Hamburg

Touristin vergewaltigt: Polizei wertet Kameras aus

Der Mann soll die Touristin nahe der Lombardsbrücke in ein Gebüsch gezogen und sie dort sexuell missbraucht haben.

Der Mann soll die Touristin nahe der Lombardsbrücke in ein Gebüsch gezogen und sie dort sexuell missbraucht haben.

Foto: picture alliance/imageBROKER/Christian Ohde

Nach dem Missbrauch einer Frau aus Thailand im Bereich Lombardsbrücke suchen Ermittler weiter nach zentralen Zeugen.

Hamburg.. Nach der Vergewaltigung einer Touristin aus Thailand am Sonntag im Bereich Lombardsbrücke wertet die Polizei jetzt intensiv Überwachungskameras aus, die entlang des gemeinsamen Laufweges des Täters und des Opfers stehen. Wie berichtet, hatte der noch unbekannte Täter angeboten, die ortsunkundige Frau vom Kiez zum Hauptbahnhof zu begleiten. Auf dem Weg hatte er die 42-Jährige dann im Bereich der Lombardsbrücke vergewaltigt. Die Strecke ist mehrere Kilometer lang.

Der Unbekannte hatte die Touristin, die auf dem Kiez ihre in Hamburg lebende Freundin verloren hatte, unter dem Vorwand begleitet, sie zum Hauptbahnhof bringen zu wollen, von wo aus die 42-Jährige zum Wohnort ihrer Freundin im Umland fahren wollte. Doch wichtige Zeugen, die der Frau und dem Täter begegnet waren, haben sich noch nicht gemeldet.

Täter verhinderte Kontakte zur von ihm vergewaltigte Frau

„Bislang haben sich weder der vermutliche Mitarbeiter der Stadtreinigung, ein Pärchen und ein Radfahrer gemeldet, die nach der Tat an der Lombardsbrücke direkten Kontakt mit Täter und Opfer gehabt haben“, sagt Polizeisprecher Florian Abbenseth. Alle vier sind für die Ermittler besonders wichtige Zeugen. Sie hatten mit der Frau und ihrem Peiniger nach der Tat gesprochen, ohne zu ahnen, was vorgefallen war. Denn die 42 Jahre alte Touristin konnte wegen der Sprachbarriere und der Dominanz des Täters nicht auf ihre Situation aufmerksam machen.

Ihr Peiniger hatte gegenüber den Zeugen dreist behauptet, dass es sich bei der gerade von ihm vergewaltigten Frau um seine Freundin handelt und so weitere Kontakte zu ihr verhindert. Zudem wurde versucht, genetische Spuren des Vergewaltigers zu sichern.

Zeugen, die verdächtige Beobachtungen gemacht haben, werden gebeten, sich bei der Polizei unter Telefon 040 4286-56789 oder einer Polizeidienststelle zu melden. Abbenseth: „Insbesondere bitten die Ermittler den bislang unbekannten Mitarbeiter der Stadtreinigung sowie den Fahrradfahrer und das genannte Pärchen, sich dringend bei der Polizei zu melden.“

Polizei sichert DNA von Vergewaltiger von Wilhelmsburg

Auch im Fall des Serienvergewaltigers von Wilhelmsburg, der im April über eine 78-Jährige im Inselpark und ebenfalls am vergangenen Sonntag über eine 24-Jährige auf dem Wanderweg neben der Wilhelmsburger Reichsstraße herfiel, gibt es für die Ermittler von der Fachdienststelle für Sexualdelikte noch keinen Durchbruch.

Die Polizei hatte nach der Tat an zwei Tagen rund um den Tatort Fahndungsaufrufe geklebt. Von dem Mann konnte DNA gesichert werden, die belegt, dass derselbe Täter für beide Sexualdelikte verantwortlich ist. Allerdings gibt es in der zentralen Datenbank beim BKA keinen passenden genetischen Fingerabdruck von einer den Sicherheitsbehörden bekannten Person.