Hamburg

BUND erwirkt Baustopp für Rahlstedter Gewerbegebiet

Für den südlichen Teil der geplanten Erweiterung des Gewerbegebietes erwirkte der BUND einen Baustopp.

Für den südlichen Teil der geplanten Erweiterung des Gewerbegebietes erwirkte der BUND einen Baustopp.

Foto: Ha / HA

Umweltbehörde stoppt länderübergreifendes Bauprojekt – vorerst. Naturschützer sehen Biotope bedroht.

Hamburg. Die Umweltschutzorganisation BUND hat für das umstrittene Gewerbegebiet Victoriapark in Rahlstedt einen Baustopp erwirkt. Nachdem die Organisation am Mittwoch einen dringlichen Antrag beim Verwaltungsgericht Hamburg eingereicht hatte, verfügte die Umweltbehörde einen Baustopp gegen das geplante länderübergreifende Bauvorhaben nahe der A 1 zwischen Rahlstedt und Stapelfeld. „Damit konnte ein Großteil der geplanten Zerstörung geschützter Biotope verhindert werden“, sagt BUND-Landesgeschäftsführer Manfred Braasch. In den nächsten Monaten entscheide nun das Gericht in dem vom BUND ebenfalls angestrengten Eilverfahren. „Bis dahin ruhen die Arbeiten.“

Nach Angaben des BUND finden sich in dem 35 Hektar großen Gebiet neben Knicks und Feuchtbiotopen über 30 geschützte Tier- und Pflanzenarten, darunter die Breitflügelfledermaus, der Moorfrosch, die Spitzblütige Binse und der Fitis, ein Laubsänger.

BUND sieht keinen Bedarf für Gewerbegebiet

Proteste hatten das Bauvorhaben von Anfang an begleitet. Eine Bürgerinitiative und viele Bürger, vor allem aber der BUND, übten Kritik an den Plänen. Braasch sagte dem Abendblatt, es gebe keinen wirklichen Bedarf für das neue Gewerbegebiet, da im Bezirk Wandsbek mehr als 20 Hektar bereits ausgewiesener Gewerbeflächen verfügbar seien.

„Trotz eines Bürgerbegehrens und einer umfangreichen fachlichen Kritik hielten Senat und der Bezirk Wandsbek aber am strittigen Bebauungsplan Rahlstedt 131 fest. Dieser Bebauungsplan, der das eigentliche Baurecht schaffen soll, ist bis heute aus unerklärlichen Gründen nicht rechtskräftig vom Bezirk Wandsbek unterzeichnet“, so Braasch.

Die Umweltbehörde geht weiterhin davon aus, dass der Bau des Gewerbegebiets naturschutzfachlich rechtmäßig ist. Mehrere Untersuchungen hätten ergeben, dass keine artenschutzrechtlichen Bedenken bestünden. Dem Baustopp habe man auf Bitten des Gerichts zugestimmt, um schnellstmöglich zu einem Urteil zu kommen.