Hamburg

Das tut Hamburg für die Verbesserung der Luftqualität

An der Max-Brauer-Allee in Hamburg gilt bereits ein Fahrverbot für ältere Diesel-Fahrzeuge. Das „Sofortprogramm Saubere Luft“ soll Alternativen zu den Verboten unterstützen

An der Max-Brauer-Allee in Hamburg gilt bereits ein Fahrverbot für ältere Diesel-Fahrzeuge. Das „Sofortprogramm Saubere Luft“ soll Alternativen zu den Verboten unterstützen

Foto: dpa Picture-Alliance / Daniel Bockwoldt

Die Stadt kann auf rund 80 Millionen Euro vom Bund hoffen. Das Geld fließt unter anderem in Elektrofahrzeuge und Verkehrsleitsysteme.

Hamburg.  Im Rahmen des „Sofortprogramms Saubere Luft“ kann Hamburg bis Ende 2020 auf bis zu 80 Millionen Euro an Fördergeldern vom Bund hoffen. Darauf hat die Behörde für Wirtschaft und Verkehr auf Anfrage hingewiesen. Die Maßnahmen zur Verbesserung der Luftqualität sollen vor allem als Alternativen zu Fahrverboten für Dieselfahrzeuge entwickelt werden.

Anlass war ein Abendblatt-Bericht, wonach von den 1,5 Milliarden Euro, die für das Programm bundesweit zur Verfügung stehen, erst 1,68 Millionen Euro oder gut 0,1 Prozent ausgezahlt seien – und zwar an drei deutsche Städte, in denen es bereits Dieselfahrverbote gibt: Hamburg (1,38 Millionen), Stuttgart (243.000 Euro) und Darmstadt (58.000). Während die Grünen im Bundestag das Programm auf Basis dieser Zahlen als „Flop“ kritisiert hatten, weist die Wirtschaftsbehörde nun darauf hin, was im Rahmen des Sofortprogramms noch alles geplant oder bereits in Umsetzung ist.

So werden 4,8 Millionen Euro in eine rund neun Kilometer lange Teststrecke für automatisiertes und vernetztes Fahren (TAVF) investiert. Dabei fahren in Kooperation mit Volkswagen speziell ausgerüstete Fahrzeuge eigenständig durch die Stadt – allerdings ist zur Sicherheit noch ein Fahrer an Bord. Stadt und Automobilindustrie erhoffen sich davon wichtige Erkenntnisse, da das automatisierte und vernetzte Fahren als eine Möglichkeit gilt, die Verkehrssicherheit und auch die Verkehrseffizienz für alle Teilnehmer zu verbessern und somit auch Lärm- und Schadstoffemissionen zu reduzieren.

Verkehrsanalyse soll Staus und Lärm reduzieren

1,3 Millionen Euro sollen für die Entwicklung eines Simulators für eine verbesserte Stauprognose und die Erfassung von Livestaudaten abgerufen werden.Sechs Millionen Euro fließen in ein Projekt zur automatisierten Verkehrsmengenerfassung an den Ampelanlagen in der Hamburger Innenstadt.

Wie berichtet, werden die Daten mithilfe von 2000 Infrarotkameras an 420 Kreuzungen erhoben und sollen langfristig den Verkehr und Lärm reduzieren. Eine zweite Projektphase soll mit 5,6 Millionen Euro gefördert werden. 800.000 Euro sollen für die Digitalisierung der Ampelanlagen im Hamburger Hafen ausgegeben werden, um vor allem den zunehmendem Lkw-Verkehr effektiver zu steuern.

Des Weiteren gefördert werden der Aufbau eines Radverkehrszählnetzes (690.000 Euro), ein Digitales Fahrgastinformationssystem in Bussen (1,6 Millionen) sowie die Elektrifizierung städtischer Fahrzeuge. Dabei geht es unter anderem um 120 Behördenfahrzeuge (1,75 Millionen), zwölf Flughafen-Busse (1,9 Millionen), 60 Busse der Hochbahn (26,7 Millionen) sowie mehr als 25 Kleintransporter und weitere Fahrzeuge der Stadtreining (635.000).