Holocaust

Neue Ausstellung: Wie Nachbarn auf KZ Neuengamme reagierten

Schüler stehen auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers Neuengamme (Archivbild).

Schüler stehen auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers Neuengamme (Archivbild).

Foto: dpa

Die Ausstellung des United States Holocaust Memorial Museum kommt nach Hamburg. Sie zeigt, wie Nachbarn auf das KZ reagierten.

Hamburg. Die KZ-Gedenkstätte Neuengamme eröffnet am Montag (4. November, 17 Uhr) die neue Ausstellung „Einige waren Nachbarn“ des United States Holocaust Memorial Museum. Behandelt werden Täterschaft, Mitläufertum und Widerstand während des Holocaust, wie die KZ-Gedenkstätte mitteilte. An Beispielen werde deutlich gemacht, wie unterschiedlich Menschen auf die Not ihrer jüdischen Klassenkameraden, Arbeitskollegen, Nachbarn und Freunde reagiert hätten. Die Ausstellung ist bis zum 12. Januar 2020 zu sehen.

Trotz Geheimhaltung sei auch das KZ Neuengamme nicht völlig isoliert gewesen, betonte Detlef Garbe, Direktor der KZ-Gedenkstätte Neuengamme. „Die Menschen aus der Umgebung begegneten den Häftlingskolonnen, lokale Firmen belieferten das Lager und beschäftigten Häftlinge.“ Viele Menschen seien gleichgültig gewesen, andere hätten neugierig, mitfühlend oder ängstlich reagiert.

US-Generalkonsul spricht zur Ausstellungeröffnung

Die Ausstellung solle Besucher inspirieren, über ihre eigenen Einflussmöglichkeiten auf eine bessere Zukunft nachzudenken, sagte Klaus Mueller, Europa-Repräsentant des US-Museums. Zur Eröffnung sprechen neben Garbe und Mueller auch US-Generalkonsul Darion K. Akins. Im KZ Neuengamme und seinen Außenlagern waren zwischen Dezember 1938 und Mai 1945 mehr als 100.000 Menschen als Häftlinge registriert worden, mindestens 42.900 Menschen kamen ums Leben.

Die KZ-Gedenkstätte wird vom 1. Januar 2020 an eine Stiftung öffentlichen Rechts. Derzeit ist sie noch Teil der Behörde für Kultur und Medien. Mit der Überführung in eine Stiftung will der Hamburger Senat die Gedenkstättenarbeit in Hamburg flexibler machen und damit stärken. In den vergangenen Jahren sei die städtische Erinnerungskultur, unter anderem durch die Entwicklung des Dokumentationszentrums "denk.mal Hannoverscher Bahnhof" und die Neugestaltung mehrerer neuer Gedenkstätten, weiter ausgebaut worden. Die Verantwortlichen erhoffen sich weiter wachsende Besucherzahlen.