Hamburg

Im Kampf gegen Staus: Bezirksteams nehmen Arbeit auf

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Lucas Bayer
Das sind die neuen Verkehrskoordinatoren, die Bezirkssenator Andreas Dressel (rechts) und Verkehrssenator Michael Westhagemann (links) am Dienstag offiziell vorgestellt haben. Sie sollen dafür sorgen, dass bei geplanten Baustellen keine Abstimmungsprobleme mehr auftreten.

Das sind die neuen Verkehrskoordinatoren, die Bezirkssenator Andreas Dressel (rechts) und Verkehrssenator Michael Westhagemann (links) am Dienstag offiziell vorgestellt haben. Sie sollen dafür sorgen, dass bei geplanten Baustellen keine Abstimmungsprobleme mehr auftreten.

Foto: Michael Rauhe

14 neue Verkehrskoordinatoren sind ab sofort in Hamburg im Einsatz und sollen für bessere Abläufe bei Baustellen sorgen.

Hamburg. „Alle Bürgerinnen und Bürger der Stadt haben darauf gewartet, dass sie mit der Arbeit beginnen. Die Verantwortung, die sie tragen, ist sehr hoch“, sagt Verkehrssenator Michael Westhagemann (parteilos) und lächelt den 14 neuen Verkehrskoordinatoren hoffnungsvoll entgegen. Diese sind am Dienstag vor dem Bezirksamt Hamburg-Mitte offiziell vorgestellt worden. Mit einem Zwei-Personen-Team für jeden der sieben Hamburger Bezirke will die Stadt ihre Baustellenkoordinierung weiter verbessern. „Die Kolleginnen und Kollegen bringen ihre jeweiligen örtlichen Erfahrungen mit ein und können so zum Beispiel dabei mithelfen, dass der Verkehr trotz Baustellen fließt“, freut sich Bezirks- und Finanzsenator Andreas Dressel (SPD).

Nina Kohnen ist eine der 14 neuen Verkehrskoordinatoren. Die 31-Jährige übernahm Anfang Juni ihre Stelle im Bezirk Harburg. „Natürlich müssen sich die ganzen Abläufe noch einpendeln. Es sind überall in der Stadt neue Kollegen eingestellt worden, die sich erst einmal auf der neuen Position einfinden müssen“, sagt Kohnen. Sie sehe durch die neuen Koordinatoren eine große Chance darin, dass kleinere Fehler nicht wiederholt werden. Ein aktuelles Beispiel ist die Wandsbeker Chaussee, wo das geplante Ende der Bauzeit wegen offiziell „unvorhersehbarer Schwierigkeiten, unter anderem Koordinationsproblemen, bereits um 86 Wochen überschritten wurde. So etwas soll sich ändern: Die neuen Koordinatoren sind Teil eines umfangreichen, behördenübergreifenden Maßnahmenpaketes, das der Senat vor einem Dreivierteljahr auf den Weg gebracht hatte.

CDU: „Schritt in die richtige Richtung“

„Die Verantwortung für Baustellen ist auf unterschiedliche Schultern verteilt. Mal bauen die Leitungsunternehmen, mal ein Landesbetrieb, mal die Bezirke und andere städtische Player. Aber ,die Stadt‘, das sind wir alle gemeinsam“, sagt Verkehrssenator Michael Westhagemann. Deshalb habe die Stadt die Idee der Baustellenkoordinierer auf die Bezirke ausgeweitet. Lob kommt dafür vom ADAC in Hamburg, der diesen Schritt schon seit Längerem fordert. „Momentan kann die Koordinierungsstelle KOST etwa 1000 Haupt- und wichtige Nebenstraßen überwachen. Die neuen Mitarbeiter sollten allerdings auch auf andere Wege einen Blick werfen“, sagt Sprecher Hans Pieper.

Alle Bezirksstraßen von besonderer verkehrlicher Bedeutung werden zusätzlich zu den Hauptverkehrsstraßen in das Koordinierungsnetz integriert, heißt es dazu aus der Finanzbehörde, die auch für die Bezirke zuständig ist. Der ADAC hat die Hoffnung, dass durch die verstärkte Zusammenarbeit unter anderem Doppelbaustellen in Zukunft vermieden werden können. Für Dennis Thering, verkehrspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion, sind die Stellenbesetzungen zwar ein Schritt in die richtige Richtung, aber: „Zum einen braucht es länderübergreifende Koordinatoren, die Baustellen über die gesamte Metropolregion vorausschauend abstimmen. Baustellenkoordinierung hört nämlich nicht an den Landesgrenzen auf. Zum anderen müssen die Baustellen selbst optimiert und schneller fertiggestellt werden.“ Dass aktuell nur an rund 0,5 Prozent aller Baustellen im Zwei- und Mehrschichtbetrieb gearbeitet wird, sei völlig inakzeptabel.

Route der Bus­linien beachten

Es sei an der Zeit, dass sich die vielen Baustellenkoordinatoren nun bemerkbar machen, fordert Ewald Aukes (FDP): „Bislang drängte sich nur der Eindruck auf, dass das Chaos auf Hamburgs Straßen lediglich verwaltet wird. Jetzt müssen die Koordinatoren liefern.“ Dazu gehöre, dass der Datenfluss zwischen den Behörden und öffentlichen Unternehmen funktioniere.

Den Blick auf den ÖPNV legt dabei die verkehrspolitische Sprecherin der Linken, Heike Sudmann: „Der rot-grünen Regierung ist das doch ein sehr wichtiges Thema. Deshalb sollte bei Baustellen auch die Route der Bus­linien beachtet werden.“ Das Aufgeben des Schubladendenkens sei von großem Vorteil, sodass alle Parteien, auch Fußgänger und Radfahrer, in die zukünftige Planung einbeziehen werden.

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