Bundesvergleich

Hamburger Kinder gehen viel zu selten zum Zahnarzt

Nur ein Drittel der Hamburger Kinder von drei bis sechs Jahren war im Jahr 2017 bei einer zahnärztlichen Früherkennungsuntersuchung (Symbolbild).

Nur ein Drittel der Hamburger Kinder von drei bis sechs Jahren war im Jahr 2017 bei einer zahnärztlichen Früherkennungsuntersuchung (Symbolbild).

Foto: picture alliance / CTK/CandyBox/J.M. Guyon

Nur in zwei anderen Bundesländern saßen noch weniger Schulkinder auf dem Zahnarztstuhl. Das raten Experten.

Hamburg. Wer Karius und Baktus sind, weiß jedes Kind – wie wichtig regelmäßige Zahnarztbesuche bei Heranwachsendenden sind, das beherzigen in der Hansestadt jedoch zahlreiche Familien nicht: Kinder und Jugendliche aus Hamburg gehen viel zu selten zum Zahnarzt.

Nur ein Drittel der Kinder von drei bis sechs Jahren (32,9 Prozent) hat im Jahr 2017 eine zahnärztliche Früherkennungsuntersuchung wahrgenommen, teilte die Barmer-Krankenkasse am Dienstag mit. Zum Vergleich: Bundesweit waren es 35,9 Prozent.

Bei den Sechs- bis 18-Jährigen sind nur knapp zwei Drittel (60,6 Prozent) mindestens einmal beim Zahnarzt gewesen. Damit zählt Hamburg im bundesweiten Vergleich – 65,9 Prozent – zu den drei Schlusslichtern. Nur in in zwei anderen Bundesländern waren noch weniger Schulkinder beim Zahnarzt: In Bremen saßen lediglich 54,8 Prozent der Sechs- bis 18-Jährigen einmal auf dem Zahnarztstuhl, im Saarland waren es 58 Prozent.

Karies bei Kindern in Hamburg

„Die Inanspruchnahme der Kinder- und Jugendzahnprophylaxe liegt in Hamburg unter dem Bundesschnitt. Dieser Wert muss verbessert werden", sagt Frank Liedtke, Landesgeschäftsführer der Barmer in Hamburg. "Wir fördern eine zahnärztliche Frühprävention durch zusätzliche Früherkennungsuntersuchungen zwischen dem sechsten und 30. Lebensmonat." So könnten sich Kinder und ihre Eltern frühzeitig mit Zahnpflege und zahngesunder Ernährung vertraut machen."

Zähneputzen – Tipps vom Experten

  • Mit dem Zähneputzen sollte schon im Babyalter begonnen werden
  • Das Zähneputzen sollte zum Ritual gemacht werden, indem es immer zur selben Zeit stattfindet
  • Manche Kinder lassen sich leichter motivieren, wenn eine Stoppuhr mitläuft, Bilderbücher übers Zähneputzen angeschaut oder Zahnputzlieder gesungen werden
  • Kinder sollten abends nichts mehr naschen oder zuckerhaltige Speisen und Getränke zu sich nehmen: dazu zählen auch Säfte, Kakao und Smoothies
  • Gemeinsames Zähneputzen kann Kinder an die Zahnpflege gewöhnen

Zudem gibt es in Hamburg Probleme bei der Mundgesundheit von Erstklässlern. Zu diesem Ergebnis kommt die epidemiologische Begleituntersuchung (DAJ-Studie). Sie hat zuletzt im Jahr 2016 die Karieshäufigkeit und den Sanierungsgrad bei Sechs- und Zwölfjährigen bundesweit erhoben. Besorgniserregend sind die Ergebnisse laut Barmer bei den Sechs- bis Siebenjährigen: Mehr als ein Drittel (36,6 Prozent) der Milchzähne waren nicht versorgt und hatten Karies.