Demo in Hamburg

Trecker kommen nicht in die City – trotzdem Verkehrschaos?

Bereits Ende Oktober demonstrierten Landwirte auf der Mönckebergstraße in Hamburg gegen die Agrarpolitik der Regierung.

Bereits Ende Oktober demonstrierten Landwirte auf der Mönckebergstraße in Hamburg gegen die Agrarpolitik der Regierung.

Foto: Laura Lagershausen

Bauern stellen 4000 Fahrzeuge am Donnerstag an Glacischaussee und Volkspark ab. Dennoch werden Staus erwartet, auch im Umland.

Hamburg. Über sieben Protestrouten werden am Donnerstag Landwirte aus ganz Norddeutschland ab 8.30 Uhr auf Hamburg zufahren, um anlässlich der Umweltministerkonferenz in der Hansestadt gegen das Agrarpaket der Bundesregierung zu demonstrieren.

Anmelder und Versammlungsbehörde haben sich am Montag im Polizeipräsidium darauf geeinigt, dass die erwarteten 4000 Trecker nicht bis in die Innenstadt, sondern zu Parkplätzen am Volkspark, auf der Glacischaussee und zur alten Wilhelmsburg Reichsstraße fahren, die stillgelegt ist.

Von dort sollen die Landwirte weiter mit S- und U-Bahnen zum Gänsemarkt kommen. Dort hätten die Trecker wegen der unterirdischen U-Bahn-Anlagen nicht stehen können. Auch die Mönckebergstraße wäre wegen der gleichen Problematik für den Trecker-Korso gesperrt gewesen.

Verkehrschaos wegen Trecker-Protest erwartet

Dennoch kommen auf Hamburg und die Metropolregion durch die Trecker-Proteste erhebliche Verkehrsbehinderungen zu, die bereits im morgendlichen Berufsverkehr beginnen. Einfallstraßen sind die Wentorfer Straße, Wedeler Landstraße, Holsteiner Chaussee, Ro­thenbaumchaussee, Cranzer Hauptdeich, Bergstedter Chaussee und Bremer Straße.

Nach der Versammlung auf dem Gänsemarkt, deren Abschlusskundgebung gegen 15 Uhr enden soll, werden die Trecker wieder auf den genannten Strecken zurückfahren. Auch das dürfte wieder den Berufsverkehr beeinträchtigen. Erschwerend kommt hinzu: Der Donnerstag gilt, besonders durch den am Nachmittag einsetzenden Feierabendverkehr, als der verkehrsreichste Tag in Hamburg.

Neben den Behinderungen in Hamburg wird auch mit starken Verkehrsbehinderungen in den angrenzenden Bundesländern gerechnet. So wird sich, wie die Polizei Stade meldete, eine Gruppe von 400 bis 500 Fahrern in Stade treffen und dann zwischen 8 und 9 Uhr über die Landesstraße 111 und die Bundesstraße 73 in Richtung Hamburg starten. Eine weitere Kolonne mit rund 200 Treckern aus dem Bereich Bremervörde werde vermutlich über Harsefeld und Horneburg an die B 73 fahren und sich dann dort ebenfalls in Richtung Hamburg auf den Weg machen.

Was die Bauern von der Politik fordern

Viele Landwirte, aber auch Waldbesitzer, Jäger oder Fischer sehen durch das Agrarpaket ihre Existenz gefährdet, insbesondere durch das geplante Insektenschutzgesetz und die Artenschutzbestimmungen bei Wolf und Gänsen.

Die Zentrale Forderung an die Umweltminister von Bund und Ländern ist, in der Umweltpolitik in Deutschland stärker auf kooperative Ansätze zu setzen und nicht auf immer neue Auflagen und Verbote. Nach Hamburg kommen die Landwirte zu einer letzten Groß-Demo in diesem Jahr, um die Umweltminister und auch Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) mit ihren Forderungen zu konfrontieren.

„Wir als Polizei raten allen Hamburgern an diesem Tag, die Innenstadt und die angrenzenden Hauptstraßen weiträumig zu umfahren“, sagt Polizeisprecher Rene Schönhardt. „Es wird außerdem dringen angeraten, die U- und S-Bahnen zu benutzen.“ Die Polizei wird am Donnerstag rund um die Demonstration auf Twitter insbesondere zur Verkehrslage informieren.