Gesundheit

Hamburg will Rauchen im Auto mit Kindern bestrafen

Eine Frau mit Zigarette am Steuer. Mit Schwangeren oder Kindern an Bord könnte das bald verboten sein.

Eine Frau mit Zigarette am Steuer. Mit Schwangeren oder Kindern an Bord könnte das bald verboten sein.

Foto: Imago/Panthermedia

Per Gesetz soll bis zu 3000 Euro zahlen, wer Kinder oder Schwangere zu Passivrauchern macht. Senat unterstützt Bundesratsvorstoß.

Hamburg unterstützt die Bundesratsinitiative für ein Rauchverbot in Autos mit Kindern oder Schwangeren. Das erklärte die Gesundheitsbehörde auf Anfrage von abendblatt.de. Verstöße sollen demnach mit Geldbußen von 500 bis 3000 Euro geahndet werden. Der von Nordrhein-Westfalen ausgearbeitete Gesetzesentwurf wird am 20. September in den Bundesrat eingebracht.

"Hamburg ist der Bundesratsinitiative für eine gesetzliche Regelung zum Rauchverbot in Autos in Anwesenheit von Kindern beigetreten, denn wir haben schon 2018 einen entsprechenden Beschluss der Gesundheitsministerkonferenz initiiert" sagte der Sprecher der hamburger Gesundheitsbehörde, Dennis Krämer. "Kinder sind besonders schutzbedürftig, gerade was das Passivrauchen betrifft." Nach Messungen des Deutschen Krebsforschungszentrums ist die Schadstoffkonzentration in verrauchten Autos fünf Mal so hoch wie in einer durchschnittlich verrauchten Bar. Im Gesetzentwurf wird auf die massiven Gesundheitsgefahren durch das Passivrauchen gerade für Kinder und Schwangere hingewiesen.

Passivrauchen schädlicher als inhalieren

Schädigungen der sich entwickelnden Lunge, Mittelohrentzündungen, Atemwegserkrankungen gehörten dazu, ebenso ein erhöhtes Risiko eines plötzlichen Kindstodes bei Säuglingen. Die Konzentration der Giftstoffe im abgegebenen Rauch sei sogar höher als im aktiv inhalierten. „Passivrauchen ist folglich noch gesundheitsschädlicher als aktives Rauchen durch den Filter“, heißt es im Gesetzesantrag.

Neben Hamburg gehören auch Niedersachsen und Schleswig-Holstein zu den Antragstellern. Kiels Gesundheitsminister Heiner Minister Garg (FDP) hatte bereits im Oktober 2018 auf der Gesundheitsministerkonferenz dazu einen Vorstoß gemacht. Bremen signalisierte im April Zustimmung, jetzt schließt sich auch Hamburg an.

Eine Million Minderjährige betroffen

Im Gesetzesantrag heißt es, das Deutsche Krebsforschungszentrum in Heidelberg schätze, dass derzeit rund eine Million Minderjährige Tabakrauch in Autos ausgesetzt sind. Hoffnungen, dass auf freiwilliger Basis auf das Rauchen verzichtet werde, wenn Kinder oder Schwangere im Auto sitzen, hätten sich nicht erfüllt.

Das Rauchverbot soll im Bundesnichtraucherschutzgesetz verankert werden. Sollte der Bundesrat dem Gesetz zustimmen, muss es noch der Bundestag beschließen. Andere Staaten haben bereits Rauchverbote in Autos, wenn Minderjährige mitfahren.