Hamburg

2,3 Millionen Euro für den Museumshafen Oevelgönne

Das Feuerschiff "Elbe 3" am Musuemshafen Oevelgönne. Schiff und Hafen sollen saniert werden (Archivfoto).

Das Feuerschiff "Elbe 3" am Musuemshafen Oevelgönne. Schiff und Hafen sollen saniert werden (Archivfoto).

Foto: picture alliance

SPD und Grüne geben Geldspritze für ein schwimmendes Infozentrum. Außerdem sollen zwei Traditionsschiffe saniert werden.

Hamburg. Gute Nachricht für Schiffsfans: Der Museumshafen Oevelgönne soll für 2,3 Millionen Euro umgebaut und erweitert werden. Laut einem Antrag der Bürgerschaftsfraktionen der SPD und der Grünen ist von dem Geld unter anderem die Einrichtung eines schwimmenden Infozentrums auf 300 Quadratmetern geplant. Dieses soll auf einem ehemaligen Hafenponton aus dem Jahr 1914 entstehen und Räume für Veranstaltungen und einen Panoramablick auf die Traditionsschiffe bieten. Baubeginn ist voraussichtlich im Frühjahr kommenden Jahres. im Herbst 2020 soll der Pavillon fertig sein.

"Besucher, die in den Museumshafen kommen, haben bislang keine richtige Anlaufstelle, um sich über unsere zehn historische Schiffe zu informieren", sagt der Vorsitzende des Trägervereins, Heino Schlichting, dem Abendblatt. "Das wollen wir mit dem neuen Besucherzentrum nun ändern". Darüber hinaus solle das rund 720.000 Euro Gebäude auch für den Verein selbst genutzt werden.

Feuerschiff und Barkasse werden saniert

Mit 1,3 Millionen Euro noch deutlich teurer als der Pavillon wird die Sanierung des Feuerschiffs "Elbe 3". Das 1888 gebaute maritime Schmuckstück ist das älteste noch funktionsfähige Feuerschiff der Welt. Trotz verschiedener Maßnahmen des Museumsvereins in den vergangenen 30 Jahren ist jetzt eine Grundinstandsetzung fällig.

"Ein bisschen Farbe für einen neuen Anstrich reicht da nicht mehr aus", so Schlichting. "Das marode Holzdeck muss ebenso erneuert werden wie die Takelage." Zudem sei eine Generalüberholung der Hilfsmaschinen aus dem Jahr 1936 notwendig.

"Altona" war als Lohntütenbarkasse unterwegs

Ebenfalls saniert wird die Hafenbarkasse "Altona". Das Schiff wurde 1926 in einer Wilhelmsburger Werft gebaut und ist eines der letzten seiner Art. Eine gewisse Berühmtheit erreichte die "Altona" als "Lohntütenbarkasse", die das Geld zu den Hafenarbeitern brachte.

"Für die beiden schwimmenden Denkmäler heißt es dann hoffentlich bald wieder: Herzlich Willkommen an Bord", sagte Isabella Vértes-Schütter, kulturpolitische Sprecherin der SPD-Bürgerschaftsfraktion.

Gut eine Million Euro vom Bund

Bis zu 920.000 Euro will Rot-Grün für alle Maßnahmen zusammen bereitstellen, die Mittel stammen aus dem Sanierungsfonds Hamburg 2020. 1,15 Millionen Euro kommen vom Bund. Den restlichen Betrag von 230.000 Euro übernimmt der Museumsverein. Für die Unterstützung vom Bund hatten sich unter anderem die Hamburger SPD-Bundestagsabgeordneten Johannes Kahrs und Matthias Bartke eingesetzt.

„Wenn man sich mit der Geschichte unserer Stadt beschäftigt, kommt man am Hafen und an der Schifffahrt nicht vorbei", sagte René Gögge, kulturpolitischer Sprecher der Grünen-Bürgerschaftsfraktion. "Durch die Einrichtung eines Informationszentrums wird der ohnehin großartige Museumshafen auf ein neues Level der Professionalität gehoben und kann Einheimische wie Besucherinnen und Besucher künftig noch besser für unsere norddeutsche Schiffstradition begeistern."