Hamburg

Umwelthilfe contra Silvester-Böller – auch in Hamburg

Feuerwerk am Fischmarkt – demnächst zu Silvester illegal?

Feuerwerk am Fischmarkt – demnächst zu Silvester illegal?

Foto: picture alliance/dpa

Die Deutsche Umwelthilfe will erreichen, dass in 31 deutschen Städten Feuerwerk zu Silvester nur noch eingeschränkt erlaubt wird.

Hamburg/Berlin. Die Deutsche Umwelthilfe will in 31 Städten – darunter auch Hamburg – die Silvester-Böllerei beschränken. Wie die Umweltorganisation am Montag mitteilte, wurden bei den Städten formelle Anträge zum Verbot oder zur Beschränkung der privaten Knallerei gestellt. Zur Begründung wird auf die gesundheitsschädlichen Feinstaubbelastungen durch die Böller verwiesen. „Jedes Jahr aufs Neue verursacht die archaische Böllerei zum Jahreswechsel dicke Luft in unseren Städten“, erklärte Umwelthilfe-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch am Montag in Berlin. Hunderttausende Menschen mit Atemwegserkrankungen würden zu Silvester aus ihren Wohnungen fliehen oder sich „luftdicht verbarrikadieren“.

Betroffen von einem Verbot oder einer Beschränkung wären beispielsweise große und größere Städte wie Hamburg, Berlin, München und Köln, Stuttgart, Halle, Nürnberg, Mainz, aber auch Kommunen wie Passau, Offenbach, Reutlingen, Esslingen und Würzburg. Grundlage für die Forderungen sei die Überschreitung des von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) schon vor Jahren empfohlenen Jahresmittelwerts von 20 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter, hieß es.

Berlin und München wollen Böller-Beschränkung umsetzen

Innerhalb weniger Stunden setzten die Feuerwerkskörper zum Jahreswechsel etwa 5.000 Tonnen besonders giftigen Feinstaubs frei. Die Menge des zu Silvester freigesetzten Feinstaubs entspreche etwa 16 Prozent der jährlich im Straßenverkehr entstehenden Feinstaubmenge, sagte Resch.

Laut dem Umwelthilfe-Geschäftsführer planen Berlin und München, den Forderungen nach einer Beschränkung der Silvester-Böllerei nachzukommen. Der Pressesprecher der Berliner Senatsverwaltung für Inneres, Martin Pallgen, sagte dem Evangelischen Pressedienst, dass einige Verbotszonen eingerichtet werden sollen - allerdings vornehmlich aus Sicherheitsgründen und nicht flächendeckend.