Klimawandel

Mehr Öko geht nicht: Frachtsegler "Avontuur" in Hamburg

Die "Avontuur" nach ihrer letzten Reise im Frühjahr 2018 im Hamburger Hafen (Archivbild).

Die "Avontuur" nach ihrer letzten Reise im Frühjahr 2018 im Hamburger Hafen (Archivbild).

Foto: Roland Magunia

Deutschlands einziger Frachtsegler war im Herbst 2018 in die Karibik aufgebrochen. Er bringt von dort Kaffee, Rum und andere Waren.

Hamburg. Dass ein Schiff im Hamburger Hafen anlegt, das Kaffee, Rum Kakao und andere Waren aus Übersee nach Deutschland bringt, ist im Wortsinn alltäglich an der Elbe. Trotzdem ist der Besuch der "Avontuur" etwas Besonderes: Nicht nur, dass die Waren überwiegend aus ökologischem, nachhaltigem Anbau stammen. Auch der Transport der Waren über den Atlantik ist so klimafreundlich wie es nur geht.

Denn das knapp 44 Meter lange Schiff fährt nicht mit Diesel oder Gas: Die "Avontuur" ist Deutschlands einziger Frachtsegler. Am Sonnabendvormittag hat sie am Hafenmuseum Hamburg auf dem Kleinen Grasbrook angelegt, seit 10 Uhr löschen 100 Freiwillige die Fracht, dazu kommen Vorträge über die Idee hinter dem Schiff, den Waren und der großen Fahrt.

Die "Avontuur" ist fast 100 Jahre alt

Seit sie im vergangenen Oktober in ihrem Heimathafen Elsfleth abgelegt hat, hat die "Avontuur" 15.500 Seemeilen zurückgelegt, zum überwiegenden Teil mit der Kraft des Winds. Zwar ist ein Dieselmotor an Bord, doch dieser wird fast nur zum Manövrieren bei Flaute oder in Häfen genutzt.

Der zweimastige Gaffelschoner wurde 1920 in den Niederlanden gebaut, fuhr nach dem Zweiten Weltkrieg als Passagierschiff benutzt und 2014 von der Organisation Timbercoast generalüberholt, die die "Avontuur" im Sinn ihrer "Mission Zero" betreibt; als Frachtsegler, der keine Abgase ausstößt.