschlag bei einem Lastwagen habe die Böschung an der Autobahn in Brand gesetzt. Ein Ausflugsgebiet (Wochenendgebiet Esseler Wald) musste evakuiert werden, weil das Feuer, das unmittelbar an der Autobahn ausgebrochen war, sich etwa zweihundert Meter weit auf den angrenzenden Wald ausgedehnt hatte. Der Brand habe sich auf 28 Hektar erstreckt.

Gemähtes Gras im Jenischpark in Othmarschen fängt Feuer

Im Jenischpark im Hamburger Stadtteil Othmarschen hat es in der Nacht zum Donnerstag gebrannt. Die Wiese im Park in der Nähe der Elbchaussee wurde gemäht und das aufgetürmte Gras fing Feuer, wie die Polizei mitteilte.

Etwa zwei Stunden sei die Feuerwehr im Einsatz gewesen. Verletzt wurde bei dem Feuer niemand. Die Brandursache war zunächst unklar. Die Hitze und Trockenheit könnte jedoch durchaus eine Rolle bei dem Feuer gespielt haben.

Sommerurlaub: Schöne Orte für Hamburger mit Hund

Die Sommerferien in Hamburg sind zwar vorbei – aber für viele Hundehalter fängt die Urlaubszeit jetzt erst richtig an. Eine neue Datenanalyse von Betreut.de zeigt, welche Orte an Deutschlands Nord- und Ostseeküsten die besten Urlaubsbedingungen mit Vierbeinern bieten. Da besonders Strandurlaub mit Hunden sehr beliebt ist, hat das Internetportal die 50 beliebtesten Orte an Nord- und Ostsee unter die Lupe genommen. Kriterien waren unter anderem das Vorhandensein von Hundestränden, Vegetationsflächen und die Chancen auf gutes Wetter.

"Die besten Orte für einen Strandurlaub mit Hund sind Dranske auf Rügen sowie Grömitz und Kellenhusen", teilte Betreut.de mit. "Naturliebhaber kommen auf der Insel Spiekeroog am besten auf ihre Kosten.

Die zehn besten Küstenorte für Urlaub mit Hund:

  1. Dranske
  2. Grömnitz
  3. Kellenhusen
  4. Binz
  5. Dahme
  6. Spiekeroog
  7. Kühlungsborn
  8. Fehmarn
  9. Heiligenhafen
  10. Ückeritz

Wetter im Norden: Hitzegewitter und schwüle Luftmassen

Jetzt wird das Wetter in Hamburg und ganz Norddeutschland unangenehm: Schwüle Luftmassen ziehen Richtung Norden. "Am Freitag sind vereinzelt und punktuell Hitzegewitter möglich", sagt Diplom-Meteorologe Dominik Jung von wetter.net. Einen Temperatursturz gibt es jedoch nicht. Auch am Freitag wird das Wetter mit bis zu 29 Grad hochsommerlich.

"Am Sonnabend bleibt es bei Höchsttemperaturen von ebenfalls 29 Grad überwiegend trocken", so der Wetterexperte. Auch am Sonntag werden knapp 30 Grad erreicht. "Zum Abend hin kann es erneut Hitzegewitter geben, so Jung. Dauerregen sei aber nicht in Sicht.

Rekord gebrochen: Längste Hitzewelle in Norddeutschland seit 1891

Die Hitze bestimmt auch am Donnerstag das Wetter in Hamburg und ganz Norddeutschland, die Waldbrandgefahr ist nach wie vor hoch. "Wir erleben den achten Hitzetag in Folge", sagt der Diplom-Meteorologe Dominik Jung von wetter.net. "Damit wurde ein Rekord gebrochen." Denn: Hamburg erlebt damit die stärkste Hitzewelle seit Beginn der Messungen im Jahre 1891.

Der alte Rekord für Hamburg liegt bei sieben Tagen aus dem Jahre 1994. Damals gab es vom 22. bis 28. Juli eine Folge von Tagen mit aufeinanderfolgenden Tageshöchstwerten über 30 Grad.

Sommer 2020: Hamburg von seiner schönsten Seite:

Hitzewelle im Norden – Experten geben Tipps zur Abkühlung

Die Hitzewelle macht vielen Menschen in Norddeutschland zu schaffen. An heißen Tagen ist es vor allem wichtig, den zunehmenden Flüssigkeitsverlust des Körpers auszugleichen. Dr. Thomas Wollersheim, Facharzt für Innere Medizin und Leiter des AOK-Clarimedis ServiceCenters, gibt Tipps, die für Abkühlung sorgen:

  • Ausreichend trinken: Mindestens zwei Liter am Tag, am besten Mineralwasser oder Saftschorlen. Lauwarme Getränke löschen den Durst besser als eisgekühlte Getränke und werden vom Körper leichter verarbeitet.
  • Lockere, leichte Kleidung: Enganliegende Kleidung sollte an heißen Tagen lieber im Kleiderschrank bleiben, denn es besteht die Gefahr, dass sich die Hitze unter ihr staut.
  • Richtig lüften: Es empfiehlt sich, vor allem nachts und in den frühen Morgenstunden zu lüften. Dann sind die Außentemperaturen oft erträglicher. Sobald es draußen wärmer ist als drinnen, sollten die Fenster geschlossen bleiben. Rollos oder Jalousien schützen vor Sonneneinstrahlung
  • Überflüssige Elektrogeräte ausschalten: Computer, Fernseher und Spülmaschine sollten abgeschaltet werden, wenn sie nicht gebraucht werden. Denn selbst im Stand-by-Modus produzieren sie noch Wärme.
  • Leichte Kost: Ideal sind bei Hitze Obst, Salat und Gemüse. Gemüse- und Obstsorten, in denen viel Wasser steckt, tun an warmen oder heißen Tagen besonders gut – zum Beispiel Salatgurken, Wassermelonen, Blattsalat, Zucchini und Tomaten.
  • Erholsamer Schlaf: Als Einschlafhilfe an heißen Tagen gibt es einen praktischen Trick: eine Wärmflasche mit kaltem Wasser befüllen und diese als kühlende Erfrischung zwischen die Oberschenkel legen. „Die angenehme Kälte verteilt sich über das Blutbahnsystem gleichmäßig im ganzen Körper“, so der AOK-Experte Dr. Thomas Wollersheim. Tipp zwei: Wer seine Nachtwäsche oder das Bettlaken abends für einige Zeit in einer Kunststofftüte in das Eisfach legt und anschließend überstreift, sorgt ebenfalls für einen Frische-Effekt.

Greenpeace warnt mit neuen Aufnahmen vor Hitze in Städten

Greenpeace warnt auf Twitter mit neuen Wärmebild-Aufnahmen vor der "gefährlichen Hitze für Menschen in Städten". Die Aufnahme zeigt zwei Temperaturmessungen: eine freie und teilweise bebaute Fläche in einem Park, die andere daneben in einem kleinen Wald. Die bebauten Flächen weisen laut der Messung einen Wert von 47,2 Grad Celsius auf, das Waldstück hingegen liegt bei 30,8 Grad Celsius.

Sternschnuppen der Perseiden in Hamburg beobachten

Noch bis Ende August sind die Perseiden zu sehen, doch die höchste Dichte erreicht der Meteoritenschauer in diesen Tagen: Nach Sonnenuntergang, wenn die hochsommerlichen Temperaturen auf ein angenehmeres Maß zurückgegangen sind, können bis zu 100 Sternschnuppen pro Stunde zu sehen sein – vorausgesetzt, man findet ein Plätzchen, wo es dunkel genug ist.

Am Freitagabend schlägt die Stunde für Romantiker und Fotografen: Der Energieberg Georgswerder öffnet an diesem Tag seine Pforten, damit Gäste die Sternschnuppen der Perseiden vom Energieberg aus beobachten können. Letzter Einlass ist um 23.30 Uhr, wie die Stadtreinigung Hamburg am Mittwoch mitteilte. Für Kinder ist von 17 bis 21 Uhr das "Kunterbunte Müllmobil" vor Ort.

"Die kostenlose Abendöffnung bietet bei gutem Wetter ideale Bedingungen für Sternschnuppenfans", heißt es vonseiten der Stadtreinigung. Etwa alle zwei Minuten sei eine Sternschnuppe zu sehen. Sonnenuntergang ist am Freitag um 20.50 Uhr. Sollte es Gewitter geben, müssen die Besucher das Gelände jedoch schnell verlassen. Der Grund: Wegen der Corona-Abstandsregeln gibt es keine Möglichkeit, sich in den engen Räumlichkeiten auf dem Energieberg Georgswerder aufzuhalten.

Lesen Sie hier den Hitzeblog vom Mittwoch