Hamburg

Gesundheitsgefahr: zwei Freiwillige Feuerwehren außer Dienst

Fahrzeuge der Hamburger Feuerwehr (Archivbild).

Fahrzeuge der Hamburger Feuerwehr (Archivbild).

Foto: Michael Arning / HA

In dem Wachgebäude besteht der Verdacht auf eine Kontamination mit krebserregenden Stoffen. Wie es nun weitergeht.

Hamburg muss vorerst ohne zwei seiner insgesamt 86 Freiwilligen Feuerwehren auskommen, der Grund: In einem Wachgebäude, das sowohl von der Wehr Alsterdorf als auch von der aus Eppendorf genutzt wird, besteht der dringende Verdacht einer Kontamination der Fußböden mit polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK).

Die besorgniserregenden Werte wurden bei einem Test durch den Vermieter der Immobilien, die städtische Sprinkenhof AG, gemessen. Unebenheiten im Boden hätten die Kameraden auf die Spur gebracht. Wie Feuerwehr-Sprecher Martin Schneider auf Abendblatt-Anfrage bestätigte, wurden beide Wehren umgehend außer Dienst gestellt, um eine weitere Gesundheitsgefährdung der insgesamt 58 freiwilligen Feuerwehrleute auszuschließen.

Freiwillige Feuerwehren brauchen Ausweichstandorte

Man sei jetzt, so Schneider, auf der Suche nach Ausweichstandort. Anders als bei der Berufsfeuerwehr, die nach einem Asbestfund in der Wache in Osdorf noch in derselben Nacht in die nahegelegene Bundeswehr-Kaserne umziehen konnte, ist das in Alsterdorf und Eppendorf nicht so einfach umzusetzen.

Bei dem möglicherweise kontaminierten Gebäude handelt es sich um eine alte Panzerhalle, in der sich die Retter eingemietet haben. Noch in dieser Woche sollen weitere Messungen endgültige Ergebnisse bringen. Allen Feuerwehrleuten, die in den betroffenen Gebäuden wirken, werde ein Gesundheitstest angeboten, erklärte Schneider. PAK wurden unter anderem beim Verlegen von Holzfußböden eingesetzt, sie sind gesundheitsgefährend oder giftig, einige Stoffe, die zu den PAK gehören, sind krebserregend.

Keine Engpässe in der Brandbekämpfung befürchtet

Dass es durch die Schließung der Feuerwache zu Engpässen in der Brandbekämpfung komme, sei unwahrscheinlich. Das Wachrevier der beiden Feuerwehren werde nun von benachbarten Einsatzkräften abgedeckt. Einwohner in Alsterdorf oder Eppendorf müssen laut Schneider also keine Angst haben, dass niemand komme, wenn es brennt.

( josi/dpa )

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