Klimademo

Empörung über Polizei nach Räumung von Sitzblockaden

In sozialen Medien werden Schmerzgriffe kritisiert, mit denen Beamte Aktivisten von der Straße holten. Polizei verteidigt Einsatz.

Hamburg. Das Verhalten der Polizei bei den Sitzblockaden nach der Klimademo am Freitag sorgt für Kritik. In den sozialen Medien kursieren zahlreiche empörte Beschwerden über die Anwendung sogenannter Schmerzgriffe beim Räumen der Straßen. Auch einige Filme zeigen diese Handgriffe der Polizisten, mit denen sie die Blockierer von der Straße bringen.

Polizei "Grifftechniken verursachen keine Schmerzen"

Zu den zahlreichen Beschwerden hat sich jetzt Polizeisprecher Timo Zill via Twitter geäußert. Unter anderem heißt es dort, dass Blockierern, die nicht freiwillig die Straße räumten, "unter Anwendung einfacher körperlicher Gewalt von der Fahrbahn gebracht " wurden. Die können im Einzelfall durch Wegtragen oder unter "Anwendung bundeseinheitlicher Standards zur Auflösung von Sitzblockaden, z. B. durch die Anwendung des Rückenhaltegriffs erfolgen."

Timo Zill erklärte gegenüber dem Abendblatt: "Wir als Polizei können mit solchen Diskreditierungskampagnen umgehen, da sie regelmäßig kommen. Mir tut es für die Organisatoren und Schüler leid, die vorher den beeindruckenden Klimastreik auf die Beine gestellt haben."

In einem weiteren Tweet erläutert die Polizei, dass die "Grifftechniken lediglich der Kontrolle der Person" dienen und "keine Schmerzen verursachen".

„Eine Klima-Sitzblockade so brutal anzugehen ist echt das Letzte“, äußerte sich Emily Laquer von der vom Verfassungsschutz beobachteten Interventionistischen Linken auf Twitter. Weitere Kommentatoren erklärten, dass es sich bei vielen Teilnehmern an Protestaktionen um Minderjährige gehandelt habe. „Werden Schmerzgriffe bei Kindern eingesetzt?“, hieß es in einem Kommentar.

Zur Sitzblockade aufgerufen hatte das Bündnis „Sitzenbleiben!“, ein Zusammenschluss aus den Gruppen „Ende Gelände Hamburg“, der Interventionistischen Linken Hamburg und anderer Initiativen. Bei der Fridays for Future-Demonstration waren zuvor nach Angaben der Polizei 70.000 Menschen friedlich für den Klimaschutz auf die Straße gegangen.