Hamburg

Obdachlose: Linke fordert besseren Schutz im Winter

Ein Obdachloser mit seinem Hund
unter einer Brücke an der Helgoländer
Allee.

Ein Obdachloser mit seinem Hund unter einer Brücke an der Helgoländer Allee.

Foto: picture alliance

Das städtische Winternotprogramm stellt Obdachlosen insgesamt 780 zusätzliche Übernachtungsplätze zur Verfügung.

Hamburg. Angesichts sinkender Temperaturen und zunehmend kalter Nächte hat die Vorsitzende der Linksfraktion in der Bürgerschaft, Cansu Özdemir, erneut einen besseren Schutz für Obdachlose in Hamburg gefordert. „Wir fordern seit Jahren die ganztägige Öffnung des Winternotprogramms für alle Obdachlosen“, sagte Özdemir. Wie aus der Antwort des Senats auf eine Kleine Anfrage der Abgeordneten hervorgeht, hält die rot-grüne Regierung den Kälteschutz in der Stadt für ausreichend.

Das städtische Winternotprogramm, das überwiegend vom städtischen Unternehmen „Fördern und Wohnen“ betrieben wird, stellt Obdachlosen in der kalten Jahreszeit zusätzlich zu den ganzjährigen Hilfsangeboten insgesamt 780 Übernachtungsplätze zur Verfügung. Außerdem werden kostenlose Beratungen angeboten. Kritik kam in der Vergangenheit auch vom Straßenmagazin „Hinz & Kunzt“ sowie von den kirchlichen Hilfswerken Diakonie und Caritas: Dass die Unterkünfte tagsüber geschlossen seien, schrecke viele Obdachlose ab, weil sie die Einrichtungen morgens wieder verlassen müssen.

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Der Hamburger Senat hält dagegen: Wären die Unterkünfte auch tagsüber geöffnet, würden sie den Charakter einer öffentlich-rechtlichen Wohnunterkunft erhalten. Dann könnten dort nur noch Menschen leben, die in Deutschland einen gesetzlichen Anspruch auf Sozialleistungen haben. Gegen ein Rund-um-die-Uhr-Angebot spreche außerdem, dass die Einrichtungen tagsüber mehrere Stunden lang intensiv gereinigt werden müssten.