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Coronavirus: Wer über Hamburg einreist, muss in Quarantäne

| Lesedauer: 46 Minuten

Corona-Verstöße: Polizei erfasst bis zu 500 Anzeigen pro Tag

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Drei Bewohner eines Rellinger Pflegeheims tot. Erntehelfer in Hamburg eingetroffen. Gericht kippt Ausflugsverbot. Der Newsblog.

Hamburg. Das Coronavirus bestimmt nach wie vor das Leben der Menschen in Hamburg, Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern. Über schrittweise Lockerungen der Corona-Auflagen und Kontaktbeschränkungen beraten Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) und die anderen Ministerpräsidenten der Länder erst nach Ostern. Ein Gericht in Greifswald hat allerdings bereits Fakten geschaffen. Es gibt auch gute Nachrichten: So erfreute ein Hamburger Feuerwehrmann die Menschen mit einer Trompeteneinlage 35 Meter über dem Boden.

Unterdessen ist die Zahl der an Covid-19 Erkrankten in Hamburg am Donnerstag um 148 weitere Fälle (Vortag 153) auf insgesamt 3518 gestiegen, die Zahl der Coronatoten hat sich laut Gesundheitsbehörde auf 33 (Vortag 29) erhöht. 79 Coronapatienten liegen in Hamburg auf einer Intensivstation. Und ein Pflegeheim am Stadtrand beklagt drei Tote.

Coronavirus – alle Entwicklungen im Newsblog des Hamburger Abendblatts:

Trotz Corona: Privattheatertage halten an Termin fest

Ungeachtet der Coronapandemie sollen die bundesweiten Privattheatertage im Juni in Hamburg stattfinden. „Noch ist nicht klar, ob wir die neunten Privattheatertage vor Publikum spielen können. Aber wir sind auf alles vorbereitet“, erklärte der Initiator des Festivals, Axel Schneider, am Donnerstag. Doch gerade in Zeiten der kompletten Schließung aller Theater sei es ein wichtiges Lebenszeichen, einige der besten Produktionen dieser Saison noch zeigen zu können. „Wenn nicht live im Saal, dann live bei den Zuschauerinnen und Zuschauern zu Hause“, betonte Schneider.

Nach Angaben der Veranstalter sollen vom 9. bis 21 Juni in Hamburg zwölf Inszenierungen aus ganz Deutschland gezeigt werden. Insgesamt hätten sich 93 Privattheater beworben.

Corona: So sähe die "Tagesschau" im Homeoffice aus

Normalerweise beschränkt sich Jan Hofer bei der "Tagesschau" darauf, die Nachrichten zu verlesen. Am Donnerstagabend war der Hamburger in einer neuen Rolle zu erleben, Corona sei Dank. Bei der "Homeoffice-Tagesschau", die in den sozialen Netzwerken verbreitet wurde, moderiert Hofer den TV-Klassiker von seinem österlich dekorierten Esstisch aus, erzeugt den Gong mit zwei Topfdeckeln und singt auch die Erkennungsmelodie selbst. Ein skurriler Beitrag, eingebettet zwischen Korrespondentenbericht und Kanzlerinansprache.

"So würde die 'Tagesschau' aussehen, wenn ich sie aus meinem Homeoffice senden würde", sagt Hofer. Dann geht er auch schon zur Wettervorhersage über, die er für einen Appell nutzt: "Ob es regnet, die Sonne scheint, stürmt oder schneit, ist eh egal. Bleiben Sie bitte drinnen!"

Ostern in Coronazeiten: Tschentscher wendet sich an die Bürger

"Viele von uns können die Ostertage nicht so verbringen, wie wir es gewohnt sind", hat Hamburger Bürgermeister Peter Tschentscher in einer kurzen Osteransprache am Donnerstag gesagt. Er hoffe aber, dass es den Bürgerinnen und Bürgern gelinge, trotz der geltenden Einschränkungen Ostern "auf besondere Weise zu verbringen".

Gericht bestätigt Gottesdienstverbot wegen Corona

Gottesdienste in Kirchen bleiben wegen der Coronapandemie vorerst verboten. Das Verwaltungsgericht Hamburg lehnte am Donnerstag den Eilantrag mehrerer Mitglieder verschiedener Glaubensgemeinschaften sowie einer Gemeinde ab, das bis zum 30. April befristete Verbot aufzuheben. Die Richter entschieden, dass das Verbot die Glaubensfreiheit der Antragsteller nicht in unzulässiger Weise verletze.

Vielmehr dient das Verbot nach Angaben des Gerichts dazu, die Verbreitung des Coronavirus einzudämmen und Neuinfektionen zu verhindern – und damit dem Schutz von Leben und körperlicher Unversehrtheit sowohl anderer Gottesdienstbesucher als auch der übrigen Bevölkerung. Gegen die Entscheidung können die Antragsteller Beschwerde beim Hamburgischen Oberverwaltungsgericht erheben.

Nach der Verordnung zur Eindämmung der Ausbreitung des Coronavirus in Hamburg sind Zusammenkünfte in Kirchen, Moscheen, Synagogen sowie die Zusammenkünfte anderer Glaubensgemeinschaften untersagt. Eine Ausnahme von diesem Verbot sieht die Verordnung nicht vor.

Coronakrise: Rumänische Erntehelfer in Hamburg eingetroffen

Die ersten dringend benötigten Erntehelfer aus Rumänien sind am Donnerstag in Hamburg angekommen. Auch an den Flughäfen Berlin-Schönefeld und Düsseldorf sind Maschinen gelandet. Eurowings und Tuifly führten die Flüge durch.

Die Helfer sollten am Flughafen zunächst medizinisch untersucht werden. Anschließend gilt für alle Ankommenden eine quarantäne-ähnliche Phase. Die Betriebe stünden dann in der Verantwortung, die Helfer in kleinen Teams zu organisieren, die während dieser ersten Zeit in Deutschland unter sich blieben, lebten und arbeiteten, sagte eine Sprecherin des Deutschen Bauernverbands. Die Flugzeuge werden von den Agrarbetrieben gechartert, die die Helfer auch vom Flughafen abholen sollen.

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) und Agrarministerin Julia Klöckner (CDU) hatten sich am vergangenen Donnerstag darauf geeinigt, 80.000 ausländische Saisonkräfte unter strengen Auflagen nach Deutschland zu fliegen. Um beim Ernten und anderen dringenden Feldarbeiten zu helfen, können im April und Mai je 40.000 Menschen kommen. Die Arbeiter werden vor allem zur Spargelernte dringend benötigt.

Weils Corona-Appell: Auf Ausflüge verzichten!

Obwohl die Einschränkungen zur Eindämmung der Corona-Epidemie in Niedersachsen erste Wirkung zeigen und die Zahl der Infektionen weniger stark steigt, sieht der Krisenstab das Ziel noch nicht erreicht. Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hat daher an die Bevölkerung appelliert, während der Ostertage auf Ausflüge, Reisen und Besuche zu verzichten und zu Hause zu bleiben.

„Jetzt kommt es darauf an, dass wir gerade in den nächsten Tagen den eingeschlagenen Kurs fortsetzen und weiter äußerst zurückhaltend sind“, sagte Weil in einer NDR-Fernsehansprache. Auch die Menschen in Nachbarländern rief er zum Verzicht auf Ausflüge nach Niedersachsen auf.

Corona-Boom bei Lübecker Drägerwerk

Der Medizintechnikkonzern Drägerwerk hat im ersten Quartal im Zusammenhang mit der Coronapandemie deutlich mehr Aufträge erhalten. So habe sich der Auftragseingang mit knapp 1,4 Milliarden Euro mehr als verdoppelt, teilte das Unternehmen am Donnerstag in Lübeck mit. Die Nachfrage in der Medizintechnik sei aktuell besonders hoch. So stieg der Auftragseingang dort von 376 Millionen auf rund eine Milliarde Euro. In der Sicherheitstechnik lag das Neugeschäft bei rund 349 Millionen nach 271 Millionen Euro im Vorjahr.

Der Auftragseingang hat sich den Angaben zufolge nur zu einem geringen Umfang bereits in höheren Umsätzen niedergeschlagen. Die Erlöse stiegen von 602 Millionen auf 640 Millionen Euro. Das vorläufige Ergebnis will Drägerwerk vermutlich Ende der kommenden Woche vorlegen. Das Unternehmen hatte jüngst von der Bundesregierung einen Großauftrag für Beatmungsgeräte erhalten.

Drei Coronatote in Rellinger Pflegeheim

Im Elmshorner Krankenhaus (Kreis Pinneberg) sind seit dem Wochenende drei Bewohner aus einem Altenheim in Rellingen im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben. Es seien die ersten derartigen Todesfälle in der Einrichtung am Hamburger Stadtrand, teilte die Kreispressestelle am Donnerstag mit. Insgesamt seien zwei Altenpflegeheime in Rellingen vom neuartigen Virus betroffen.

Zwölf Pflegekräfte und 40 Bewohner seien positiv getestet worden, sagte Sprecher Oliver Carstens. Im Norden sind vor allem Pflegeeinrichtungen in den Kreisen Pinneberg und Herzogtum Lauenburg vom neuartigen Coronavirus betroffen. Zurzeit ermitteln die Fachdienste der Kreise, wie das Virus in die Einrichtungen gelangen konnte.

Gericht kippt Corona-Reiseverbot in Mecklenburg-Vorpommern

Einwohner Mecklenburg-Vorpommerns dürfen nun doch über Ostern Tagesausflüge zu den Ostseeinseln, zur Küste und in die Seenplatte machen. Das Oberverwaltungsgericht Greifswald kippte am Donnerstag überraschend in zwei Eilverfahren das von der Landesregierung verfügte Reiseverbot. Paragraf 4a der entsprechenden Verordnung sei bis zu einer Entscheidung in der Hauptsache außer Vollzug gesetzt worden, teilte das Gericht mit.

Die Landesregierung hatte angeordnet, dass Tagesausflüge auf die Ostseeinseln, in die Gemeinden entlang der Ostseeküste, in die Stadt Waren an der Müritz sowie in weitere Gemeinden auch für Bürger Mecklenburg-Vorpommerns verboten seien. Ursprünglich wollte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) damit auch Osterausflüge auf die häusliche Umgebung beschränken. Ein Osterspaziergang an der Ostseeküste wäre demnach von Karfreitag bis Ostermontag ausschließlich den Einwohnern der Küstengemeinden möglich gewesen.

Gegen die Restriktionen hatte unter anderem ein Greifswalder Rechtsanwalt geklagt. Für Auswärtige bleibt die Reise über Ostern nach Mecklenburg-Vorpommern jedoch bis auf gewisse Ausnahmen untersagt.

Hamburger Experte fordert Lockerung der Coronamaßnahmen

Wann werden die Allgemeinverfügungen der Regierung, die das öffentliche Leben mindestens bis zum 19. April einschränken, gelockert? „Ich denke, es ist bald an der Zeit, die Maßnahmen schrittweise zurückzunehmen, weil es sinnvoll ist“, sagt der Infektiologe Professor Andreas Plettenberg vom Ifi-Institut an der Asklepios Klinik St. Georg im Abendblatt-Podcast „HSV – wir reden weiter“.

Der Mediziner vermutet, dass sich im Sommer 20 bis 30 Prozent der Menschen mit dem Coronavirus infiziert haben werden. „Wir haben die Pandemie erfolgreich gebremst, aber die Durchseuchung liegt erst bei einem Prozent. Da wir die Pandemie nicht aufhalten können, müssen wir irgendwann die Schleusen dosiert öffnen. Länger zu warten, wäre nachteilig. Dann stellt sich die Frage, welchen Effekt werden diese Lockerungsmaßnahmen auf den Verlauf der Pandemie haben.“

Plettenberg schätzt, dass zunächst Schulen, Kitas und Geschäfte im Einzelhandel wieder öffnen dürfen. „Ich halte es für sehr kritisch, dass der Schulbetrieb eingestellt ist. Ich kann mir vorstellen, dass sich dort gleich zu Beginn etwas tun wird“, sagt der Infektiologe. „Ich glaube auch, dass es eine ganze Reihe von Unternehmen gibt, zum Beispiel Einkaufsläden, bei denen eine Lockerung problemlos möglich ist, da Abstand gehalten werden kann.“

Trotz Corona: Lüneburg lässt Blumenhändler wieder auf Markt

Die Blumen- und Pflanzenhändler in Lüneburg dürfen von Sonnabend an wieder unter freiem Himmel verkaufen. Der Verein Lüneburger Marktbeschicker habe dazu eine Lösung ausgearbeitet, die das aktuell geltende Recht einhält, teilte der Landkreis mit. Auf dem Wochenmarkt ist vom Land aktuell nur der Verkauf von Lebensmitteln erlaubt, alles andere ist verboten. Die Stände der Blumen- und Pflanzenhändler werden nach einem Plan einzeln über die Lüneburger Innenstadt verteilt.

Die Zahl der Coronavirus-Infizierten im Landkreis Lüneburg ist am Gründonnerstag um zwei auf 134 gestiegen. Derzeit befinde sich eine Person wegen der durch das Virus ausgelösten Krankheit Covid-19 in stationärer Behandlung im Klinikum Lüneburg und eine Person in der Elbe-Jeetzel-Klinik in Dannenberg. Insgesamt haben 71 Menschen aus dem Landkreis Lüneburg, bei denen das Virus nachgewiesen wurde, die Corona-Infektion überwunden. Damit gibt es insgesamt noch 63 Covid-19-Erkrankte im Landkreis.

Corona: Ein- und Rückreisende müssen in Quarantäne

Wer über den Hamburger Flughafen in die Bundesrepublik einreist, muss sich nach der Einreise unverzüglich für einen Zeitraum von 14 Tagen in Quarantäne begeben. Diese Maßnahme hat der Senat am Gründonnerstag beschlossen, um die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 einzudämmen. Mit der Ergänzung der geltenden Verordnung werde eine zwischen dem Bund und den Bundesländern abgestimmte einheitliche Regelung umgesetzt, teilte die Innenbehörde mit.

Personen, die auf dem Land-, See- oder Luftweg aus dem Ausland einreisen, sind demnach angewiesen, sich unverzüglich nach Hause oder in eine andere geeignete Unterkunft zu begeben und sich beim für sie zuständigen bezirklichen Gesundheitsamt zu melden. Während der folgenden 14 Tage dürfen sie auch niemanden empfangen, der nicht dem Hausstand angehört.

Von der Regelung ausgenommen seien Personen, die berufsbedingt grenzüberschreitend Personen, Waren und Güter transportieren, ebenso Bau- und Saisonarbeitskräfte, Angehörige von Streitkräften oder Polizeivollzugsbeamte, die aus dem Einsatz im Ausland zurückkehren, sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Luft-. Schiffs-, Bahn- oder Busverkehrsunternehmen. Auf Antrag können weitere Befreiungen erteilt werden.

Coronavirus: 24 Hamburger Pflegeheime betroffen

Vom neuartigen Coronavirus sind zurzeit in Hamburg 24 Pflegeeinrichtungen betroffen. Dies teilte die Gesundheitsbehörde am Donnerstag mit. Am stärksten betroffen ist aktuell das Alsterdomizil in Wellingsbüttel. Nach Angaben der Behörde sind drei Bewohner im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben. In dem Altenheim gebe es fast 50 Corona-Fälle. Auch sechs Pflegekräfte seien angesteckt. Aus dem privaten Heim wurden negativ getestete Bewohner laut Gesundheitsbehörde in eine andere Pflegeeinrichtung verlegt, um weitere Infektionen zu verhindern.

NDR schränkt Corona-Podcast mit Drosten ein

Der Norddeutsche Rundfunk (NDR) bietet den erfolgreichen Corona-Podcast mit Wissenschaftler Christian Drosten ab der nächsten Woche nicht mehr wie bislang täglich an. Aus Zeitgründen gebe es das Update mit dem Leiter der Virologie an der Berliner Charité künftig nur noch jeden zweiten Tag unter der Woche, teilte der NDR am Donnerstag mit. Nach Ostern zunächst Dienstag und Donnerstag und danach stets montags, mittwochs und freitags. Auch auf Bitten von Drosten sei der Rhythmus verlangsamt worden.

Corona: Kontrollen und Bußgelder – Sylt macht dicht

Während die Landespolizei an der Grenze zu Schleswig-Holstein nach eigenen Aussagen hauptsächlich Gruppen in Naherholungsgebieten und Tourismusstätten kontrolliert, kommen Sylt-Fans kaum noch unbemerkt auf die Insel. „Sylt – dichtgemacht!“, schreibt ein Facebook-Nutzer. Auf dem Festland und in den Zügen würden Kontrollen durchgeführt. „Liebe Syltfans, bleibt zuhause“, bittet der Nutzer und warnt vor hohen Bußgeldern.

Bereits vor drei Wochen hatten sich die Ministerpräsidenten von Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern darauf geeinigt, ihre Inseln für Touristen abzuriegeln. Zuletzt hatten Einheimische Touristen auf die Insel geschmuggelt.

Niedersachsen: Zehn Millionen Euro für Coronaforschung

Knapp zehn Millionen Euro aus dem Nachtragshaushalt werden in Niedersachsens Forschungseinrichtungen fließen. Das teilte das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur am Donnerstag mit. „Je mehr Wissen wir über den Erreger sammeln, desto besser können wir das Virus bekämpfen", sagte Niedersachsens Wissenschaftsminister Björn Thümler. "Wir brauchen leistungsfähige diagnostische Tests, Behandlungsmöglichkeiten und wirksame Impfstoffe.“

Die Forschungslandschaft in Niedersachsen sei in den Bereichen Infektionsforschung, Epidemiologie und Virologie sehr gut aufgestellt. Thümler: "Es gibt eine Vielzahl von Einrichtungen, die auf diesem Gebiet forschen und die für die Bekämpfung des Corona-Virus unermüdlich wertvolle Beiträge liefern.“

Günther ruft vor Ostern zur Einhaltung der Coronaregeln auf

Ministerpräsident Daniel Günther hat die Schleswig-Holsteiner aufgerufen, auch über Ostern die strengen Verhaltensregeln gegen das neue Coronavirus zu befolgen. "Halten Sie die Regelungen, die wir in Schleswig-Holstein beschlossen haben, genauso ein wie an den anderen Wochenenden", sagte der CDU-Politiker in einer Videobotschaft, die am Freitagnachmittag verbreitet werden sollte. Es habe keine Lockerungen gegeben. "Wir wollen, dass Sie Abstand halten", betonte Günther. Er kündigte auch für die Zeit nach dem 20. April klare und verständliche Entscheidungen an.

Absoluten Vorrang habe es, Menschenleben zu retten, sagte Günther. "Wir tun alles als Landesregierung, um Leben zu schützen. Aber wir können nicht verhindern, dass Menschen durch Corona sterben." Die Regierung könne aber verhindern, dass Menschen sterben, weil nicht genug getan und nicht genügend Kapazitäten aufgebaut wurden.

Corona: Maske ist für "Tagesschau"-Sprecher Jan Hofer Pflicht

Trotz der verdeckten Mund- und Nasenpartie ist er sofort zu erkennen: "Tagesschau"-Sprecher Jan Hofer hat auf Instagram ein Foto von sich mit Schutzmaske hochgeladen. Dazu schrieb er: "Maske ist für mich Pflicht. Zumindest draußen." Dazu notierte er unter anderem den Hashtag #coronaistmist.

Schulsenator schreibt emotionalen Brief an Hamburgs Lehrer

Wegen der Corona-Pandemie werden Hamburgs Schulen mindestens sieben Wochen keinen Unterrichtsbetrieb haben. Homeschooling, Notbetreuung und Abi-Vorbereitungen sind für alle Beteiligten eine große Herausforderung. In einem emotionalen Brief bedankt sich Hamburgs Schulsenator Ties Rabe (SPD) bei den 22.000 Lehrern. „Ich darf Ihnen heute mit großem Stolz sagen: Diesen Kritikern [am Schulbetrieb] haben Sie es in den letzten Wochen aber mal richtig gezeigt! Ich bin restlos begeistert“, heißt es in dem Schreiben.

Zurzeit könne niemand sagen, wann das alles ein Ende hat, so Rabe. "Unter den vielen Erkenntnissen, die die Coronakrise gebracht hat, ist mir eine besonders wichtig: Ganz viele Menschen vermissen die Schule", schreibt er. "Sie erkennen auf einmal die überragende Bedeutung der Schule in unserem Leben und unserer Stadt." Schule sein ein Ort des Lernens, der Erziehung und des sozialen Miteinanders. Ein Fluchtpunkt, Heimat und Ort der Geborgenheit. Rabe: "Viele, viele Menschen blicken nun mit noch größerer Wertschätzung auf unsere Schulen. Das hat natürlich einen Grund, und zwar einen guten. Dieser Grund sind Sie, liebe Kolleginnen und Kollegen. Sie haben Hamburgs Schulen mit Ihrem Engagement, Ihrer Professionalität und Ihrer Empathie zu einem Ort gemacht, den man jetzt sehr vermisst."

In dem Brief spricht Rabe von einem "Orkan, der in den letzten Wochen durch die Politik, die Schulbehörde und meinen Terminkalender" fegte. "Mir ist oft warm ums Herz geworden, wenn ich die vielen E-Mails und Anekdoten von Eltern über die neue digitale und analoge Schulwelt gelesen habe. Und in einer Telefonschaltkonferenz ist mir vor kurzem der Satz herausgerutscht: 'Man muss unsere Lehrkräfte und Kollegien wirklich einmal lieb haben für das, was sie zurzeit leisten.‘“

Auch Bürgermeister Peter Tschentscher ließ sich am Donnerstag von Hamburger Schülern berichten, vor welchen Herausforderungen sie bedingt durch durch das Coronavirus stehen.

Nordkirche: Feiern Sie Ostern trotz Corona!

Die Bischöfe der Nordkirche haben dazu ermuntert, das Osterfest trotz Corona-Krise zu begehen. Es gebe Anlass genug, Ostern zu feiern, wenn auch dieses Jahr unter nie gekannten Bedingungen, heißt es in einem Schreiben der Bischöfe an die fast 1000 Gemeinden in Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg und Schleswig-Holstein. Unterzeichnet ist er von Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt, Bischof Gothart Magaard (Sprengel Schleswig und Holstein), Bischöfin Kirsten Fehrs (Sprengel Hamburg und Lübeck) und Bischof Tilman Jeremias (Sprengel Mecklenburg und Pommern).

In diesem Jahr zeige sich die die gewaltige Todesmacht des Virus und das Erschrecken darüber, wie wenig der hoch entwickelte moderne Mensch sein Leben selbst in Händen halte. "Ostern ist nicht Verharmlosung des Todes, sondern seine Überwindung", schreiben die Bischöfe.

Der Wechsel der Blickrichtung vom Tod zum Leben hin könne heute heißen: "Wir vergessen die Einsamen nicht, die wirtschaftlich Belasteten, die Menschen auf den Intensivstationen. Aber wir drehen uns auch um und sehen erstaunt: Wie viel Nachbarschaftshilfe gibt es auf einmal! Wie achtsam gehen die meisten Menschen miteinander um!"

Coronavirus: Behörde meldet 148 neue Infizierte in Hamburg

Wie die Gesundheitsbehörde am Donnerstag mitteilte, verzeichnet Hamburg seit gestern 148 neue Corona-Fälle. Damit ist die Zahl der in Hamburg an Covid-19 Erkrankten auf 3518 angestiegen. Am Vortag hatte es 153 neue Corona-Fälle gegeben und insgesamt war die Zahl auf 3370 Infizierte gestiegen.

Laut Behörde haben rund 2000 Patienten die Coronavirus-Erkrankung überstanden. Nach aktuellem Stand befinden sich derzeit 260 Hamburger (Vortag 252 Patienten) wegen des Coronavirus in Krankenhäusern, davon liegen weiterhin wie am Vortag 79 Personen auf Intensivstationen.

Nach den Angaben des Robert Koch-Instituts sind in Hamburg 44 Personen mit einer Covid-19-Infektion verstorben. Laut Angaben des Instituts für Rechtsmedizin konnte bei 33 Personen die Covid-19 Infektion als todesursächlich festgestellt werden, teilte die Behörde am Donnerstag mit. Am Vortag waren es vier Corona-Tote weniger. Zum Hintergrund der Zählweise der Todesfälle: Das RKI listet alle Todesfälle mit dem Nachweis einer Coronavirus-Infektion auf. In Hamburg werden alle Todesfälle mit Corona-Infektion durch das Institut für Rechtsmedizin begutachtet. Dadurch wird medizinisch differenziert nachgewiesen, welche nicht nur mit, sondern ursächlich durch eine Covid-19-Erkrankung gestorben sind.

Coronahilfen: Trotz Betrugs kein Auszahlungsstopp

Hamburg wird die Auszahlung der Corona-Soforthilfen wegen der in Nordrhein-Westfalen aufgedeckten Betrugsversuche nicht stoppen. Man habe „vorsorglich Kontakt zum Landeskriminalamt aufgenommen“ sagte Finanzsenator Andreas Dressel (SPD) dem Abendblatt. Einen konkreten Anlass zur einstweiligen Einstellung der Zahlungen gebe es aber nicht.

„Wir haben zahlreiche Prüfroutinen und Stichproben in das Antragsverfahren eingebaut, die einen Missbrauch verhindern sollen“, so Dressel. "Wer dennoch versucht, die Stadt zu betrügen, bekommt von uns eine Anzeige wegen Subventionsbetrugs.“

Bereits 60.000 Hamburger hätten sich bereits als potenzielle Antragsteller online registriert, sagte Dressel, 38.000 davon hätten auch schon konkrete Anträge gestellt. „Wir werden am heutigen Donnerstag mehr als 200 Millionen Euro an Hilfen ausgezahlt haben“, so Dressel. „Insgesamt mehr als 300 Millionen sind bereits zugesagt. Die Differenz von mehr als 100 Millionen Euro wird nach Ostern ausgezahlt. Ich danke allen, die das möglich gemacht haben.“

Grenzstreit wegen Corona: Arztbesuche sind erlaubt

Der Grenzstreit mit Schleswig-Holstein verunsichert viele Hamburger. Wie die Hamburger Morgenpost berichtete, soll die Polizei zuletzt sogar Arztbesuche verhindert haben. Die Landespolizei in Kiel konnte einen solchen Vorfall nicht bestätigen. Hamburger dürfen für Arzttermine in das Bundesland einreisen, so die Polizei. "Es reicht aus bei einer möglichen Kontrolle glaubhaft zu machen, dass man einen Arzttermin wahrnehmen muss. Ein Nachweis wird nicht verlangt.", teilte ein Sprecher der Polizei mit.

Die Polizei führe keine "Grenzkontrollen" durch, sondern agiere "anlassbezogen, bürgerorientiert und mit Augenmaß", so der Sprecher. Die Beamten konzentrierten sich bei ihren Kontrollen auf Naherholungsgebiete und touristisch interessante Ziele in Schleswig-Holstein.

Corona-Kontrollen: Tschentscher und Günther einigen sich

Coronapandemie hat Fähren im Norden fest im Griff

Die Coronapandemie hat die Fähren im Norden fest im Griff. Viele Reedereien haben ihre Fahrpläne angepasst, beziehungsweise den Betrieb eingestellt. So ist Helgoland per Schiff nur noch eingeschränkt mit dem Festland verbunden. Die Reederei Cassen Eils pendelt nur noch zwei Mal pro Woche zwischen Cuxhaven und Deutschlands einziger Hochseeinsel.

Bis voraussichtlich 30. April fahren die Fähren nur noch dienstags und donnerstags, wie das Unternehmen auf seiner Homepage mitteilte. Der Katamaran „Halunder Jet“ fährt derzeit von Hamburg aus überhaupt nicht. In die Saison hofft die FRS Helgoline am 20. Mai starten zu können.

Corona: Tesa spendet 100 Kilometer Warnklebebänder

Die Experten empfehlen in der Coronakrise vor allem eins: Abstand halten! Vielerorts gibt es daher farbliche Markierungen auf dem Boden. Tesa will bei der Umsetzung helfen und spendet Kliniken 100 Kilometer Warnklebebänder. Insgesamt sollen 3000 Rollen in den Farbvarianten Gelb, Rot und Schwarz-Gelb an rund 30 Einrichtungen verschenkt werden, teilte der Norderstedter Klebstoffspezialist mit.

In Hamburg stünden das UKE, die Asklepios Klinik Nord und Altona sowie das Albertinen Krankenhaus auf der Empfängerliste. Produziert wurden die Klebebänder in den Werken in Offenburg und im norditalienischen Concagno. Tesa-Vorstandschef Norman Goldberg: „Noch vor sechs Wochen hätte ich nicht für möglich gehalten, dass unsere Tesa-Warnklebebänder diesen hohen Stellenwert im öffentlichen Leben bekommen würden.“

Corona: Starker Anstieg der Kurzarbeit in Hamburg

Immer mehr Firmen greifen in der Coronakrise auf staatliche Hilfsangebote zurück. Vom 31. März bis zum 5. April haben 9756 Unternehmen in Hamburg Kurzarbeit neu beantragt. Das teilte die Agentur für Arbeit am Donnerstag mit. Das waren 76,7 Prozent mehr Firmen als eine Woche zuvor. Insgesamt haben damit in der Hansestadt 22.480 Betriebe Kurzarbeit angemeldet.

„Kurzarbeit wird branchenübergreifend stark nachgefragt und entsprechend angezeigt“, sagte Hamburgs Arbeitsagenturchef Sönke Fock, der einen deutlichen Anstieg der Kurzarbeit nach Gespräche mit Kammern, Verbänden und Branchenvertretern erwartet hatte. „In welchem Umfang Hamburger Unternehmen Kurzarbeit tatsächlich realisieren, wird sich erst später mit Anträgen auf Erstattung herausstellen“, sagte Fock.

Bei Kurzarbeit übernimmt die Agentur für Arbeit die Zahlung von 60 Prozent – beziehungsweise 67 Prozent, wenn mindestens ein Kind im Haushalt lebt – des Nettoentgeltes. Mit dem Instrument soll in Krisen bei wegbrechenenden Aufträgen Beschäftigung gesichert werden. „Wir finanzieren lieber Kurzarbeit als Arbeitslosigkeit“, sagte Fock. Ihm sei aber klar, dass es auch zu Entlassungen kommen werde.

Leuchtendes Dankeschön an Mitarbeiter der Stiftung Anscharhöhe

Gute Nachrichten in Coronazeiten: Der Vorstand der Stiftung Anscharhöhe, Günther Poppinga, hat den Mitarbeitern und Bewohner auf ganz besondere Weise Danke gesagt – und für eine freudige Überraschung gesorgt. Er ließ spontan 700 leuchtend gelbe Veilchen als Dankesgruß im Anscharpark gegenüber des Pflegehauses pflanzen. Viele Mitarbeiter und Bewohner freuten sich über die nette Geste.

Coronakrise: Nord-SPD verlangt mehr Geld für Künstler

Schleswig-Holstein sollte nach Auffassung der SPD im Landtag die Soforthilfen für Kulturschaffende aufstocken. Die vorgesehenen 500 Euro für jeden Antragsteller reichten nicht sehr weit, sagte der Kulturpolitiker Martin Habersaat am Donnerstag. „Wenn das Land Schleswig-Holstein eine Überbrückungshilfe von 2000 Euro gewährt, erreichen wir das Hamburger Niveau.“

Auch das 30-Millionen-Euro-Paket der Landesregierung für Einrichtungen aus Kultur, Weiterbildung, Minderheiten und Volksgruppen sei gut, löse aber nicht alle Probleme: „Es muss jetzt darum gehen, die Existenz von Kulturschaffenden zu sichern, auch da, wo es nicht um die Finanzierung der Ateliermiete oder den Leasingvertrag für den Tourbus, sondern einfach um das tägliche Leben geht – um Miete, Strom und Essen“.

Gericht bestätigt Verkaufsverbot von Hähnchen vom Grillwagen

Das Schleswig-Holsteinische Verwaltungsgericht hat das Verbot des Verkaufs zubereiteter Speisen von mobilen Verkaufsständen aus bestätigt. Die für das Gesundheitsrecht zuständige 1. Kammer entschied nach einer Mitteilung vom Donnerstag, dass die Antragsteller, die einen Hähnchengrill-Wagen haben, von dem Verbot in der Landesverordnung zur Bekämpfung des neuartigen Coronavirus betroffen sind.

Der Beschluss fiel am Mittwoch in einem einstweiligen Rechtsschutzverfahren. Demnach sind nicht ortsgebundene oder temporäre Angebote für den Außerhausverkauf von „mitnahmefähigen Speisen“ ausnahmslos zu schließen. Ein Weiterbetrieb sei auch nicht ausnahmsweise zulässig. Die mobilen Verkaufswagen seien weder als Einzelhandelsbetrieb für Lebensmittel zu qualifizieren, noch liege ein nach der Verordnung ausnahmsweise zulässiger Außerhausverkauf vor, erläuterte das Gericht. Die mobilen Verkaufsstellen seien geeignet, unerwünschte Ansammlungen von Personen aufgrund von Wartezeiten hervorzurufen. Aus diesem Grund seien sie auch nicht mit Gaststätten und Lieferdiensten gleichzustellen, die nach telefonischer oder elektronischer Bestellung Speisen außer Haus verkaufen dürfen.

Coronavirus: So können Sie sich vor Ansteckung schützen

  • Niesen oder husten Sie am besten in ein Einwegtaschentuch, das Sie danach wegwerfen. Ist keins griffbereit, halten Sie die Armbeuge vor Mund und Nase. Danach: Hände waschen
  • Regelmäßig und gründlich die Hände mit Seife waschen
  • Das Gesicht nicht mit den Händen berühren, weil die Erreger des Coronavirus über die Schleimhäute von Mund, Nase oder Augen in den Körper eindringen und eine Infektion auslösen können
  • Ein bis zwei Meter Abstand zu Menschen halten
  • Schutzmasken und Desinfektionsmittel können helfen – aber umgekehrt auch zu Nachlässigkeit in wichtigeren Bereichen führen

Coronakrise: Mehr als 20.000 Betriebe auf Kurzarbeit

Im Zuge der Coronakrise haben in Schleswig-Holstein bis Ende vergangener Woche bereits 20.200 Betriebe Kurzarbeit angezeigt. Das waren nach Angaben der Agentur für Arbeit vom Donnerstag 2400 Betriebe oder 13,5 Prozent mehr als am 30. März. Es sei noch ungewiss, wie viel Kurzarbeit wirklich geleistet werde, sagte die Chefin der Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit Margit Haupt-Koopmann. „Jede Anzeige auf Kurzarbeit bedeutete, dass Arbeitsplätze erhalten werden. Denn Kurzarbeitergeld dient dazu, Arbeitslosigkeit zu verhindern.“

Nach Angaben des Wirtschaftsministeriums gibt es im Land 123.000 Unternehmen. In Kurzarbeit sind laut Agentur für Arbeit hauptsächlich Betriebe aus dem Gastgewerbe, der Gesundheitsbranche sowie dem Einzelhandel. Eine Ausnahme bildet aber der Lebensmittelhandel.

Corona: Metronom startet Postkartengruß-Aktion

Die Metronom Eisenbahngesellschaft hat eine Postkartengruß-Aktion gegen die Einsamkeit in Coronazeiten gestartet. In einer aktuellen Mitteilung heißt es: "Normalerweise würden wir Euch jetzt die schönsten Ausflugstipps zu Ostern mit Freunden und der Familie empfehlen. Auch wenn es schwer fällt – heute empfehlen wir: bleibt bitte zu Hause." Da Ostern viele Menschen darauf verzichten müssen, ihre Liebsten zu besuchen, ermuntert die Metronom Eisenbahngesellschaft ihre Fahrgäste, Postkarten mit Selfie und ein paar lieben Zeilen zu verschicken.

So funktioniert die Postkartengruß-Aktion:

  • Bild hochladen
  • Persönlichen Text schreiben
  • Adresse des Empfängers eintragen
  • Abschicken: Schnell und einfach im Formular auf der Website www.metronom.de

Die Metronom Eisenbahngesellschaft druckt und verschickt die persönliche Postkarte noch am selben Tag – kostenfrei.

Tschentscher warnt vor Betrug bei Soforthilfe-Anträgen

Mehr als 40.000 Kleinstunternehmer und Selbstständige haben in Hamburg bereits einen Antrag auf Corona-Soforthilfe gestellt. Viele davon seien schon bearbeitet und auch angewiesen, sagte Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) am Donnerstag dem Radiosender NDR 90,3. „Ob aber wirklich alle bis Karfreitag die Überweisung auf ihrem Konto haben, das kann ich nicht sagen.“ Gleichzeitig sagte er, dass sich alle Antragsteller darauf einstellen müssen, dass auch später noch alle gemachten Angaben kontrolliert werden. „Wer dort betrügt, muss auch mit Sanktionen rechnen.“

Normalerweise müssen beispielsweise auch Originalbelege mit eingereicht werden. „Aber wir müssen jetzt schnell sein. Wir können nicht wie üblicherweise die Antragsbearbeitung machen. Dann würde das alles viel zu lange dauern“, sagte Tschentscher weiter. Die Angaben würden aber im Nachgang mindestens stichprobenartig kontrolliert werden.

Auch Hamburgs Finanzsenator Andreas Dressel (SPD) warnte via Twitter vor Betrugsversuchen bei Soforthilfe-Anträgen. "Wer wider besseren Wissens falsche, wahrheitswidrige Angaben macht, sich dadurch zu Unrecht Leistungen verschafft, macht sich strafbar", heißt es in seinem Tweet.

Die Hamburger Corona-Soforthilfe (HCS) für Unternehmer:

  • Solo-Selbständige: 2500 € (Hamburg), 9000 € (Bund), 11.500 € (Gesamt)
  • 1–5 Mitarbeiter: 5000 € (HH), 9000 € (Bund), 14.000 € (Gesamt)
  • 6–10 Mitarbeiter: 5000 € (HH),15.000 € (Bund), 20.000 € (Gesamt)
  • 11–50 Mitarbeiter: 25.000 € (HH), keine Beteiligung vom Bund
  • 51–250 Mitarbeiter: 30.000 € (HH), keine Beteiligung vom Bund

Corona: About You will modische Schutzmasken anbieten

Der Hamburger Online-Versandhändler About You, ein Tochterunternehmen der Otto Group, plant eine eigene Shop-Kategorie für nicht-medizinische, textile Behelfsmasken und will diese zum Selbstkostenpreis verkaufen. "Durch fairen und bezahlbaren Zugang zu textilen Behelfsmasken ruft der Fashion Online Shop zum solidarischen Masken-Tragen auf, um das Übertragungsrisiko von Sars-CoV-2 zu reduzieren", teilte das Unternehmen am Donnerstag mit.

Noch im April sollen die Stoffmasken in verschiedenen Designs in der Shop-Kategorie auf aboutyou.de erhältlich sein. Geplant ist nach eigenen Angaben ein Mix aus schlichten Basic-Stoffmasken sowie stylischen Stoffmasken mit ausgefallenen Designs. Die textilen Behelfsmasken bestehen aus Baumwolle, sind bei mindestens 60 Grad waschbar und daher mehrfach verwendbar. „Wir möchten mit About You aktiv einen Teil zur Eindämmung des Coronavirus beitragen", sagt Tarek Müller, Mitgründer und Co-CEO von About You. Zudem sollen Kunden ermutigt werden, "ein sichtbares Statement für Solidarität" zu setzen.

Corona-Hilfe: Hamburger Schüler spenden 1000 Euro für Argentinier

Kennengelernt hatten sie sich vor zwei Monaten: Schüler der Katholischen Schule Eulenstraße, der Katholischen Schule Harburg und der Schule Divino Nino Jesús im argentinischen Eldorado in der Partnerdiözese Iquazú des Erzbistums Hamburg waren in einem gemeinsamen Musikprojekt per Liveschaltung verbunden: In der Coronakrise zeigen die jungen Hamburger und das künstlerische Team jetzt ihre Verbundenheit – und überweisen den Spendenerlös zweier Musikabende im St. Marien-Dom in Höhe von 1000 Euro argentinischen Familien.

„Das ist ein notwendiges Zeichen der Solidarität in schwierigen Zeiten", sagt Bettina Knauer, Leiterin des Kulturforum21 der katholischen Schulen in Hamburg. "Es zeigt auch: Wir sind mit unserem Kulturprojekt grenzüberschreitend zusammengewachsen. Und das wollen wir auch in dieser Form zum Ausdruck bringen.“

Ostern – Corona-Bestimmungen-Wirrwarr in Schleswig-Holstein

Schleswig-Holsteins SPD-Fraktionschef Ralf Stegner hat die Informationspolitik der Landesregierung in der Frage von Familienzusammenkünften kritisiert. „Die widersprüchliche Kommunikation zu Familienbesuchen (auch aus anderen Ländern) über Ostern, finde ich wenig gelungen, und sie trägt zur Verwirrung bei“, twitterte der Oppositionsführer am Donnerstag. „Ausdrücklich festzustellen, dass erlaubt ist, wovor man öffentlich mit Nachdruck warnt, ist eher was für Juristen.“

Das Kabinett hatte am Mittwoch eine Präzisierung der Auflagen in der Corona-Krise beschlossen. Die Regierung stellte am Abend in einer Pressemitteilung zu Familienzusammenkünften klar, dass im privaten Bereich nicht im gleichen Maße Beschränkungen gelten wie im öffentlichen Raum. Die Gesamtpersonenzahl für ein Zusammenkommen im privaten Raum ist auf maximal zehn beschränkt, das gilt aber nicht bei einem Familienhaushalt mit mehr als zehn Personen. Weil in Medien anschließend von Lockerungen der Regeln die Rede war, schob die Regierung am Donnerstag eine Ergänzung hinterher: „Oberstes Ziel ist es wie mitgeteilt, Kontakte zu vermeiden und auf ein absolut notwendiges Minimum zu reduzieren.“

Corona: Hafentouren-Podcast bringt den Hafen auf das Sofa

„Wenn die Menschen nicht mehr in den Hafen kommen, muss der Hafen eben zu den Menschen aufs Sofa kommen“, sagt Maike Brunk. Sie moderiert normalerweise Hafentouren, die abseits der Standardroute liegen. In der Coronakrise fallen diese Touren natürlich aus. Doch die Moderatorin lässt sich nicht bremsen: Vor zehn Tagen hat sie den Podcast „Maike im Hafen – viel mehr als eine Hafenrundfahrt“ gestartet.

Hamburger, die den Hafen bereits vermissen, können nun akustisch unter anderem die Elbinsel in Wilhelmsburg oder die Billwerder Bucht besuchen. Alle zwei bis drei Tage bietet Brunk eine neue kostenlose Folge an. In der ersten Episode erfahren Hörer, wie Brunk überhaupt zur Hafentour-Moderatorin wurde.

1934 Corona-Infektionen in Schleswig-Holstein – 36 Tote

Die Zahl der in Schleswig-Holstein gemeldeten Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus ist auf 1934 gestiegen. Wie die Landesregierung am Donnerstag mitteilte, waren das bis Mittwochabend 104 Fälle mehr als nach der Meldung vom Vortag. Die Zahl der Todesfälle erhöhte sich seit der letzten offiziellen Meldung von 28 auf 36.

Derzeit werden 156 Corona-Patienten in Kliniken behandelt, ein Plus von 3 zum Vortag. Wie die Landesregierung unter Berufung auf Schätzungen des Robert Koch-Institut (RKI) weiter mitteilte, sind seit Beginn der Epidemie in Schleswig-Holstein 1050 Menschen genesen.

Trotz Corona: Zu Ostern Spargel aus Schleswig-Holstein

Schleswig-Holsteins Spargel-Esser können sich auf erste Stangen aus heimischen Anbau freuen. Obwohl auf vielen Betrieben die Arbeitskräfte aus Osteuropa infolge der Corona-Ausbreitung immer noch fehlten, gehe die Ernte langsam los, berichtete Daniela Rixen von der Landwirtschaftskammer. "Eine Stärke unserer heimischen, eher klein strukturierten Familienbetriebe ist der gute direkte Kontakt zu unseren Saisonarbeitskräften, so dass auf einigen Betrieben der Arbeitskräftemangel etwas weniger dramatisch ausfallen dürfte als in anderen Regionen Deutschlands", so Andreas Löding vom Arbeitskreis Spargel Schleswig-Holstein.

Laut Rixen haben einige Landwirte bereits sehr früh Helfer aus Bulgarien und Polen einfliegen lassen. Ein Spargelbauer habe vor Wochen zehn Helfer aus Bulgarien mit einem Taxi von Dortmund aus in den Norden chauffieren lassen, sagte sie. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) und Agrarministerin Julia Klöckner (CDU) hatten sich darauf geeinigt, im April und Mai insgesamt 80.000 ausländische Saisonkräfte unter strengen Auflagen nach Deutschland zu fliegen. Rumänien hat seinen Erntehelfern die Ausreise erlaubt.

Coronakrise: Kirche online – alle Gottesdienste in Hamburg

Wegen der Coronakrise darf es in den Kirchen keine Gottesdienste geben – auch Ostern nicht. Doch viele Gemeinden in Hamburg bieten Podcast-Andachten, Videobotschaften, Telefonketten und „Vespertüten“ zum Abholen.

Kirche online: Alle Gottesdienste in Hamburg

Corona: Feuerwehrmann trompetet Hamburg-Hymne

Das dürfte viele Hamburger in der Coronakrise freuen: Feuerwehrmann Matthias Weidner spielte bei strahlendem Sonnenschein 35 Meter über dem Boden im Korb einer Drehleiter die Hamburg-Hymne "Stadt Hamburg an der Elbe Auen". Eine Drohne filmte die Aktion.

Feuerwehrsprecher Jan Ole Unger möchte noch nicht komplett verraten, was es damit auf sich hat: "Am Sonntag gibt es eine Überraschung". Die Kollegen des Berufsfeuerwehrmanns hatten für Weidner die Drehleiter aufgebaut. Normalerweise arbeitet der mutige Trompeter auf dem Löschboot der Innenstadtwache.

Coronakrise: Finanzielle Probleme für Hamburger Studenten

Die Landesastenkonferenz (LAK) Hamburg ist in Sorge um die Studenten in der Hansestadt. Wegen der Corona-Pandemie sieht die LAK massive soziale und finanzielle Probleme auf Studierende zukommen. Viele Studierende lebten schon jetzt unter prekären Bedingungen und seien daher von der Krise besonders hart betroffen, heißt es in einer aktuellen Mitteilung. "Dazu kommt, dass die meisten herkömmlichen Sozialleistungen (außer BAföG) für Studierende nicht zugänglich sind, sie drohen daher fast unbemerkt durch das soziale Sicherungsnetz zu fallen oder sich stark zu verschulden", heißt es weiter.

Doch die Stadt Hamburg hat bereits reagiert – so soll es nun unter anderem Notfalldarlehen für Studierende in Höhe von 400 Euro geben. Die LAK übt dennoch Kritik. „In einer Stadt wie Hamburg reichen 400 Euro nicht annähernd aus, um die laufenden Kosten zu decken", so Karim Kuropka vom AStA Uni Hamburg.

Zudem sei es nicht zumutbar, dass Studierende durch äußere Umstände dazu gezwungen würden, weitere Schulden aufzunehmen. "Die nun mögliche Stundung der Semesterbeiträge und Mietzahlungen bedeutet für Studierende ebenfalls lediglich eine weitere Verschuldung." Gefordert werden weitere unterstützende Maßnahmen.

Coronavirus – die Bilder zur Krise:

Corona: 70 Prozent weniger Fahrgäste in Bussen und U-Bahnen

Wie andere Verkehrsbetriebe verzeichnet auch die Hamburger Hochbahn in ihren Bussen und U-Bahnen coronabedingt einen Fahrgastrückgang von rund 70 Prozent. Das Unternehmen befördere derzeit nur noch knapp ein Drittel ihrer sonst üblichen Fahrgäste, sagte eine Hochbahn-Sprecherin. Normalerweise fahren täglich mehr als 1,2 Millionen Menschen mit Bus und Bahn. Im Jahr sind es gut 214 Millionen Menschen in den Bussen und 251 Millionen Fahrgäste in den U-Bahnen. Das Unternehmen beschäftigt insgesamt rund 3500 U-Bahn- und Busfahrer.

Der öffentliche Nahverkehr fuhr seit Anordnung der Kontaktsperre in Hamburg nahezu unverändert weiter, um Fahrgästen den Mindestabstand auch in den Fahrzeugen zu ermöglichen. Mittlerweile gab es im Hamburger Verkehrsverbund (HVV) sogar Anpassungen. So wurde der Bus-Zubringer zum Airbus-Werk in Zeiten mit hoher Nachfrage mit zusätzlichen Fahrten verstärkt, wie die Hochbahn-Sprecherin bestätigte.

Bislang stark genutzte Busverkehre, insbesondere zum Schülertransport, sind weniger häufig im Einsatz. In den Bussen gibt es Schutzmaßnahmen für Fahrer und Fahrgäste: Die erste Sitzreihe ist gesperrt. Fahrkarten müssen entweder vor Fahrtantritt am Automaten oder per App gekauft werden oder nach Fahrtende am Automaten nachträglich gelöst werden.

Vogt: Abstandsregeln wegen Coronavirus noch über Monate nötig

Schleswig-Holsteins FDP-Fraktionschef Christopher Vogt rechnet nur mit einer schrittweisen Rücknahme der Auflagen zur Eindämmung des neuartigen Coronavirus in der Zeit nach Ostern. „Ich gehe davon aus, dass wir noch über Monate einen Sicherheitsabstand zu anderen Menschen beachten müssen und auch das Tragen von Masken eine noch wichtigere Rolle spielen wird“, sagte Vogt. In der Krise seien noch sehr viel norddeutsche Gelassenheit und Geduld nötig. „Die schrittweise Öffnung des öffentlichen Lebens wird mit Sicherheit mit gewissen Auflagen verbunden sein.“

„Die Akzeptanz der einzelnen Maßnahmen wird nur dann auf hohem Niveau bleiben, wenn die Menschen von der Sinnhaftigkeit überzeugt sind“, sagte Vogt. Deshalb müsse es nach Ostern darum gehen, „in welcher Reihenfolge man zumindest einige der Maßnahmen schrittweise zurücknehmen kann“.

Wichtigste Aufgabe bleibe ein besserer Schutz älterer und vorerkrankter Menschen, sagte Vogt. „Auch hierfür braucht es eine breite ethische Debatte bezüglich der geeigneten Maßnahmen.“ Die in Entwicklung beziehungsweise Erprobung befindlichen Schnell- und Antikörpertests dürften beim Schutz der Senioren eine große Rolle spielen.

Wegen Corona: Lübecker Kreuzweg per Telefon

Der Ökumenische Lübecker Kreuzweg geht neue Wege. Weil die Prozession wegen der Coronakrise nicht stattfinden darf, wird der diesjährige Kreuzweg an Karfreitag sowohl im Hörfunk als auch online als Video-Botschaft und als Audio-Datei übertragen. Anders als sonst werde der Kreuzweg in diesem Jahr aber nicht zu Fuß gegangen, sondern in Gedanken und Gebeten, wie die evangelische Bischöfin Kirsten Fehrs berichtete.

Der Ökumenische Kreuzweg am Karfreitag startet als Radio-Gottesdienst um 10 Uhr. Übertragen wird er im Offenen Kanal Lübeck (FM 98,8). Am Telefon wird der Kreuzweg unter der Telefonnummer 0431/6403-777 zu verfolgen sein. Anrufer können die fünf Kreuzwegstationen mitbeten und sich die jeweiligen Ansprachen anhören. Eine Kurzversion des Radiobeitrages als Video-Botschaft soll schon von Donnerstag an auf dem Youtube-Kanal der St.-Jakobi-Kirchengemeinde zu sehen sein.

Pianist Florian Heinisch spielt Beethoven

Mit nur sechs Worten hat Ludwig van Beethoven der Musikwelt ein nach wie vor ungelöstes Rätsel hinterlassen: „Mein Engel, mein alles, mein Ich“, begann er im Juli 1812 seinen berühmten Liebesbrief an eine „Unsterb­liche Geliebte“. Einige seiner Damenbekanntschaften kamen dafür infrage, womöglich war es die etwa zehn Jahre jüngere Adlige Josephine von Brunsvik, die ihm erstmals 1799 in Wien begegnet war.

Jetzt besteht als Teil der von About You präsentierten Digitalen Kulturreihe des Abendblatts ab 21 Uhr die Möglichkeit, einige überzeugende Indizien für die Josephine-These bei einem kurzen Klavier-Konzert mit dem Hamburger Pianisten Florian Heinisch zu hören. Wie auch Johann Sebastian Bach wurde er in Eisenach geboren. Exklusiv für die Digitale Kulturreihe hat Heinisch bei Steinway am Rondenbarg unter anderem Beethovens Andante Favori WoO 57 gespielt. Wenn Sie das Konzert verpasst haben könne Sie es hier noch einmal anhören:

Corona-Konzert: Pianist Florian Heinisch spielt Beethoven

Die bisherigen Auftritte in der Digitalen Kulturreihe:

Lesen Sie hier den Corona-Newsblog vom Mittwoch

( coe/cjl/woh/jmw/leo/wal/dpa )

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