Tierpark Hagenbeck

Auf Fütterungstour: Täglich frisst das Tropentier

Ein Krokodilteju frisst eine Weinbergschnecke.

Ein Krokodilteju frisst eine Weinbergschnecke.

Foto: Daniel Reinhardt / dpa

Was fressen Pythons und Quallen? Eine Führung in Hagenbeck gibt Einblicke in tierische Bedürfnisse und ihren Body Mass Index.

Hamburg.  Wozu brauchen die Pfleger in Hagenbecks Tierpark Schnecken? Und was macht eine Spritze bei den Quallen? Diese und andere Fragen haben Dr. Guido Westhoff, Leiter des Tropen-Aquariums im Tierpark Hagenbeck, und seine Pfleger bei einer zweistündigen Fütterungstour beantwortet.

Fütterung in Hagenbecks Tropen-Aquarium

Gleich zu Anfang wird es exquisit: Denn Pfleger Florian Ploetz verfüttert lebende Weinbergschnecken, die eigentlich als Delikatesse gezüchtet werden, an Krokodiltejus, eine Echsenart. Bei allem Genuss müssen die Pfleger aber auch ein Auge auf die Gesundheit der Echsen haben: „Im Winter machen wir nur zwei Fütterungen pro Woche, wir müssen ein bisschen auf den Body Mass Index unserer Tiere achten“, sagt Ploetz.

Das Gehege der Netzpythons betreten die Pfleger immer zu zweit. Denn die Fütterung der längsten Riesenschlangen der Welt könne durchaus gefährlich werden – die Schlangen können auch Menschen umschlingen. Dieses Mal sind die Pythons aber mit einem toten Kaninchen zufrieden. Der Tierschutz verbietet die Lebendverfütterung von Wirbeltieren. Deshalb verschlingen die Schlangen alle drei Wochen zwei bis drei tote Kaninchen. In der freien Natur können die Tiere aber schon mal ein ganzes Schwein verschlingen. „Das sieht dann wirklich aus wie im Comic“, merkt Guido Westhoff an.

Delikatessen für Wassertiere

Auch die zahlreichen Wassertiere warten regelmäßig auf ihr Futter. Der Revierleiter Aquaristik, Marian Merckens, kennt sich unter Wasser bestens aus. In das 58.000 Liter fassende Korallenbecken kippt er regelmäßig feines Granulat, aber auch Garnelen- und Muschelfleisch. Insgesamt werden pro Woche allein für die Aquaristik fast 60 Kilo verschiedenstes Futter verbraucht.

Den Ohrenquallen zum Beispiel werden kleine Urzeitkrebse vom Pfleger direkt an ihre Mundöffnung gespritzt. „Meine Generation kennt die Krebse noch aus dem Yps-Heft“, sagt Marian Merckens.