Hamburg

Mädchen verschwand vor 40 Jahren: Polizei sucht neue Spuren

Die Polizei hofft auf neue Spuren im Fall Iris Schwarz (Symbolbild).

Die Polizei hofft auf neue Spuren im Fall Iris Schwarz (Symbolbild).

Foto: picture alliance

Im Februar 1980 verschwand die damals 17-jährige Iris Schwarz. Ermittler gehen davon aus, dass sie Opfer eines Tötungsdeliktes wurde.

Hamburg. Der Tag, an dem Iris Schwarz verschwand, liegt beinahe vier Jahrzehnte zurück. Eine sehr, sehr lange Zeit, in der die Familie der damals 17-Jährigen seither im Ungewissen lebt. Was ist damals geschehen? Ist Iris ums Leben gekommen? Hat sie jemand umgebracht?

Was damals, an diesem 29. Februar 1980 geschah, soll jetzt endlich aufgeklärt werden. Deshalb hat sich die Hamburger Mordkommission des fast vierzig Jahre alten Falles angenommen. Mit neuem Blick und modernen Mitteln der Kriminaltechnik werden nun Spuren erneut verfolgt - um den Angehörigen Gewissheit zu geben, was mit Iris geschah. Und um gegebenenfalls einen Mörder zu fassen. Denn die Ermittler gehen davon aus, dass Iris sehr wahrscheinlich Opfer eines Tötungsdeliktes wurde.

Fall Iris Schwarz kommt zu „Aktenzeichen XY … ungelöst“

Neben einer neuen Auswertung der Spuren werden auch Zeugen gesucht. Der Fall Iris Schwarz ist auch ein Fall für die nächste Sendung „Aktenzeichen XY … ungelöst“, die am Mittwoch um 20.15 Uhr ausgestrahlt wird. In einem Film werden die letzten Momente aus dem Leben der Iris Schwarz nachempfunden, bevor sie verschwand. Die Hoffnung ist, dass sich dadurch Zeugen melden, um Licht in das Dunkel des Falles zu bringen.

Die Jugendliche war am Morgen des 29. Februar nicht bei ihrem Ausbildungsplatz, einer Konditorei in Uhlenhorst, angekommen. Ihr Chef benachrichtigte den Vater von Iris, dieser meldete später seine Tochter bei der Polizei als vermisst. Drei Tage nach ihrem Verschwinden entdeckte ein Handwerker in einem Abwassergraben in Billbrook die Jacke und die Turnschuhe der 17-Jährigen. Auf einer Böschung unter einem Strauch lag die Handtasche der Jugendlichen. Darin befand sich noch ihr Personalausweis, ein Notizbuch, ein Sparbuch und ihr Portemonnaie mit 90 Pfennig. Ebenso hatte sie in ihrer Handtasche eine Eintrittskarte für ein Howard-Carpendale-Konzert bei sich, das sie wenige Tage später zusammen mit ihrer besten Freundin hatte besuchen wollen.

Beamte durchkämmten das Gelände

Die Polizei startete nach dem Auffinden der persönlichen Gegenstände von Iris eine groß angelegte Suchaktion. Beamte durchkämmten das Gelände, auch Boote der Wasserschutzpolizei sowie Taucher kamen zum Einsatz. Doch es ergab sich keine Spur. Die Polizei befragte damals den Vater, der sie offenbar als letzter gesehen hatte, sowie die gesamte Familie, die Nachbarn, eine Freundin von Iris. Alles ohne Ergebnis.

Iris Schwarz hat damals in einer kleinen Ein-Zimmer-Wohnung in Wandsbek gewohnt. Sie hat fünf jüngere Geschwister, ihre Eltern lebten seinerzeit in Scheidung. Der Vater, ein Handwerker, war viel in seinem Campingbus auf Montage unterwegs. Wenn er in Hamburg war, wohnte er bei seiner Tochter Iris. Er hatte damals der Polizei gesagt, die 17-Jährige habe am Tag ihres Verschwindens wie gewohnt am frühen Morgen die Wohnung verlassen. Eine Spur, der die Polizei seinerzeit nachging, war die des sogenannten „Disco-Mörders“. In den 70-er Jahren bis 1980 gab es eine Verbrechensserie im Bereich Niedersachsen. Der Mörder wurde nie gefasst.