Drittes Reich

Mehr Geld für die KZ-Gedenkstätte Neuengamme

KZ-Gedenkstätte mit ehemaligem Häftlingsblock.

KZ-Gedenkstätte mit ehemaligem Häftlingsblock.

Foto: Lena Diekmann

Bund gibt knapp 600.000 Euro pro Jahr zusätzlich für Einrichtung in Neuengamme. Zahl der Besucher hat sich mehr als verdoppelt.

Hamburg.  Der SPD-Bundestagsabgeordnete Johannes Kahrs fand es schlicht ungerecht, dass der Bund die KZ-Gedenkstätte Neuengamme mit deutlich weniger Geld unterstützt als die vergleichbaren Einrichtungen. Auf Initiative von Kahrs und des CDU-Abgeordneten Rüdiger Kruse hat der Haushaltsausschuss des Bundestages nun beschlossen, dass der Bundeszuschuss für Neuengamme um 588.000 Euro jährlich zunächst bis 2024 angehoben wird – insgesamt also um 2,94 Millionen Euro.

„Wir haben jetzt eine dauerhaft erhöhte Förderung für die sehr wichtige Arbeit der Gedenkstätte. Das ist immer besser als eine Projektförderung von Jahr zu Jahr“, sagte Kahrs. Von dem staatlichen Zuschuss für die KZ-Gedenkstätte trug die Kulturbehörde im vergangenen Jahr 2,353 Millionen Euro. Auf den Bund entfielen 870.000 Euro – das entspricht rund 27 Prozent. Mit der jetzt beschlossenen Erhöhung der Bundesförderung steigt deren Anteil auf rund 40 Prozent. Dieser Wert gilt auch für die anderen KZ-Gedenkstätten in Deutschland.

Beitrag zur erinnerungskulturellen Arbeit

„Es ist ein sehr gutes Zeichen, dass der Bund sein finanzielles Engagement erhöht. Das ist ein deutlicher Beitrag zur erinnerungskulturellen Arbeit – gerade in diesen Zeiten“, sagte Kultursenator Carsten Brosda (SPD). Zum 1. Januar 2020 wird die KZ-Gedenkstätte, die bislang der Kulturbehörde angegliedert war, in die Selbstständigkeit entlassen und – wie die anderen KZ-Gedenkstätten auch – als Stiftung weitergeführt. „Mit dem zusätzlichen Geld können wir unsere Arbeit verfestigen und ausbauen“, sagte Gedenkstätten-Leiter Prof.

Detlev Garbe. Die neue Organisationsstruktur bedeute, dass die Stiftung unter anderem für die Bereiche Personal, Bau und IT selbst verantwortlich sei, was unter Umständen die Einstellung von Experten bedeute. Außerdem ist geplant, den Archivbereich personell zu verstärken – pro Jahr werden rund 2000 biografische Anfragen zu Opfern der NS-Zeit gestellt. Mehr als bisher sollen Wanderausstellungen realisiert werden.

Mehr Besucher

Die Zahl der Besucher hat sich im Laufe von zehn Jahren auf rund 138.000 im Jahr 2018 mehr als verdoppelt. Rund 48 Prozent der Besucher kamen in 2200 begleiteten Gruppen, von denen wiederum 1900 aus Schulen kamen. Unter den 300 Erwachsenen-Gruppen waren auch Touristen, die während einer Kreuzfahrt im Hamburger Hafen Station machten – laut Garbe ein neuer Trend.