Ranking

Flugverspätungen: Hamburg gehört zu den Rekordhaltern

Immer mehr Flugzeuge starten und landen in auf dem Hamburger Flughafen.

Immer mehr Flugzeuge starten und landen in auf dem Hamburger Flughafen.

Foto: imago images / Rüdiger Wölk

Verbraucherportal rankt die unpünktlichsten Flüge mit Start oder Ziel in Deutschland. 28 Routen sind zu mehr als 50 Prozent verspätet.

Berlin / Hamburg. In Deutschland starten täglich rund 630 Flüge verspätet oder fallen aus. Die meisten davon sind Langstreckenflüge. Unter den Rekordhaltern ist auch der Hamburger Flughafen: Die unpünktlichste innereuropäische Flugroute ist die Verbindung zwischen Hamburg und Göteborg. 62,8 Prozent aller Flieger auf dieser Strecke starteten 2019 nicht wie geplant. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Analyse des weltweit führenden Fluggasthelfer–Portals AirHelp zu Flügen mit Start oder Ziel Deutschland zwischen dem 1. Januar und dem 31. Juli 2019.

Noch häufiger unpünktlich waren laut der Studie nur Flüge auf den Langstrecken München–Neu Dehli (81 Prozent), Neu Dehli–München (77,5 Prozent), Frankfurt–Bangkok (66,4), Frankfurt–Bahrain (64,9), Frankfurt–Taoyuan in Taiwan (63,3).

Hamburg bei Verspätungen weiter vorn als bei Passagierezahlen

In den "Top 50" der "Worst Cases" tauchten die Flughäfen Frankfurt mit 21 und München mit zehn Strecken am häufigsten auf. An dritter Stelle aber kommen schon Hamburg und Berlin Tegel mit je fünf Strecken in den Top 50, gefolgt von Köln/Bonn, Düsseldorf und Stuttgart mit je zwei Routen. Frankfurt und München liegen mit jährlich 69 bzw. 46,2 Millionen Passagieren auch vom Abfertigungsvolumen in Deutschland deutlich vor Düsseldorf (24,2 Millionen Passagiere), Berlin Tegel (22 Millionen) und Hamburg (17,2 Millionen). Unter den Top 50 der problematischen Flüge sind 28 Routen zu mehr als 50 Prozent verspätet.

In Hamburg waren laut AirHelp 23,6 Prozent der Flüge verspätet oder ausgefallen. Das ist Platz drei im Ranking. Schlechter waren nur Frankfurt (30 Prozent) und München (27 Prozent). Als verspätet wurden Flüge gewertet, die den Plan um 15 Minuten und mehr überschritten.

Wer in die Türkei will, sollte Zeitreserven haben

„Flugreisende in Deutschland müssen manchmal besonders viel Geduld mitbringen. Vor allem Türkei-, Italien-, und Indien-Reisende waren besonders häufig betroffen", sagte Laura Kauczynski von AirHelp. Das liege in der Regel nur selten an den jeweiligen Flughäfen, laut Eurocontrol seien die Airlines für fast die Hälfte aller Flugverspätungen selbst verantwortlich.

Bei den Airlines liegt in Sachen Verspätungen bundesweit Turkish Airlines (47,6 Prozent Problemflüge) vor TAP Portugal (38,3), Pegasus Airlines (30,7)und Finnair (28,6). Am wenigsten Ärger gab es mit Condor Flugdienst (7,3 Prozent Problemflüge), Wizz Air (8,0) und Air Dolomiti (8,6). Die Lufthansa liegt mit 26,4 Prozent Problemflügen im unschönen hinteren Teil der Tabelle.

AirHelp und Verbraucherschützer setzen Entschädigungen durch

AirHelp ist nach eigenen Angaben die größte Organisation für Fluggastrechte, arbeitet mit dem Verbraucherschutz Deutschland zusammen und hilft Passagieren, die bei Verspätungen von den Airlines entschädigt werden wollen. Das Unternehmen ist in 35 Ländern aktiv und hat 700 Mitarbeiter.

Laut AirHelp werden unter Umständen bis zu 600 Euro pro Person fällig. Allein während des Untersuchungszeitraumes im Jahr 2019 hatten bereits rund 800.000 Fluggäste in Deutschland einen Anspruch auf finanzielle Entschädigung aufgrund einer Flugverspätung. AirHelp unterstütze Flugreisende dabei, diese notfalls auch gerichtlich durchzusetzen. Der Anspruch bestehe bis zu drei Jahre nach ihrem Flugtermin.