Bürgerschaftswahl

CDU Hamburg setzt auf die „zusammenwachsende Stadt“

Marcus Weinberg, Spitzenkandidat der CDU für die Bürgerschaftswahl 2020,  und Franziska Hoppermann von der Bezirksfraktion Hamburg-Wandsbek am Freitag in Hamburg.

Marcus Weinberg, Spitzenkandidat der CDU für die Bürgerschaftswahl 2020, und Franziska Hoppermann von der Bezirksfraktion Hamburg-Wandsbek am Freitag in Hamburg.

Foto: dpa

Das Bürgerschaftswahlprogramm der Partei: Mehr Kita-Personal, neue Bildungshäuser und eine Bonuskarte für Ehrenamtliche.

Hamburg. Die CDU will den Zusammenhalt der Gesellschaft zu einem Schwerpunkt im Bürgerschaftswahlkampf machen. „Nicht nur eine erfolgreiche Wirtschaft, wenig Kriminalität und bezahlbarer Wohnraum sind wichtig, sondern auch Zeit und Wertschätzung füreinander“, sagte Marcus Weinberg, Spitzenkandidat der CDU bei der Bürgerschaftswahl am 23. Februar.

„Unser Ziel ist eine zusammenwachsende Stadt. Spaltung und Polarisierung müssen vermieden werden“, betonte Weinberg bei der Vorstellung der zentralen Forderungen des CDU-Wahlprogramms zum Thema Zusammenhalt. Dazu will die Union die Eigeninitiative stärken, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessern und den Austausch zwischen den Generationen fördern.

Unangekündigte Qualitätskontrollen in den Kitas

Die Ausstattung der Kitas soll nach dem Willen der CDU verbessert werden. „In den Kitas muss es mehr Personal geben, damit sich die Kleinen besser entwickeln können“, sagte Franziska Hoppermann, Vorsitzende der Frauen-Union und Mitglied im Kompetenzteam des Spitzenkandidaten.

Die CDU fordert anlasslose und unangekündigte Qualitätskontrollen in den Kitas. „Wir setzen uns auch für eine bessere finanzielle Vergütung der Tagesmütter und -väter und für eine bessere Qualifikation ein“, sagte Hoppermann. Eine Online-Börse soll die Suche nach einem Kita-Platz erleichtern und als Buchungsplattform für Trainings- und Beratungsangebote dienen.

Staatliche Angebote zur Familienerholung ausbauen

In jedem Bezirk soll mindestens ein neues Bildungshaus entstehen, das Kita und Grundschule unter einem Dach anbietet. „Kinder brauchen verlässliche Beziehungen. Um zu verhindern, dass es zu Brüchen in der Bildungsbiografie eines Kinds kommt, brauchen wir eine enge Verzahnung von Elementar- und Primarbereich“, sagte Weinberg.

Die CDU will die staatlichen Angebote zur Familienerholung und zur Unterstützung bei Krankheit oder zeitweiliger Überforderung ausbauen. „Wir wollen die vom SPD-Senat vorgenommene Kürzung der Kinder- und Jugendhilfe zurücknehmen und durch eine zugesicherte Übernahme von Tarifverträgen eine auskömmliche Finanzierung bei den Trägern der Kinder- und Jugendhilfe erreichen“, sagte Weinberg.

Mehr Anreize für das Ehrenamt schaffen

Die Union will soziale Einrichtungen wie Seniorentreffs, Familienzentren und Integrationscafés vermehrt zu Nachbarschaftszentren zusammenfassen. „So schaffen wir mehr Begegnungsorte, die das Miteinander fördern“, sagte Hoppermann. Die kulturellen Angebote für die „Generation 60+“ sollen ausgebaut werden. Die Seniorentreffs sollen von hauptamtlichen Mitarbeitern geleitet werden. Bislang werden zwei Drittel der Einrichtungen ausschließlich von Ehrenamtlichen geführt.

Die CDU will mehr Anreize für das Ehrenamt schaffen. Mit einer Bonuskarte „Hamburg sagt Danke“ sollen ehrenamtlich tätige Frauen und Männer nach dem Vorbild der Ehrenamtskarte in Schleswig-Holstein und Niedersachsen Rabatte bei Kooperationspartnern der Aktion erhalten: zum Beispiel bei Einkäufen, in Restaurants, bei Museums- und Theaterbesuchen sowie im öffentlichen Personennahverkehr.

Damit sich mehr Menschen ehrenamtlich engagieren, will die CDU Ehrenamtslotsen einführen, die die Aktiven in den zum Teil unübersichtlichen Strukturen und Anforderungen etwa für die Ausrichtung eines Stadtteilfestes unterstützen. Die Freiwilligenagenturen sollen mehr Personal erhalten, damit sie mehr Termine an Schulen, in Unternehmen und auf Messen wahrnehmen können.