Wetter in Hamburg

Vier weitere Sturmfluten rollen auf Hamburg zu

Hochwasser an der Haltestelle Elbbrücken. Gleise von U-Bahnen und Regionalzügen blockiert. Alle Nachrichten im Liveblog.

Hamburg. Es war ein Winterorkan, wie er nur etwa alle zwei Jahre vorkommt: Rund 18 Stunden lang hat "Sabine" über Hamburg und Norddeutschland gewirbelt. Inzwischen ist das Sturmtief weitergezogen. Doch das stürmische und regnerische Wetter soll auch in den kommenden Tagen andauern. Zudem muss Hamburg mit einer noch nie da gewesenen Serie an Sturmfluten rechnen. Die Entwicklungen im Newsblog.

Nächste Sturmflut am frühen Dienstagmorgen

Das Tief „Sabine“ hat Hamburg am Montag eine schwere Sturmflut beschert. Die Elbe stieg um kurz nach 17 Uhr auf 2,70 über dem mittleren Hochwasser, wie das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie mitteilte. Damit handelte es sich um eine schwere Sturmflut. Das Wasser überschwemmte den Fischmarkt und angrenzende Straßen. Mehrere Buslinien an der Elbe wurden umgeleitet oder unterbrochen. Die Feuerwehr musste nach Angaben des Lagedienstes aber zunächst nicht ausrücken.

Die nächste Sturmflut droht bereits am Dienstagmorgen gegen 5.45 Uhr mit zwei Meter über dem mittleren Hochwasser. Am Dienstagnachmittag gegen 17 Uhr folgt eine weitere Sturmflut (2 bis 2,50 Meter über dem mittleren Hochwasser). Auch für Mittwochmorgen (5 Uhr) und Mittwochabend (19 Uhr) werden Sturmfluten in Hamburg erwartet. Die Gefahr einer schweren Sturmflut (ab 2,50 Meter über dem mittleren Hochwasser) scheint aber gebannt.

Bahnverkehr und B206 zwischen Bad Segeberg und Neumünster gesperrt

Wegen des drohenden Dach-Einsturzes einer Lagerhalle ist der Bahnverkehr zwischen Bad Segeberg und Neumünster am Montagabend gesperrt worden. „Die Bundespolizei hat die Strecke gesperrt“, sagte eine Bahnsprecherin. Die regionale Dieselstrecke RB82 geht von Bad Oldesloe nach Neumünster.

Ein Ersatzverkehr wurde in unregelmäßigen Abständen eingerichtet. Auch die Bundesstraße 206 in Bad Segeberg wurde wegen der Gefahr voll gesperrt. Große Wellblechplatten hatten sich an dem Lager gelöst, wegen des Sturms konnte die Feuerwehr zunächst nichts befestigen. Ein Bürgertelefon der Feuerwehr Bad Segeberg wurde unter 04551-5309 530 eingerichtet.

Sperrung zwischen Elmshorn und Hamburg Hauptbahnhof aufgehoben

Die seit 14.30 Uhr gesperrte Strecke zwischen Elmshorn und Hamburg wurde gegen 20.40 Uhr wieder freigegeben. Der erste Zug, der am Hamburger Hauptbahnhof regulär startet, sei der RE21123 mit der Abfahrtszeit 20.43 Uhr. Ab Kiel fährt der RE70 als erster Zug um 20.27 Uhr wieder die gesamte Strecke in Richtung Hamburg.

Flughafen: Airbus A380 startet mit 20 Stunden Verspätung

Der Airbus A380 nach Dubai sollte schon am Sonntagabend um 21 Uhr als eine der wenigen Maschinen starten – trotz Sturmgeschwindigkeiten von später über 100 Kilometer pro Stunde. Dann hieß es: Verspätung. Eine Stunde, zwei Stunden. Anschließend entschied die Airline, dass der Flug doch nicht mehr am Abend stattfindet.

Neben der Boden-Abfertigung musste auch die Sicherheit der Vorfeld-Mitarbeiter gewährleistet werden, sodass die Maschine erst am Montag gegen 17 Uhr mit einer Verspätung von fast 20 Stunden auf die Startbahn rollte.

Hadag-Fähren und Busse nehmen Fahrplan wieder auf

Das Wasser steht am Anleger Elbphilharmonie zwar noch bis knapp unter den Steg, die Hadag gibt jedoch Entwarnung: Die Linie 21 kann wieder nach Fahrplan fahren. Das betrifft auch den Fähranleger Arningstraße. Auch die Linien 64 und 68 sind wieder auf ihrer gewohnten Routen unterwegs. Lediglich ein Busanschluss am Anleger Teufelsbrück besteht wegen der Aufräumarbeiten noch nicht, so die Hadag auf Twitter.

Der Anleger Altona-Fischmarkt wird seit etwa 19.10 Uhr ebenfalls wieder bedient. Gegen 19.30 Uhr teilte die Hadag auf Twitter mit, dass es durch das Sturmtief "Sabine" keine Beeinträchtigungen im Fährverkehr mehr gebe. Auch die Hochbahn meldete gegen 20 Uhr auf Twitter, dass die Busse wieder "wie gewohnt" fahren.

Twitter: Video zeigt Überflutung an S-Bahn-Haltestelle

Wegen des Hochwassers halten die Züge der Linien S3 und S31 zur Zeit nicht an der Haltestelle Elbbrücken, teilte die Hamburger S-Bahn via Twitter mit. Videos und Bilder von Twitter-Nutzern zeigen das Ausmaß der Unterspülung.

St.-Pauli-Spiel betroffen: Linie Hamburg–Kiel unterbrochen

Wegen umgestürzter Bäume in Höhe Tornesch ist die Strecke zwischen Elmshorn und Hamburg seit etwa 14.30 Uhr gesperrt. Die Halte Dammtor und Hamburg Hauptbahnhof entfallen. Die S-Bahn hat einen Ersatzverkehr mit acht Bussen zwischen Pinneberg und Elmshorn eingerichtet.

Fährbetrieb durch Sturmflut behindert

Mehrere Stationen der Hadag-Hafenfähren können wegen der schweren Sturmflut am Montagnachmittag nicht wie gewohnt bedient werden: Betroffen sind die Anleger Altona-Fischmarkt, Blankenese und Teufelsbrück. Auch die Busse haben laut Hochbahn Schwierigkeiten, den Anleger Teufelsbrück zu bedienen. Auch die Besucher der Elbphilharmonie müssen auf den direkten Schiffszugang verzichten: Der Anleger vor Hamburgs höchstem Konzerthaus am Hafen kann wegen der Sturmflut nicht angelaufen werden.

Bäume im Gleis: Probleme bei U-, S-Bahn und Regionalzügen

Nachdem ein Baum aus einer Böschung ins Gleis gestürzt war, musste der Verkehr der S-Bahn-Linien S1 und S11 zwischen den Stationen Barmbek und Berliner Tor kurzfristig unterbrochen werden. Die Feuerwehr schaffte die Äste schnell wieder aus dem Gleisbett. Personen kamen nicht zu Schaden.

Auch bei der U-Bahn gibt es am Montag Probleme: Zwischen Ahrensburg West und Volksdorf verkehrten zwischenzeitlich keine U-Bahnen, auch hier wegen eines umgestürzten Baumes.

Ebenfalls unterbrochen war am Nachmittag der Zugverkehr zwischen Elmshorn und Tornesch: Nachdem dort ein Baum ins Gleis stürzte, kommt es auf mehreren Nahverkehrslinien zu Ausfällen und Verzögerungen: Einige Züge, unter anderem ein Regionalexpress aus Westerland, enden nicht in Hamburg, sondern bereits in Elmshorn.

Trübe Aussichten: Es bleibt auch nach "Sabine" stürmisch

Kommt nach dem Sturm der Schnee? Die am Montag anhaltenden Regen- und Graupelschauer in Hamburg und Schleswig-Holstein können in der Nacht auch in Schneeschauer übergehen, teilte der Deutsche Wetterdienst (DWD) mit. Bei Tiefstwerten um drei Grad könne es örtlich glatt werden.

Auch am Dienstag ziehen viele Wolken durch. Neben Regen-, Schnee- und Graupelschauern ist dann auch mit Gewittern zu rechnen. Zudem besteht die Gefahr orkanartiger Böen. Nachts kann es bei Schnee glatt werden und auf ein Grad abkühlen, im Oberharz bis auf minus drei Grad. Entlang den Küsten bleibt es stürmisch.

Am Donnerstag beruhigt sich das Wetter etwas, Schnee fällt dann nur noch in höchsten Mittelgebirgslagen. "Aber auch am Wochenende setzt sich das unbeständige Wetter fort, denn die stramme westliche Strömung bleibt uns erhalten. Auch weitere Stürme sind nicht ausgeschlossen", sagt DWD-Meteorologe Markus Übel.

Baum stürzt im Niendorfer Gehege auf Stromleitung

Im Niendorfer Gehege ist am Vormittag ein Baum in eine Stromleitung gefallen. Bevor die Feuerwehr den umgestürzten Baum von der Oberleitung an der Ecke Vogt-Kölln-Straße/Niendorfer Gehege holen und zersägen konnte, musste ein Subunternehmen von Stromnetz Hamburg die Leitungen kontrollieren. Die Wirtschaftsbehörde hat wegen der Gefahr umstürzender Bäume oder herunterfallender Äste davor gewarnt, Hamburgs Wälder zu betreten.

Hamburg warnt vor schwerer Sturmflut

Nach dem Sturm kommt die Flut: Hamburg hat für den Montagnachmittag eine amtliche Sturmflutwarnung ausgegeben und diese im weiteren Verlauf sogar noch nach oben korrigiert. Gegen 16.45 Uhr sei am Pegel St. Pauli ein Hochwasser von 4,90 Meter über Normalhöhennull zu erwarten, das sind 2,75 Meter über dem mittleren Hochwasser. Am frühen Nachmittag war noch mit 4,70 Meter über Normalhöhennull gerechnet worden.

Damit wird das Hochwasser die zweite von drei Sturmflutklassen erreichen. Ab einem Pegelstand von 2,50 Meter über dem mittleren Hochwasser spricht man von einer schweren Sturmflut. Aufgrund des großen Interesses waren Teile des Online-Angebots des Bundesamts für Seeschifffahrt und Hydrographie, das die Warnungen herausgibt, zeitweise nicht zu erreichen.

Tiefer liegende Gebiete außerhalb von Hochwasserschutzanlagen und Deichen, insbesondere im Hafen, in der HafenCity und anderen elbnahen Bereichen, könnten überflutet werden, hieß es aus der zuständigen Innenbehörde. Gebäude sollten gesichert, Fahrzeuge in höher gelegene Gebiete gebracht werden. „Sonst ziehen wir die Autos mit dem Unimog raus, und das ist nicht gut fürs Getriebe“, sagte ein Feuerwehr-Sprecher.

Für Dienstag und Mittwoch ist mit weiteren Sturmfluten mit einem Pegel von 3,50 Meter über Normalhöhennull zu rechnen.

Behörde warnt: Hamburgs Wälder nicht betreten!

In allen Wipfeln spürest du kaum einen Hauch, doch am Waldboden bleibt es in Hamburg auch nach Abflauen des Sturmtiefs "Sabine" gefährlich. Die zuständige Wirtschaftsbehörde warnte davor, die Wälder zu betreten, solange die beschädigten Bäume noch nicht vollständig gesichtet und beseitigt worden sind.

Bei aufgeweichtem Boden könnten noch stehen gebliebene Bäume schon bei leichtem Wind umkippen. Auch drohten Äste aus den Kronen zu fallen. Selbst die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Forstverwaltung dürften sich aus Arbeitsschutzgründen noch nicht länger im Wald aufhalten.

Die Friedhöfe Ohlsdorf, Öjendorf, Volksdorf und Wohldorf wurden am Montag wieder geöffnet. „Wir konnten den Leuten nicht sagen, ihr könnt nicht bestatten“, sagte ein Sprecher der Hamburger Friedhöfe. Die Gärtner kümmerten sich um Sturmschäden. Wegen der Unwetterwarnung waren die Friedhöfe am Sonntag geschlossen worden.

Deutsche Bahn: Zugverkehr im Norden rollt wieder an

Die Deutsche Bahn hat am Montagmorgen den Zugverkehr in Nord- und Mitteldeutschland wiederaufgenommen. Das teilte das Unternehmen per Twitter mit.

Es könnten aber noch Fahrten ausfallen, weil Fahrzeuge oder Personal nicht am richtigen Ort seien, sagte eine Sprecherin. Die Züge auf der Strecke Hamburg–Westerland (Sylt) verkehrten normal. Die Hamburger S-Bahn sei durch den Sturm nicht beeinträchtigt gewesen.

Die Bahn hatte den Fernverkehr am Sonntagabend wegen des Sturmtiefs Sabine eingestellt und den Kunden empfohlen, ihre für Montag und Dienstag geplanten Fahrten zu verschieben. Auch der regionale Bahnverkehr stand in vielen Bundesländern still.

Hamburger U-Bahnen fahren wieder normal

Die U-Bahnen in Hamburg fahren nach den stürmischen Stunden wieder normal. Das sagte ein Hochbahnsprecher am Montagmorgen. Auch die Geschwindigkeitsbegrenzung auf 40 Stundenkilometer auf der Strecke der U1 wurde aufgehoben, wie die Hochbahn twitterte.

Am Abend war eine U-Bahn in der Nähe der Station Hammer Kirche gegen einen auf ein Gleis gestürzten Baum gefahren. In der Bahn waren etwa 65 Passagiere, verletzt wurde nach Angaben der Feuerwehr niemand. Der Triebwagen habe sich in dem Baum verkeilt, sagte ein Feuerwehrsprecher.

Nach Angaben der Hochbahn wurde für die Linien U2 und U4 zwischen den Stationen Horner Rennbahn und Berliner Tor Ersatzverkehr eingerichtet. Die Züge der Linie U1 sollten am Abend auf den Außenästen mit 40 Kilometern pro Stunde langsamer als sonst fahren.

Hausdächer in Winterhude und Rotherbaum beschädigt

348 Unwettereinsätze und bis zu 150 Notrufe pro Stunde hat Sturmtief "Sabine" der Hamburger Feuerwehr bis Montagmorgen beschert. Die Rettungsleitstelle war vorsorglich von Sonntag, 16 Uhr bis Montag, 6 Uhr "deutlich verstärkt" worden, wie es in einer Mitteilung hieß.

Die meisten Einsätze betrafen demnach umgestürzte Bäume, abgebrochene Äste, umkippende Gerüste, umherwehende Plakate und Planen: Sie sorgten für Gefahrenstellen, die entschärft werden mussten. Dreimal rückten Feuerwehr und Technisches Hilfswerk aus, weil U-Bahnen mit umgestürzten Bäumen kollidiert waren. In Blankenese und Lurup stürzten Bäume auf Häuser.

Im Hermann-Behn-Weg (Rotherbaum) und am Winterhuder Marktplatz wurden Hausdächer stark beschädigt, sie wurden provisorisch abgedichtet. Auf der Autobahn 1 kollidierte in Höhe Harburg ein Auto mit einem Baum. Zwei Insassen wurden leicht verletzt.

Rekordserie von Sturmfluten rollt auf Hamburg zu

Sturmtief "Sabine" ist zwar in Hamburg nur noch ein laues Lüftchen, doch die Nachwehen haben es in sich: Eine noch nie da gewesene Serie von Sturmfluten droht auf Hamburg zuzurollen. Das haben Berechnungen des Bundesamts für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) in Hamburg ergeben.

"Wir haben ein sehr stabiles Westwindfeld, das uns bis Mittwoch beschäftigen und Wasser in die Elbe drücken wird", sagte eine Sprecherin. Für Hamburg und Nordfriesland bedeutet dies: Das Wasser könnte fünfmal nacheinander über die Ufer treten.

Der bisher verzeichnete Rekord stammt aus dem Januar 2017. Damals sorgten die Tiefs "Caius", "Dieter" und "Egon" für eine Serie von drei Sturmfluten. Von einer solchen spricht man, wenn das Hochwasser zwischen 1,50 und 2,00 Metern über dem mittleren Hochwasser eintritt.

Der Hamburger Fischmarkt könnte demnach erstmals am Montagnachmittag gegen 16.00 Uhr überflutet werden. Weitere Sturmfluten drohen am Dienstagmorgen gegen 5.45 Uhr, am Dienstagnachmittag gegen 17.00 Uhr, am Mittwochmorgen gegen 5 Uhr und noch einmal am Mittwochnachmittag gegen 19.00 Uhr. Die Gefahr einer schweren Sturmflut (ab 2,50 Meter über dem mittleren Hochwasser) scheint aber nicht zu bestehen. Aktuelle Informationen gibt es auf der Website des BSH.

HafenCity: Baugerüst umgestürzt – Versmannstraße gesperrt

Ein umgestürztes Baugerüst in der HafenCity hat am Montagmorgen den Berufsverkehr in Hamburg beeinträchtigt. Für die Dauer der Aufräumarbeiten blieb die Umfahrung Versmannstraße gesperrt. Autofahrer, die über die Freihafenelbbrücke in Richtung Innenstadt wollten, mussten auf die Neue Elbbrücke (Billhorner Brückenstraße/B75) ausweichen.

"Die Sperrung tut in dem Bereich ein bisschen weh", hieß es aus der Verkehrsleitzentrale. Insgesamt sei die Lage auf Hamburgs Straßen am Morgen aber weniger angespannt als gedacht: "Es ist ein bisschen mehr los als üblich, aber wir hatten es schlimmer erwartet." Dass der Verkehr auf den Haupteinfallstraßen auf einer Länge von mehreren Kilometern stockte, sei für einen Montagmorgen durchaus nicht ungewöhnlich.

Pinneberg: Kran droht umzukippen – Wohngebiet evakuiert

In Pinneberg hat ein Kran für Aufregung gesorgt. Weil der 33 Meter hohe Baukran umzukippen drohte, evakuierte die Feuerwehr mehrere Gebäude in der Umgebung. Fast alle der 120 betroffenen Anwohner seien bei Verwandten und Bekannten untergekommen, teilte der Kreisfeuerwehrverband Pinneberg am Abend mit. Der Kran überstand den Sturm jedoch, wie ein Sprecher am Morgen sagte.

Sturmtief "Sabine": DWD gibt für den Norden Entwarnung

Der Deutsche Wetterdienst hat für weite Teile Nordeutschlands am Montagmorgen offiziell Entwarnung gegeben. Die Gefahr von Orkan- oder orkanartigen Böen durch Sturmtief "Sabine" bestehe nicht mehr. Unwetterwarnungen gelten im Wesentlichen noch für Baden-Württemberg und Bayern. Für einige Regionen galt sogar noch die höchste Warnstufe: Hier war weiterhin „extremes Unwetter“ zu erwarten.

Viele Flüge am Hamburg Airport gestrichen

Die Auswirkungen von „Sabine“ werden am Hamburger Flughafen auch am Montag weiter spürbar sein. Zwar starten und landen Maschinen, aber 48 Ankünfte und 53 Abflüge wurden gestrichen, wie eine Sprecherin sagte. Normalerweise gebe es 200 Starts und Landungen an einem Tag.

Niedersachsen: Radfahrerin infolge einer Sturmböe verletzt

Die Sturmschäden sind in Niedersachsen nach ersten Erkenntnissen geringer ausgefallen als erwartet. „Auch wenn wir viele Einsätze gefahren sind, ist am Ende doch weniger passiert als erwartet“, sagte ein Sprecher der Polizei Hannover am frühen Montagmorgen.

In Nordenham (Kreis Wesermarsch) stürzte eine Radfahrerin von ihrem Fahrrad, nachdem sie von einer Windböe erfasst wurde. Sie wurde leicht verletzt. Im Rest des Bundeslandes sind durch „Sabine“ nach ersten Erkenntnissen keine Menschen verletzt worden. Die Rettungseinsätze beschränkten sich daher auf umgestürzte Bäume, herabgefallene Äste und verschobene Baustellen- und Straßenabsperrungen.

Im Verkehr kam es zu Behinderungen. So mussten die Autobahnen A1, A7 und A39 zur Räumung kurzfristig gesperrt werden. Die A27 bleibt nach Angaben der Polizei vom Montagmorgen noch länger gesperrt. Es kam zu einigen leichten Verkehrsunfällen durch Autofahrer, die in umgestürzte Bäume und auf der Straße liegende Äste fuhren.

Zudem musste der Wesertunnel gesperrt werden, der die Landkreise Cuxhaven und Wesermarsch verbindet. Hier hatte sich durch den Sturm ein Lüftungsgitter gelöst und die Stromversorgung unterbrochen. In Bad Zwischenahn sei am Sonntagabend ein Baum auf die Oberleitung der Bahn gefallen und müsse nun entfernt werden. Insgesamt gab es in Niedersachsen bis zum frühen Montagmorgen rund 1000 Polizeieinsätze.

Schleswig-Holstein: "Sabine" sorgt für mehr als 400 Einsätze

Die Einsatzkräfte in Schleswig-Holstein haben seit Mitternacht aufatmen können. Die Lage rund um das Sturmtief „Sabine“ entspannte sich zunächst. Es seien nur noch vereinzelt umgestürzte Bäume auf selten befahrenen Straßen gemeldet worden, wie ein Polizeisprecher am Montagmorgen sagte. Nach Angaben der Polizeileitstellen rückten die Helfer im Land seit Sonntag zu mehr als 400 wetterbedingten Einsätzen aus.

Hamburg: Zwei Bäume stürzen auf Häuser

In Hamburg sorgten zwei umgefallene Bäume für größere Einsätze. Im Stadtteil Blankenese fiel am Sonntag eine Kastanie auf ein Einfamilienhaus. Das Dach und zwei Wände seien eingestürzt, sagte ein Feuerwehrsprecher am Sonntagabend. Ein Statiker sollte klären, ob das Haus an der Blankeneser Hauptstraße einsturzgefährdet ist. Personen befanden sich zum Zeitpunkt des Unglücks nicht im Haus.

In der Straße Rugenbarg im Stadtteil Lurup ist ein Baum in 15 Meter Höhe abgebrochen und ebenfalls auf ein Haus gestürzt. Das 2,5 Tonnen schwere Baumstück wurde mit einem Feuerwehrkran gesichert und von einer Drehleiter aus abgetragen. Auch hier gab es keine Verletzten.

Sturmflutwarnung für Hamburg, Bremen und Nordseeküste

Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie warnte vor der Gefahr einer Sturmflut an der Nordseeküste sowie in Bremen und Hamburg. Am Montagnachmittag werde an der Nordseeküste sowie in Emden der Wasserpegel 1,50 bis 2,00 Meter höher liegen als das mittlere Hochwasser.

Für den Abend ist demnach in Hamburg und Bremen mit einem ähnlichen Anschwellen der Wassermassen zu rechnen. Die Sturmflutgefahr bestehe bis etwa 17.30 Uhr am Montag. Sollte es so kommen, könnte auch der Fischmarkt am Hamburger Hafen überflutet werden.

Sylt Shuttle und Fähren fahren seit Montagmorgen wieder

Der Sylt Shuttle und der „Blaue Autozug Sylt“ pendeln wieder. Das teilten die Unternehmen am Montagmorgen auf ihren Webseiten mit. Auch die Fähren zu den nordfriesischen Inseln und Halligen hatten den Betrieb wieder aufgenommen. Aufgrund des Sturmtiefs „Sabine“ und der damit verbundenen Hochwasserstände kommt es jedoch zu einigen Fahrplanänderungen und Ausfällen, wie die Wyker Dampschiffs-Reederei mitteilte.

Die Nordseeinseln Wangerooge, Langeoog, Baltrum und Helgoland waren am Vormittag weiter nicht per Schiff zu erreichen.

Verspätungen beim Metronom

Die Züge des Metronom können am Montagmorgen fahren. Es gilt unverändert verminderte Geschwindigkeit, sodass es insgesamt zu großen Verspätungen kommt. Gesperrt ist aber noch der Streckenabschnitt Uelzen–Bienenbüttel. Grund dafür seien Bäume im Gleisbett. Das bedeutet, Züge, die aus Hamburg Richtung Uelzen fahren, enden in Bienenbüttel und fahren über Lüneburg zurück nach Hamburg. Züge aus Uelzen Richtung Hamburg beginnen in Bienenbüttel. Es wird versucht, einen Ersatzverkehr mit Bussen einzurichten.

Das Unternehmen bedient die Strecken Uelzen–Celle–Hannover–Göttingen, Hamburg–Lüneburg–Uelzen und Hamburg–Rotenburg–Bremen.

Pendler haben es am Montagmorgen schwer

Nach dem Durchziehen von Sturmtief „Sabine“ müssen Pendler sich in Niedersachsen und Bremen am Montag auf einen mühsamen Start einrichten. Wann der am Vorabend zumeist eingestellte Verkehr von Bahnen und Bussen wieder geordnet anläuft, konnten die Verkehrsunternehmen noch nicht sagen. Erst müssten die Strecken bei Tageslicht auf mögliche Schäden überprüft werden, hieß es.

Gestrandete Fernreisende hatten die Nacht teils in bereitgestellten Zügen auf größeren Bahnhöfen verbringen müssen. Auch auf etlichen Straßen und Autobahnabschnitten muss weiter mit Behinderungen und Sperrungen gerechnet werden, nachdem umgewehte Bäume und Äste Spuren unbefahrbar gemacht hatten.

Bis in die Nacht waren die Feuerwehren im Dauereinsatz, um Hindernisse und Gefahren zu beseitigen. Bäume fielen auch auf Häuser und Autos. Zu den Auswirkungen des Sturms kam teils kräftiger Regen. Meldungen über ernsthaft Verletzte gab es zunächst aber nicht.

Viele Schulen bleiben heute geschlossen

Viele Schüler können sich indes auf einen freien Tag freuen, da Schulen wegen der Auswirkungen des Sturms geschlossen bleiben. Betroffen sind unter anderem die allgemeinbildenden Schulen sowie die Berufsschulen in Wilhelmshaven sowie in den Landkreisen Northeim, Goslar, Oldenburg, Osnabrück, Diepholz, Schaumburg, Hameln-Pyrmont, Hildesheim, Holzminden und Göttingen und dem Emsland. Auch in Stadt und Region Hannover, Bremerhaven, Delmenhorst sowie den Kreisen Grafschaft Bentheim, Emsland, Verden, Wesermarsch, Vechta, Ammerland und Leer sollen die Schulen geschlossen bleiben.

Sturmflutwarnungen für den Norden am Montag

Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) warnte vor der Gefahr einer Sturmflut an der deutschen Nordseeküste und in den Stadtstaaten Bremen und Hamburg. Am Montag würden das Nachmittag-Hochwasser an der Nordseeküste und in Emden sowie das Abend-Hochwasser in Bremen und Hamburg 1,5 bis 2 Meter höher als das mittlere Hochwasser liegen. Die Sturmflutgefahr bestehe bis etwa 17.30 Uhr am Montag. Sollte es so kommen, könnte auch der Fischmarkt am Hamburger Hafen überflutet werden.