Verkehr

Wie die Hamburger CDU den HVV stärken will

| Lesedauer: 3 Minuten
In den öffentlichen Verkehrsmitteln gibt es eine Maskenpflicht.

In den öffentlichen Verkehrsmitteln gibt es eine Maskenpflicht.

Foto: Michael Rauhe

Konzept für Verkehr in Pandemie-Zeiten: Flexibler arbeiten, Räder gratis leihen. Nutzung des HVV um 70 Prozent zurückgegangen.

Hamburg. Wie soll es weitergehen mit dem Verkehr, jetzt, wo die Einschränkungen durch die Pandemie langsam zurückgenommen werden? Wie bekommt man es hin, dass die Hamburger wieder Fähren, Busse und Bahnen benutzen – und es nicht auf Straßen zu noch mehr Staus kommt? Dazu hat die CDU eine Reihe von Vorschlägen präsentiert – in einem aktuellen Bürgerschaftsantrag, der dem Abendblatt vorliegt.

In den 13 darin formulierten Ideen fordert die CDU den Senat u.a. auf, „ein umfassendes Konzept zu entwickeln und umzusetzen, um die Belastungsspitzen in den Hauptverkehrszeiten abzuflachen“. Dafür sollten „die dank Home-Office geschaffenen Möglichkeiten einer Flexibilisierung der Arbeitszeiten in einer konzertierten Aktion von städtischen und privaten Arbeitgebern, wo möglich, bis auf Weiteres aufrechterhalten bleiben, um das morgendliche Verkehrschaos zu entspannen und so die Gefahr einer erneuten Ansteckungswelle zu reduzieren“, schreiben CDU-Umweltpolitiker Stephan Gamm und Verkehrspolitiker Richard Seelmaecker in ihrem Antrag. „Auch eine Staffelung der Unterrichtszeiten könnte für mehr Platz in den Verkehrsmitteln sorgen.“

Türen sollten sich stets automatisch öffnen

Um die Ansteckungsgefahren in den öffentlichen Verkehrsmitteln zu minimieren, sollten Busse, Bahnen und Fähren täglich intensiv gereinigt werden, Türen sollten sich stets automatisch öffnen und an allen Stationen sollten Spender mit Desinfektionsmitteln aufgestellt werden.

Die Preise des HVV sollen nach Ansicht der CDU im kommenden Jahr nicht erhöht werden. Fahrschulen könnten durch die Möglichkeit digitalen Theorieunterrichts unterstützt werden, so eine weitere Idee – und StadtRAD-Räder sollen für 90 Minuten kostenlos ausgeliehen werden können. Zudem solle es ein ein zusätzliches Müllkonzept geben, damit Atemmasken oder das derzeit laut CDU öfter verkaufte Einmalbesteck ordentlich entsorgt würden. Auch solle die Krise zur Stärkung des Klimaschutzes und der Hamburger Wasserstoffstrategie genutzt werden.

Die Nutzung des HVV ist in der Corona-Krise laut CDU um 70 Prozent zurückgegangen

Die Nutzung des HVV ist in der Krise laut CDU um 70 Prozent von täglich 2,5 Millionen auf 800.000 Passagiere zurückgegangen. Zugleich feiere das Auto ein Comeback. „Mit der Corona-Pandemie hat sich die Mobilität in Hamburg mit einem Schlag verändert“, sagte Seelmaecker. „Nicht nur durch das Arbeiten im Home-Office, sondern vor allem durch die Kontaktbeschränkungen und Abstandsgebote sowie die Angst vor Infektionen sind die durchschnittlichen Fahrgastzahl im HVV im April um fast 70 Prozent zurückgegangen.

Die über viele Jahre ohnehin nur langsame Zunahme der Fahrgastzahlen ist damit weit zurückgeworfen worden, das darf sich jetzt nicht verfestigen.“ Für Umweltpolitiker Gamm hat „Rot-Grün in den vergangenen fünf Jahren für den Schutz unseres Klimas fast nichts erreicht“. Die Coronakrise müsse jetzt „als Treiber für klimafreundliche Technologien“ genutzt werden, so Gamm. Hamburg müsse ein tragfähiges Fernwärmekonzept realisieren, die Wasserstoffstrategie umsetzen und die städtische Flotte auf klimafreundliche Antriebssysteme umstellen.“

Was ist erlaubt, was nicht? Fragen an den Bürgermeister

Was ist erlaubt, was nicht? Fragen an den Bürgermeister

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Hamburg