Verkehr in Hamburg

Fahrrad-Club plant Mahnwache für getöteten Radfahrer

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Ein 46 Jahre alter Fahrradfahrer wurde am Dienstag von einem Lkw tödlich erfasst.

Ein 46 Jahre alter Fahrradfahrer wurde am Dienstag von einem Lkw tödlich erfasst.

Foto: TV News Kontor

An der Unfallstelle wird des 46-Jährigen am Sonntag gedacht. Die Petition des ADFC für Pop-up-Radwege gewinnt an Unterstützern.

Hamburg. Nach dem Unfalltod eines 46 Jahre alten Radfahrers in Billstedt plant der ADFC am Sonntagnachmittag eine Mahnwache abzuhalten und wirbt für sogenannte Pop-up-Radwege.

Um 15 Uhr möchte sich der Fahrrad-Club an der Unfallstelle am Schiffbecker Weg versammeln. "Unsere Gedanken sind bei der Familien und den Freunden des Opfers", teilte der ADFC auf seiner Website mit. Passanten, die an der Mahnwache teilnehmen wollen, werden gebeten, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen und mindestens zwei Meter Abstand zu anderen Teilnehmern zu halten.

Neue Debatte um Sicherheit im Hamburger Straßenverkehr

Der 46-jährige Radfahrer war am Dienstagnachmittag auf dem Schiffbeker Weg von einem Lkw tödlich erfasst worden. Nach ersten Erkenntnissen der Polizei schob er im Bereich einer Baustelle sein Fahrrad über einen Grünstreifen, ehe er kurzzeitig auf die Fahrbahn ausweichen musste. Der Unfalltod fachte auch die Debatte um Sicherheit im Hamburger Straßenverkehr neu an.

Mann mit Fahrrad wird von Lkw überrollt und stirbt:

ADFC: Mehr Pop-up-Radwege mit dem neuen Senat?

Der ADFC wirbt für sogenannte Pop-up-Radwege: Die Online-Petition "Pop-up-Radwege in Hamburg jetzt!", die der Fahrrad-Club vor zwei Wochen gestartet hat, gewinnt an Unterstützern. Die Erwähnung der Radwege im verhandelten Hamburger Koalitionsvertrag von SPD und Grünen deutet der ADFC als positives Zeichen.

In dem Koalitionsvertrag ist die Rede von sogenannten "Verkehrsversuchen". Dazu zählten auch „Pop-up-Bike-Lanes“. Eine solche schnell hergestellte Spur für Radfahrer soll zunächst auf der Strecke vom Rödingsmarkt über den Sandtorkai bis zum Brooktorkai in der Speicherstadt eingerichtet werden. Doch auch an der Max-Brauer-Allee zwischen Holstenstraße und Stresemannstraße, am Schlump und in der Hallerstraße könnten temporär Radwege entstehen.

Petition des Fahrrad-Clubs: Fast 6000 Unterschriften

Die Petition des ADFC richtet sich insbesondere an den künftigen grünen Verkehrssenator Anjes Tjarks sowie den Ersten Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD). Der Fahrrad-Club fordert neben den im Vertrag genannten Straßen weitere Pop-up-Radwege in folgenden Straßen:

  • An der Alster, zwischen Schwanenwik und Ferdinandstor
  • Reeperbahn
  • Wandsbeker Chaussee/Wandsbeker Marktstraße

Breitere Radwege könnten nicht nur Unfälle verhindern, sondern würden insbesondere in der Corona-Krise dafür sorgen, dass Radfahrer den nötigen Abstand zueinander einhalten könnten. Bislang haben knapp 5700 Menschen die Petition unterschrieben. Bereits Anfang Mai hatte der ADFC eine Autospur an der Alster einen Tag lang für den Fahrradverkehr reserviert.

( cjl )

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