CleverShuttle

Konkurrenz zu groß – neuer Fahrdienst in Hamburg gibt auf

Volker Mester
In Hamburg waren 50 CleverShuttle-Autos unterwegs.

In Hamburg waren 50 CleverShuttle-Autos unterwegs.

Foto: Roland Magunia

Bahn-Tochter CleverShuttle stellt Betrieb ein. Offenbar Rückzug wegen der Moia-Kleinbusse. 220 Mitarbeiter betroffen.

Hamburg.  So mancher Hamburger Taxifahrer wird die Nachricht mit einer gewissen Schadenfreude zur Kenntnis nehmen: CleverShuttle, einer der neuen Fahrdienste, die das Taxigewerbe zuletzt immer stärker unter Druck gebracht haben, stellt den Betrieb in der Hansestadt ein. Auch in Frankfurt und Stuttgart können Kunden der Bahn-Tochter ab sofort keine Fahrten mehr buchen.

„Uns fiel die Entscheidung nicht leicht, jedoch ist unter den derzeitigen Umständen ein wirtschaftlicher Betrieb nicht möglich“, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens an die registrierten Fahrgäste. CleverShuttle-Sprecher Fabio Adlassnigg sagte dem Abendblatt, einer der Gründe sei die behördlich auferlegte Begrenzung der Flottengröße: „Die für Hamburg genehmigte Zahl von 50 Fahrzeugen erlaubte nur eine zu geringe Angebotsqualität.“ Außerdem sei „der Wettbewerbsdruck in Hamburg besonders hoch“ gewesen. Damit dürfte nicht zuletzt der Konkurrent Moia gemeint sein. Die VW-Tochter bietet mit fast 200 Elektro-Kleinbussen in der Hansestadt sogenannte „geteilte Fahrten“ an – ähnlich wie bisher CleverShuttle.

CleverShuttle-Fahrer sollen auf neue Arbeitsplätze vermittelt werden

In Hamburg sind von der Einstellung 220 Mitarbeiter betroffen. Man strebe an, sie alle bei der Bahn auf neue Arbeitsplätze zu vermitteln, so Adlassnigg: „Wir sind sehr zuversichtlich, dass das gelingt, denn die Bahn sucht händeringend neue Mitarbeiter mit genau den Qualifikationen der CleverShuttle-Fahrer.“ Viele seien zuvor Busfahrer oder Elektriker gewesen. Denkbar sei auch eine Ausbildung zum Lokführer. Der Betrieb von CleverShuttle in Berlin, Kiel, Leipzig, Dresden und München läuft weiter, bald kommt Düsseldorf hinzu.

Geteilte Fahrten werden in Hamburg nicht nur in Mietwagen angeboten, sondern auch in Privatautos. Wie dabei das Vermittlungsportal Turo funktioniert, lesen Sie heute im Abendblatt-Test.

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