Hamburg

Fläche in Harvestehude nach jüdischem Komponisten benannt

Der ungarische Komponist Paul Abraham während eines Aufenthalts in einer Hamburger Klinik 1956.

Der ungarische Komponist Paul Abraham während eines Aufenthalts in einer Hamburger Klinik 1956.

Foto: picture alliance / United Archives/Pilz

Der Hamburger Senat hat für neun Flächen neue Namen beschlossen. Unter anderem werden damit drei Persönlichkeiten geehrt.

Jetzt müssen die Hamburger Stadtpläne wohl neu gedruckt werden. Der Hamburger Senat hat die Benennung von neun Verkehrsflächen in Hamburg beschlossen. „Mit den aktuellen Benennungen erinnern wir unter anderem an zwei Verfolgte des Nationalsozialismus, die durch ihre Biographie eng mit der Geschichte Hamburgs verbunden sind. Ihrem künstlerischen Schaffen und dem Leid, das ihnen unter den Nationalsozialisten angetan wurde, gedenken wir mit der dauerhaften Sichtbarkeit ihrer Namen im öffentlichen Raum", sagte Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien.

Drei Flächen nach Persönlichkeiten benannt

Der Kreisverkehr in der Straße Grindelhof, Rotherbaum wird künftig Arie-Goral-Platz heißen. Er erinnert damit an den jüdischen Schriftsteller, Maler und Friedensaktivisten Arie Goral, der 1934 vor den Nationalsozialisten nach Palästina flüchtete. 1952 kehrte er nach Hamburg zurück und lebte hier bis zu seinem Tode 1996. Ihm ist unter anderem die die Errichtung des neuen Heinrich-Heine-Denkmals auf dem Rathausmarkt zu verdanken.

Ein Teil der Parkanlage Grindelberg in Harvestehude wird künftig in Paul-Abraham-Park benannt. Der 1892 in Ungarn geborene Paul Abraham war Anfang der 1930er-Jahre ein gefeierter Komponist von Operetten und kam deswegen nach Berlin. 1933 wurde er wegen seiner jüdischen Abstammung von den Nationalsozialisten verfolgt und flüchtete über Wien, Budapest, Paris und Kuba nach New York. Mitte der 1950er-Jahre kehrte Abraham nach Hamburg zurück, wo er 1960 in einem Sanatorium starb.

In Bergedorf erinnert künftig der Karl-Heinz-Rissmann-Weg Weg vom Oberen Landweg bis zum Allermöher Bahnhof an den Industriekaufmann Karl Heinz Rissmann (1934–2007). Er war war von 1977 bis 1997 Mitglied der Bezirksversammlung Bergedorf und 14 Jahre Erster Vorsitzender der ARGE Bergedorf-West. 2003 wurde er für seine Verdienste in und um Bergedorf mit der Medaille für treue Arbeit im Dienste des Volkes ausgezeichnet.

Die weiteren sechs Neubenennungen

In Wilhelmsburg wird der seit 1945 bestehende Name der Wilhelmsburger Reichsstraße mit der Verkehrsfreigabe der neuen Trasse parallel der Bahnlinie auf die neue Straßenführung übertragen.

In Eidelstedt wird die 55 Meter lange und in den Waldrebenweg mündende Wegeverlängerung vom Syringenweg ab der Hausnummer 32 ebenfalls Syringenweg genannt.

In Kirchwerder und Ochsenwerder werden der zur Hausnummer 4 führende Stichweg und die dazugehörige Park- und Zufahrtsfläche am Warwischer Hinterdeich ebenfalls Warwischer Hinterdeich heißen.

In Wandsbek wird ein 25 Meter langer Teil der Kirchhofstwiete in Walddörferstieg umbenannt.

In Rahlstedt wird der Erweiterungsbereich des Helmut-Steidl-Platzes künftig nach dem Platz benannt und der Ostteil in Rahlstedter Bahnhofsstraße.