"Cold Cases"-Affäre

Ehemaliger Hamburger LKA-Chef Heise hat einen neuen Job

Der ehemalige Chef des Hamburger Landeskriminalamtes, Frank-Martin Heise (Archiv).

Der ehemalige Chef des Hamburger Landeskriminalamtes, Frank-Martin Heise (Archiv).

Foto: dpa

Top-Beamter verlor Posten nach der "Cold Cases"-Affäre. Nun hat er sich für den Wechsel in die Privatwirtschaft beurlauben lassen.

Hamburg. Der Ex-Chef des Hamburger Landeskriminalamtes (LKA), Frank-Martin Heise, wechselt in die Privatwirtschaft. Der Mitte August seines Amtes enthobene Top-Kripobeamte wird nach Abendblatt-Informationen bei einem Schweizer Sicherheitsunternehmen tätig sein. Heise hat sich für den Posten beurlauben lassen. Eine Besoldung erhält er nicht. Das Beamtenverhältnis aber bleibt bestehen.

Heise war Mitte August von Polizeipräsident Ralf Martin Meyer seines Amtes enthoben worden. Als Grund dafür wurde Vertrauensverlust genannt. Heise war massiv in Misskredit geraten, nachdem die von ihm initiierte Dienststelle „Cold Case“, die alte, ungelöste Fälle neu aufrollt, wegen ihrer Ermittlungsmethoden in die Kritik geraten war. Polizeiintern waren Heise Führungsfehler vorgeworfen worden.

"Problematischer Versorgungsfall"

Für die Polizei war Heise nach seiner Wegsetzung ein „problematischer Versorgungsfall“ geworden. Der nach dem Tarif B 3 besoldete Spitzenbeamte mit fast 8000 Euro Gehalt im Monat hätte demnächst ein Anrecht auf eine gleichwertige Verwendung. Intern war zunächst über einen Posten bei einer anderen Behörde spekuliert worden. In der Polizei hätte es vermutlich keine adäquate Stelle gegeben.

An seinem zukünftigen Arbeitsplatz wird er auf einen anderen ehemaligen Hamburger Spitzen-Polizisten treffen: Thorsten Mehles. Mehles war – ähnlich wie Heise, der als jüngster LKA-Chef Hamburger Polizeigeschichte schrieb – 2001 zum jüngsten Kriminaldirektor Hamburgs ernannt worden. Hier leitete Mehles unter anderem die Dienststelle Interne Ermittlungen und die Abteilung gegen Organisierte Kriminalität. 2002 wechselte er zum Bundesnachrichtendienst. Später war er in verschiedenen privaten Sicherheitsunternehmen tätig.

Auf internationale Ermittlungen spezialisiert

Eines davon geriet im Zusammenhang mit der HSH-Nordbank in die Schlagzeilen. Bei seinem jetzigen Arbeitgeber gehört Mehles zum Verwaltungsrat. Das Sicherheitsunternehmen ist auf internationale Ermittlungen spezialisiert und hat Banken, Anwaltskanzleien und Regierungsorganisationen als Kunden.